Chirurgen bündeln Expertise: Gründung einer Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung im September 2004

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04.08.2004 10:47

Chirurgen bündeln Expertise: Gründung einer Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung im September 2004

Ingrid Godenrath Pressestelle
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

    Chirurgen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen werden im Rahmen des 2. Mitteldeutschen Chirurgenkongresses in Leipzig (23. bis 25. September 2004) ihre regionalen Kongresse zusammenführen und die Mitteldeutsche Chirurgenvereinigung gründen.

    Die Chirurgen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen führen ihre regionalen Kongresse zusammen: Vom 23. bis zum 25. September 2004 organisieren sie den 2. Mitteldeutschen Chirurgenkongress in Leipzig. "Ein solcher Kongress gewinnt an Niveau und hat mehr Zuhörer", konstatiert Professor Dr. Matthias Rothmund, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, und fordert seine Kollegen in den alten Bundesländern zur Nachahmung auf.

    "Brisante Themen werden auf unserer Tagungsordnung stehen", stimmt Professor Dr. Henning Dralle, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie an der Medizinischen Fakultät Halle und einer der Tagungspräsidenten, seine Kollegen auf die Tagung ein. Die Themen bewegen sich zwischen Mindestmengen für bestimmte Behandlungen zur Sicherstellung der Qualität und der Förderung des chirurgischen Nachwuchses. "In den Grenzregionen arbeiten aufgrund mangelnden Nachwuchses immer mehr Kollegen aus Osteuropa. Gleichzeitig werden im gesamten Bundesgebiet Krankenhäuser fusioniert und Betten reduziert. Die Auswirkungen der Gesundheitsreform und die Probleme des chirurgischen Nachwuchses bekommen wir in den neuen Bundesländern besonders stark zu spüren."

    Der Kongress befasst sich sowohl mit wissenschaftlichen als auch mit berufspolitischen Schwerpunkten: nach getrennten Vorstandsitzungen und Mitgliederversammlungen der ein-zelnen Chirurgenvereinigungen ist für Freitag die Gründungsveranstaltung der Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung MDCV geplant. Zunächst wollen sich die Chirurgenvereinigungen von Sachsen und Sachsen-Anhalt zusammen schließen. Wann und ob die thüringischen Kollegen ihren Verband auflösen, steht noch nicht fest. Alle drei Vereinigungen wollen aber auf jeden Fall zukünftig alle zwei Jahre den gemeinsamen Kongress durchführen.

    In der feierlichen Eröffnungsveranstaltung wird der in Sachsen geborene Schriftsteller Erich Loest, die Chirurgen zur Einheit und Offenheit mahnen. Der Festvortrag des literarischen Grenzgängers ist "Mitten in Deutschland" betitelt und wird sicherlich zum Nachdenken anregen. Da sich Erich Loest nachhaltig für enge Verbindungen zu Polen einsetzt, wird er der neuen Berufsvereinigung wohl auch innereuropäische Aspekte vor Augen führen.

    Wissenschaftlich deckt der Kongress alle augenblicklich relevanten Themen der Chirurgie ab: Allgemein- und Viszeralchirurgie, Traumatologie, Thoraxchirurgie, Gefäßchirurgie und Kinderchirurgie.

    Die nach dem Hallenser Chirurgen Richard von Volkmann (1830-1889) benannte Volkmann-Vorlesung wird von Professor Rothmund gehalten. Er wird über klinische Studien in der Chirurgie sprechen und damit ein weiteres heißen Eisen anfassen: während in den USA oder Ländern wie England und den Niederlanden klinische Studien seit vielen Jahren durchgeführt werden, werden in Deutschland nur wenige aussagekräftige Studien publiziert. Dabei sind kontrollierte klinische Studien ein wesentliches Element der Erkenntnisgewinnung in der Medizin. Die Anforderungen an die Qualität der Durchführung steigen ständig. "Die meisten häufig zitierten Arbeiten besitzen eine vergleichsweise niedrige Evidenz, das heißt sie beruhen oft nicht auf wissenschaftlich belegbaren Tatsachen, sondern belegen retrospektiv ermittelte Ergebnisse", erläutert Dralle das Problem. "Qualität ist eben ein wichtiger Faktor: bei klinischen Studien, bei allen chirurgischen Eingriffen und bei der Nachwuchsausbildung. Wenn wir in Zeiten wirtschaftlichen Drucks Qualität beibehalten oder gar steigern wollen, müssen wir uns mit Effizienzsteigerung, Synergie und Zukunftsgestaltung befassen. In einer schlagkräftigen Organisation, die Kräfte bündelt, ist das einfacher. Deshalb halte ich die Gründung der Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung für so eminent wichtig."

    KLINIKUM DER MEDIZINISCHEN FAKULTÄT
    DER MARTIN-LUTHER-UNIVERSITÄT HALLE-WITTENBERG
    06097 Halle (Saale)
    Verwaltungsdirektion, Referat Öffentlichkeitsarbeit,
    Tel.: (0345) 557-5748 oder -1032
    Fax: (0345) 557-5749
    E-Mail: theresia.wermelskirchen@medizin.uni-halle.de
    oder antje.petzold@medizin.uni-halle.de


    Weitere Informationen:

    http://www.medizin.uni-halle.de/?id=85&cid=1650


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Organisatorisches, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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