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02.04.2025 08:02

50 Jahre nach Kriegsende: Stimmen des globalen Vietnams

Jörg Heeren Medien und News
Universität Bielefeld

    Konferenz mit Vertreter*innen der vietnamesischen Nachkriegsgenerationen

    Der zweite Indochinakrieg endete vor 50 Jahren, seine Spuren aber bleiben. „Die Folgen wirken in Familien, Kultur und Politik nach“, sagt die Sozialanthropologin Professorin Dr. Minh Nguyen von der Universität Bielefeld. Um diese Nachwirkungen wissenschaftlich zu erörtern, organisiert Nguyen gemeinsam mit ihrer Bielefelder Kollegin Dr. Ngoc Luong das Symposium „Half a Century after War: Voices from Global Vietnam“ (Ein halbes Jahrhundert nach dem Krieg: Stimmen aus dem globalen Vietnam). Die Konferenz am 4. April versammelt Sichtweisen der Nachkriegsgenerationen aus Vietnam und der vietnamesischen Diaspora.

    In der Universität Bielefeld kommen Wissenschaftler*innen, die Literatin und Bestsellerautorin Nguyễn Phan Quế Mai und die Künstlerin Maithu Bùi zusammen.

    Der 30. April 1975 markierte das Ende des Vietnamkriegs. Seit Kriegsende haben Millionen Vietnamesen das Land verlassen – als Geflüchtete, Gastarbeiter*innen, Studierende oder Fachkräfte. Diese Wanderung schuf neue Verbindungen zwischen Ost und West, Nord und Süd. Der Politikwissenschaftler Dr. Kevin D. Pham von der Universität Amsterdam untersucht in seinem Buch „The Architects of Dignity“ (Die Architekt*innen der Menschenwürde), wie vietnamesische Denker*innen westliche Sichtweisen auf Kolonialismus und Unabhängigkeit in Frage stellen. Auf der Tagung nimmt Pham mit Forschenden aus Vietnam, den USA und Kanada den Aspekt der Dekolonisierung in den Blick.

    Junge Kunst trifft auf weltbekannte Literatur

    Die 1991 in Plauen geborene Künstlerin Maithu Bùi zeigt als Teil der Tagung ihre Werke über Gewalt und Geschichte. Ihre Arbeiten, die auch auf der Berlin Biennale zu sehen waren, stehen für den Blick der in Deutschland geborenen Generation auf die Vergangenheit. Die Schriftstellerin Nguyễn Phan Quế Mai liest aus ihrem Roman „Dust Child“ (deutscher Titel: „Wo die Asche blüht“). Das Buch erzählt vom Krieg aus verschiedenen Perspektiven. Wissenschaftler*innen aus den USA, Kanada und Vietnam diskutieren nach der Lesung über unterschiedliche Deutungen der Geschichte.

    Forschung zum Wandel

    Den Abschluss des Symposiums bildet eine Diskussionsrunde mit acht Wissenschaftler*innen aus Vietnam, Deutschland, den Niederlanden, Kanada und den USA über aktuelle Forschungen zur vietnamesischen Gesellschaft. Sie sprechen über den neuen Sammelband „Reconfiguring Vietnam: Global Encounters, Translocal Lifeworlds“ (Vietnam neu gestalten: Globale Begegnungen, translokale Lebenswelten). An der Diskussion nehmen auch die beiden Herausgeberinnen des Buches teil: Professorin Dr. Minh Nguyen von der Universität Bielefeld und Professorin Dr. Kirsten Endres vom Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle (Saale).

    Das Symposium läuft parallel vor Ort und online. Eine Simultanübersetzung zwischen Englisch und Vietnamesisch ermöglicht den Austausch der Teilnehmenden über drei Kontinente hinweg. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung erforderlich.

    Spezialistin für sozialen Wandel

    Professorin Dr. Minh Nguyen, Initiatorin und Leiterin des Symposiums, stammt aus der nordvietnamesischen Stadt Thai Binh. Sie forscht an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt an der Schnittstelle von Sozialanthropologie und internationaler Entwicklung. Ihre Arbeit wird mit dem hochdotierten Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) gefördert. In ihrem Projekt „FinancialLives“ beschäftigt sie sich damit, dass der Alltag von Arbeiter*innen in Ländern wie China, Vietnam und Laos zunehmend der Logik von Finanzmärkten unterworfen ist. Das Projekt baut auf ihrem ERC-Starting-Grant-Projekt „WelfareStruggles“ auf.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Doan Thao Nguyen Vo, Universität Bielefeld
    Fakultät für Soziologie
    Telefon 0521 106-4639
    E-Mail: doan.vo@uni-bielefeld.de


    Weitere Informationen:

    https://www.facebook.com/events/1458816158412936 Veranstaltungswebsite auf Facebook
    http://Anmeldung für die Teilnahme vor Ort mit E-Mail an doan.vo@uni-bielefeld.de
    https://uni-bielefeld.zoom.us/meeting/register/fLaHJRvxSGSStpQISznQzA#/registrat... Anmeldung zur Teilnahme via Videokonferenz
    https://aktuell.uni-bielefeld.de/2024/12/03/erc-consolidator-grant-4-millionen-e... News-Meldung zum Consolidator Grant von Minh Nguyen


    Bilder

    Die Sozialanthropologinnen Prof’in Dr. Minh Nguyen und and Dr. Ngoc Luong von der Fakultät für Soziologie organisieren das Vietnam-Symposium an der Universität Bielefeld.
    Die Sozialanthropologinnen Prof’in Dr. Minh Nguyen und and Dr. Ngoc Luong von der Fakultät für Sozio ...

    Foto links: Universität Bielefeld/Sarah Jonek, Foto rechts: Markus Richter

    Nguyễn Phan Quế Mai liest auf dem Symposium aus ihrem Roman „Dust Child“, einem internationalen Bestseller über Kriegsfolgen in vietnamesischen Familien.
    Nguyễn Phan Quế Mai liest auf dem Symposium aus ihrem Roman „Dust Child“, einem internationalen Best ...

    Foto: Tapu Javeri


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kunst / Design, Politik, Wirtschaft
    überregional
    Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

    Die Sozialanthropologinnen Prof’in Dr. Minh Nguyen und and Dr. Ngoc Luong von der Fakultät für Soziologie organisieren das Vietnam-Symposium an der Universität Bielefeld.


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    Nguyễn Phan Quế Mai liest auf dem Symposium aus ihrem Roman „Dust Child“, einem internationalen Bestseller über Kriegsfolgen in vietnamesischen Familien.


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