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27.03.2025 14:11

HPV – die Impfung, die vor Warzen und Krebs schützt

Giulia Roggenkamp Pressestelle
Stiftung Kindergesundheit

    Die Stiftung Kindergesundheit informiert über den oft vernachlässigten Schutz vor einem sexuell übertragbaren Virus

    Die Abkürzung HPV steht für Humane Papillomviren. Einige dieser wenig bekannten, aber weit verbreiteten Viren sind für die Bildung von gutartigen Warzen an den Lippen, Augenlidern und an der Nase bei Kindern zwischen 5 und 15 Jahren verantwortlich, berichtet die Stiftung Kindergesundheit in ihrer aktuellen Stellungnahme. Andere Typen von HP-Viren sind dagegen wesentlich gefährlicher: Sie sind an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs und weiteren Krebsarten an weiblichen und männlichen Geschlechtsorganen sowie im Mund- und Rachenraum beteiligt.

    HPV-Infektionen zählen zu den häufigsten, durch Intimkontakte übertragbaren Infektionen: Fast jeder sexuell aktive Mensch kommt irgendwann in seinem Leben in Kontakt mit Papillomviren. Die meisten der Angesteckten müssen keine negativen Folgen befürchten: Das Immunsystem schafft es in der Regel, den unerwünschten Eindringling wieder loszuwerden. Etwa zehn Prozent der Infektionen bestehen jedoch dauerhaft fort. Eine solche Infektion mit den so genannten Hochrisikotypen von HP-Viren kann sehr gefährlich werden, betont die Stiftung Kindergesundheit.

    Am häufigsten stecken sich Jugendliche und junge Erwachsene an, denn in diesem Alter sind die meisten Menschen sexuell besonders aktiv. So treten Feigwarzen besonders in der Altersgruppe zwischen 15 und 30 Jahren gehäuft auf.

    Ansteckung durch winzige Hautverletzungen

    Die Papillomviren werden über direkten Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Die Ansteckung erfolgt über den unmittelbaren Kontakt mit infizierten Bereichen von Haut und Schleimhaut. Dies geschieht in erster Linie durch enge Haut- und Körperkontakte wie intensives Küssen, intime Berührungen oder beim Geschlechtsverkehr. Eine Ansteckung ist schon beim ersten sexuellen Kontakt (egal ob Vaginal-, Anal- oder auch Oralsex) möglich. Kondome bieten dabei leider keinen ausreichenden Schutz vor einer Ansteckung, betont die Stiftung Kindergesundheit.

    Das HP-Virus kann über kleinste, oft nicht sichtbare Verletzungen in die Zellen der Haut oder Schleimhaut eindringen und diese infizieren. Eine Erkrankung als Folge einer Infektion mit bestimmten HP-Virustypen kann deshalb an unterschiedlichen Stellen am Körper auftreten (z. B. an After, Vulva, Vagina, Gebärmutterhals, Penis sowie im Mund- und Rachenraum). Eine Infektion mit HPV bleibt anfangs häufig unbemerkt, da sie zunächst oft ohne Symptome, also beschwerdefrei, verläuft, berichtet die Stiftung Kindergesundheit.

    In den meisten Fällen heilt die Infektion innerhalb etwa eines Jahres ohne gesundheitliche Probleme wieder ab. Die Betroffenen wissen daher oft gar nicht, dass sie sich mit dem HP-Virus angesteckt haben. Die schwerwiegenden Folgen einer länger anhaltenden Infektion zeigen sich erst später: Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 6500 Frauen und bis zu 2300 Männer an Krebs, bei dem eine HPV-Infektion als mögliche Ursache vermutet wird. Gebärmutterhalskrebs, die häufigste Krebserkrankung in diesem Zusammenhang, wird fast immer durch eine HPV-Infektion verursacht. Aber auch andere Krebserkrankungen stehen in Verbindung mit HPV-Infektionen – dazu gehören die meisten Fälle von Analkrebs, bestimmte Krebsarten an Vulva und Vagina, ein großer Teil der Peniskrebserkrankungen sowie einige Tumoren im Mund- und Rachenraum.

    Impfstoffe verringern das Risiko

    Gegen die wichtigsten HPV-Typen stehen heute hochwirksame und sichere Impfstoffe zur Verfügung. Die Impfung bewirkt einen lang andauernden Schutz vor der gefährlichen Infektion und sollte idealerweise schon vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen. Die Ständige Impfkommission STIKO beim Robert-Koch-Institut Berlin empfiehlt die Impfung gegen HPV für alle Mädchen und Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren. Auch versäumte Impfungen sollten bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden.
    Seit 17 Jahren wird die Impfung gegen die humanen Papillomaviren in Deutschland für Mädchen empfohlen, für Jungen seit 2018. Allerdings nehmen bisher bei weitem nicht alle Kinder und Jugendliche die Impfung war, bedauert die Stiftung Kindergesundheit. Nach Erhebungen des RKI sind nach Ablauf des empfohlenen Impfalters nur etwa die Hälfte der Mädchen und ein Drittel der Jungen vollständig gegen HPV geimpft.
    Dabei bestehen deutliche regionale Unterschiede: Zu den Bundesländern mit den höchsten HPV-Impfquoten gehören seit Jahren Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, während die Jugendlichen in Baden-Württemberg, Bayern und Bremen die niedrigsten Impfquoten mit unter 50 Prozent aufweisen.
    HPV-Impfung: Sicher, wirksam und gut verträglich
    Dank der Impfung ist es gelungen, die Häufigkeit von Erkrankungen im Genital- bzw. Analbereich bei Frauen zwischen 28 und 33 Jahren in Deutschland deutlich zu senken. Modellrechnungen belegen, dass durch die zusätzliche Impfung von Jungen in den nächsten 100 Jahren mehr als 25.000 HPV-assoziierte Krebsfälle bei beiden Geschlechtern verhindert werden könnten.

    Die Impfung wurde inzwischen weltweit mehr als 350 Millionen Mal verabreicht. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die HPV-Impfung in ihre allgemeinen Impfempfehlungen aufgenommen und stuft sie als sicher, gut verträglich und wirksam ein.

    Wie informiere ich mein Kind?

    Mit dem Kind über die HPV-Impfung zu sprechen kann für Eltern herausfordernd sein. Es reicht jedoch meist, das Thema direkt und verständlich anzusprechen und die Vorteile der Impfung zu erklären: „Es ist uns wichtig, dass du gesund bleibst, deshalb möchten wir dich gegen HPV impfen lassen.“ Je nach Alter des Kindes muss das Thema sexuell übertragbarer Krankheiten in diesem Zusammenhang nicht aufgegriffen werden. Es genügt zu erläutern: „Das Virus kann durch engen Körperkontakt übertragen werden. Dadurch können unangenehme Warzen entstehen. In seltenen Fällen kann sich später sogar Krebs entwickeln. Die Impfung schützt dich davor und ist nur ein kleiner Pieks."
    Anschließend sollte Raum zum Nachfragen gegeben werden. Ein gemeinsamer Arztbesuch kann helfen, offene Fragen zu klären.

    Die Stiftung Kindergesundheit empfiehlt, eine frühzeitige, altersgerechte und ungezwungene sexuelle Aufklärung als kontinuierlichen Teil der Erziehung anzusehen.

    Hier gibt es mehr Rat und Hilfe
    Kostenlose Informationen über Sexualaufklärung und sexuell übertragbare Infektionen sind z.B. erhältlich bei

    www.Loveline.de, dem Jugendportal des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), Maarweg 149-161, 50825 Köln

    www.doctorial.de, einer Informationsseite der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung (ÄGGF)


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin, Pädagogik / Bildung, Politik
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


     

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