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27.03.2025 14:17

„Die Kunst der Präparation“: Sonderausstellung der Meckelschen Sammlungen öffnet am 4. April 2025

Jonas Machner Stabsstelle Presse und Unternehmenskommunikation
Universitätsmedizin Halle

    Anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens als „national wertvolles Kulturgut“ präsentieren die Meckelschen Sammlungen eine Sonderausstellung zur „Kunst der Präparation“. Über 60 meisterhafte Präparate bieten faszinierende Einblicke in die filigrane Handwerkskunst der Anatomie vom 18. bis zum 20. Jahrhundert und verbinden Wissenschaft und Kunst auf einzigartige Weise. Interessierte ab 16 Jahren können die Sonderausstellung vom 4. April bis 27. Juni 2025 im Institut für Anatomie und Zellbiologie an der Universitätsmedizin Halle kostenfrei und selbstständig innerhalb der Öffnungszeiten erkunden.

    Mit insgesamt über 8.000 Präparaten gehören die Meckelschen Sammlungen heute zu den größten anatomischen Sammlungen Europas. Seit 2015 sind sie in das „Verzeichnis national wertvolles Kulturgut“ eingetragen und gelten damit offiziell als besonders bedeutsam für das kulturelle Erbe Deutschlands. Die Geschichte der Sammlungen reicht bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurück.

    Die Anfertigung und dauerhafte Aufbewahrung anatomischer Präparate gilt seit jeher als eine besondere Kunst. In der neuen Sonderausstellung lassen sich vielfältige bekannte Methoden bestaunen, die dabei zum Einsatz kamen: Angefangen beim ältesten Verfahren, der Mazeration – die man für Knochenpräparate nutzte – über die Injektion mit erstarrenden Massen, die Korrosion bis zur feuchten Konservierung. „Insbesondere filigrane Korrosionspräparate zur Darstellung der Blutgefäßsysteme von Organen sind kleine Kunstwerke“, findet Dr. Claudia Steinicke, Kuratorin der Ausstellung.

    Unter den meisterhaften Präparaten der Lehrsammlung, darunter wertvolle Präparate aus der namensgebenden Meckel-Ära, sind auch kunstvolle Exponate der bekannten Werkstatt „Vasseur-Tramond“ aus Paris. Bei diesen bisher nicht erforschten anatomischen Lehrmodellen zeigt sich auch eine Neuentdeckung: das Wachsmodell einer präparierten Leiche von 1867 wurde radiologisch untersucht und es zeigte sich, dass Vasseur echte menschliche Knochen als Unterbau nutzte.

    Neben human-anatomischen Präparaten sind auch zoologische Präparate zu sehen, unter anderem aus der bekannten Firma „Dr. Schlüter & Dr. Mass, Naturwissenschaftliche Lehrmittel-Anstalt“, die 1853 von Wilhelm Schlüter in Halle (Saale) gegründet wurde und einen Ruf als Lieferant erstklassiger Tierpräparate aller Art weltweit besaß.

    Nach der erfolgreichen Sonderausstellung 2024 anlässlich des 300. Geburtstages und 250. Todestages des Sammlungsbegründers Johann Friedrich Meckel dem Älteren wird mit der diesjährigen Sonderausstellung das Format fortgesetzt, ausgewählte Präparate der Lehrsammlung unter einem neuen Aspekt zu betrachten und sie einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

    Sonderausstellung "Die Kunst der Präparation"

    4. April bis 27. Juni 2025
    Mittwoch bis Freitag von 13 bis 18 Uhr (außer an Feiertagen)
    Institut für Anatomie und Zellbiologie, Dachgeschoss
    Große Steinstraße 52, 06108 Halle (Saale)

    Zutritt ab 16 Jahren; kein barrierefreier Zugang
    Besichtigung ohne Anmeldung und Führung möglich
    Eintritt frei, um Spenden zum Erhalt der Sammlungen wird gebeten.

    Während der Öffnungszeiten der Sonderausstellung haben Interessierte auch die Möglichkeit, den vergleichend-anatomischen (zootomischen) Sammlungsbereich zu besichtigen. Die gesamten Meckelschen Sammlungen sind als Lehr- und Forschungssammlung nur im Rahmen von Führungen zu besichtigen.

    Hintergrund

    Die Anatomischen Sammlungen zu Halle – auch Meckelsche Sammlungen genannt – wurden von Johann Friedrich Meckel d. Ä. (1724-1774) in der Mitte des 18. Jahrhunderts in Berlin begründet. Nach seinem Tod ging der Präparatebestand über in den Besitz seines Sohnes, des Anatomen und Geburtshelfers Philipp Meckel (1755-1803). Mit seiner Berufung nach Halle kam die Sammlung 1779 von Berlin in die Saalestadt. Ihre Blütezeit erlebte sie unter dessen Sohn, dem ausschließlich wissenschaftlich orientierten Anatomen Johann Friedrich Meckel d. J. (1781-1833), welcher sie in dritter Generation auf annähernd 12.000 Präparate zur normalen menschlichen, pathologischen und vergleichenden Anatomie ausbaute. Die bis dahin private Sammlung ging 1836 in den Besitz der örtlichen Universität, der heutigen Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, über und wird seit 1880 im damals neu entstandenen Institut für Anatomie und Zellbiologie betreut.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Claudia Steinicke
    Kustodin der Meckelschen Sammlungen
    claudia.steinicke@medizin.uni-halle.de


    Weitere Informationen:

    https://www.meckelschesammlungen.uni-halle.de/ Meckelschen Sammlungen des Instituts für Anatomie und Zellbiologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg


    Bilder

    Dr. Claudia Steinicke mit einem Nierenpräparat, das durch die fein verästelten Blutgefäße an einen Baum erinnert.
    Dr. Claudia Steinicke mit einem Nierenpräparat, das durch die fein verästelten Blutgefäße an einen B ...

    Universitätsmedizin Halle


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Geschichte / Archäologie, Kunst / Design, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


     

    Dr. Claudia Steinicke mit einem Nierenpräparat, das durch die fein verästelten Blutgefäße an einen Baum erinnert.


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