idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
16.03.2024 19:27

Arbeitsgruppe erforscht Möglichkeit, Entwicklung einer seltenen Nierenerkrankung zu blockieren

Constanze Steinke Pressearbeit
Universität Greifswald

    Hoffnung auf wirksame Medikamente

    Wissenschaftler der Unimedizin Greifswald sehen die Chance, dass eine seltene Krankheit künftig behandelt werden könnte. Die Arbeitsgruppe des Instituts für Anatomie und Zellbiologie hat eine Gruppe von potentiellen Medikamenten identifiziert, die die Entwicklung der Nierenerkrankung möglicherweise blockieren können. Die Forschungsergebnisse wurden im renommierten „Journal of the American Society of Nephrology“ veröffentlicht und als „Paper of the Quarter“ ausgezeichnet.

    Im Verbund mit Experten anderer Universitätskliniken suchen die Greifswalder Wissenschaftler nach Therapiemöglichkeiten der Nierenerkrankung „Fokal segmentale Glomerulosklerose“ (FSGS). Diese kann zu einer chronischen Nierenkrankheit bis hin zum Nierenversagen führen. Ein Teil des bundesweit arbeitenden Forschungsverbunds STOP-FSGS ist an der Unimedizin Greifswald angesiedelt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt ihn als einen von neun Verbünden, die seltene Erkrankungen erforschen. Eine Krankheit gilt als selten, wenn sie weniger als einmal unter 2.000 Menschen auftritt.

    „Es geht nicht darum, dass heilende Medikamente bald schon in der Apotheke verfügbar sind“, warnt Prof. Nicole Endlich vor zu hohen Erwartungen: „Aber wir haben durchaus die Hoffnung, dass diese Krankheit irgendwann überhaupt behandelt werden kann. Bisher hilft Betroffenen nur eine Nierentransplantation oder Dialyse.“ Prof. Nicole Endlich ist Geschäftsführerin des Instituts für Anatomie und Zellbiologie und stellvertretende Koordinatorin des Konsortiums STOP-FSGS. Sie versichert: „Natürlich ist es extrem motivierend, möglicherweise einen entscheidenden Beitrag zu einer kommenden Therapie leisten zu können!“ Die Greifswalder Arbeitsgruppe konzentriert sich auf die Entwicklung personalisierter Medikamente und Biomarker zur Diagnostik und Behandlung der Nierenerkrankung.

    Zum Hintergrund

    Bereits seit 2003 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) deutschlandweit vernetzte Forschungsverbünde im Bereich der seltenen Erkrankungen. Ziel der Verbundvorhaben ist es, durch patientenorientierte translationale Forschung eine deutliche Verbesserung in Diagnostik, Behandlung und Patientenversorgung zu erreichen. Im Rahmen dieses Förderprogramms und in der Zusammenarbeit mit vielen (inter-) nationalen Kooperationspartnern ist es über die vergangenen Jahre gelungen, Register, longitudinale Patientenkohorten und Biobanken für verschiedene seltene Erkrankungsgruppen aufzubauen und klinische Studien durchzuführen. Die verschiedenen Forschungsarbeiten ermöglichten unter anderem die Entwicklung neuer diagnostischer Möglichkeiten und innovativer Ansatzpunkte für Therapien und die individualisierte Medizin. Aktuelle Forschungsaktivitäten der Verbünde adressieren fachspezifische Wissenslücken in einer großen thematischen Breite sowie zentrale Fragen und Herausforderungen im Bereich der seltenen Erkrankungen. Die Arbeit und das Engagement der Forschungsgruppen und jedes Einzelnen ist ein wichtiger Bestandteil, um eine weiterhin angestrebte verbesserte Lebenssituation von Menschen mit seltenen Erkrankungen zu erreichen.

    Weitere Informationen zu den Forschungsverbünden:
    http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/seltene-erkrankungen-nationale-forderung-3386.php

    Christian Arns
    Leiter der Stabsstelle Kommunikation und Marketing
    Pressesprecher
    Universitätsmedizin Greifswald
    Walther-Rathenau-Straße 46 * 17475 Greifswald
    Tel: +49 3834 86 – 5288
    christian.arns@med.uni-greifswald.de
    http://www.medizin.uni-greifswald.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Biologie, Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).