Die Förderlinie „Agrarsysteme der Zukunft“ (AdZ) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) startet in die zweite Förderphase. Sechs inter- und transdisziplinäre Forschungsverbünde setzen ihre Arbeit fort, um innovative, nachhaltige und resiliente Agrarsysteme zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen der Wissenstransfer und die Anwendung neuer Technologien in der Praxis. Der Auftakt der neuen Förderphase wurde durch einen zweitägigen Industrietransfer-Workshop in Potsdam begleitet. Dort diskutierten Vertreter*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Praxis über die Umsetzung der Forschungsergebnisse und deren Bedeutung für die Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme.
Ein zentrales Anliegen der zweiten Förderphase ist die Stärkung des Wissenstransfers und der Kooperation mit der Praxis. „Die Forschung in den Agrarsystemen der Zukunft soll nicht im Labor bleiben, sie muss in die Anwendung gebracht werden, um die Agrarwirtschaft nachhaltiger, ressourcenschonender, widerstandsfähiger und fairer zu gestalten – eine Landwirtschaft, die Mensch und die Umwelt in den Mittelpunkt stellt“, betont Prof. Monika Schreiner, Co-Leiterin der AdZ-Koordinierungsstelle am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ). Prof. Thomas Weith, Co-Leiter der Koordinierungsstelle am Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS), ergänzt: „Die Transformation der Agrarwirtschaft gelingt nur im Schulterschluss zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Mit der zweiten Förderphase haben wir die Chance, den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis zu intensivieren. Unser Ziel ist es, Innovationen gemeinsam mit allen Beteiligten zu testen und den Weg für deren Umsetzung zu ebnen.“
INDUSTRIETRANSFER-WORKSHOP ALS PLATTFORM FÜR INNOVATIONEN
Beim zweitägigen Industrietransfer-Workshop im Potsdamer Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) kamen rund 150 Teilnehmende aus Forschung, Industrie, Politik und Zivilgesellschaft zusammen, um die praktische Umsetzung der Forschungsergebnisse und die nächsten Schritte auf dem Weg zu nachhaltigen Agrarsystemen zu diskutierten. Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Bildung und Forschung, Claudia Müller, betonte bei der Eröffnung die Wichtigkeit umfassender trans- und interdisziplinärer Ansätze für eine nachhaltige und gleichzeitig wettbewerbsfähige Landwirtschaft. In Fachdialogen und interaktiven Workshopsessions wurden technologische Entwicklungen, digitale Anwendungen sowie Hürden bei Markteinführung nachhaltiger Agrarlösungen erörtert. Die Ausstellung zeigte die große Bandbreite der Projekt-Innovationen: Vom digitalen Tool zur optimalen Platzierung von Insektenwällen für den Erosions- und Diversitätsschutz (DAKIS) über ein Reaktionshalsband für Weidetiere (GreenGrass) und modularen Leichtbau-Kompartimenten zur Indoor-Kultivierung (food4future) bis hin zu mit Spezialsensorik ausgestatteten Drohnen für die KI-gestützte Pflanzenbestandsanalyse (NOcsPS). Ein Food-Tasting bot Kostproben neuer Lebensmittel wie Algen-Eis, Quallensalat und nachhaltig produzierten Räucherfisch.
FORSCHUNG FÜR NACHHALTIGE AGRARSYSTEME
Seit 2019 fördert das BMBF die „Agrarsysteme der Zukunft“, um wegweisende Lösungen für eine nachhaltige, produktive und resiliente Landwirtschaft zu entwickeln. In der aktuellen Förderphase arbeiten sechs inter- und transdisziplinäre Forschungskonsortien an alternativen Nahrungsquellen, ressourceneffizienten Kreislaufsystemen sowie Smart- und Hightech-Lösungen mit Künstlicher Intelligenz und digitalen Prozessen zur Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln:
CUBES Circle entwickelt eine urbanen Kreislaufproduktion mit Insekten, Fischen und Gemüse nach dem Vorbild natürlicher Ökosysteme.
DAKIS entwickelt ein digitales Wissens- und Informationssystem für nachhaltige Landwirtschaft, das Ökosystemleistungen und Biodiversität in Managemententscheidungen integriert.
food4future entwickelt flexible Indoor-Kultivierungssysteme für neue Nahrungsquellen wie Salzpflanzen, Algen, Quallen und Insekten für den urbanen Raum sowie ressourcenschonende Lebensmittel-Prozessierungstechniken.
GreenGrass forscht an der Entwicklung von Weidesystemen mit digitalen Managementlösungen und Fernerkundungstechnologien für eine nachhaltige Grünlandnutzung.
NOcsPS erforscht landwirtschaftlicher Anbausysteme ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel mit innovativen Digital-Farming-Technologien und biologischen Pflanzenschutzmitteln.
SUSKULT entwickelt ein nachhaltiges Kultivierungssystem für Nahrungsmittel in Metropolregionen, das sich auf die Nährstoffrückgewinnung aus Abwassersystemen und Kläranlagen konzentriert.
Die Koordinierungsstelle der „Agrarsysteme der Zukunft“ am Leibniz Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) und am Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) unterstützt die Projekte in der Umsetzung durch die Förderung der Konsortien-übergreifenden Zusammenarbeit sowie des Austauschs mit allen relevanten Akteuren.
Prof. Dr. Monika Schreiner, Co-Leitung AdZ-Koordinierungsstelle | E-Mail schreiner@igzev.de | Tel. +49 (0) 33 701 78 304
Ramona Bruck, Projektmanagerin AdZ-Koordinierungsstelle | E-Mail bruck@igzev.de
http://www.agarsysteme-der-zukunft.de/ Webseite der Förderlinie
https://cloud.igzev.de/s/b9wwgiiqAPs7zR4 Die Bilder zur Pressemitteilung sowie weitere Fotos der Veranstaltung können über diesen Link heruntergeladen werden. Das Bildmaterial darf im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Pressemitteilung honorarfrei verwendet werden.
: Die Vision der Agrarsysteme der Zukunft: eine faire, verlässliche und verantwortungsvolle Agrarwir ...
Agrarsysteme der Zukunft
Prof. Dr. Monika Schreiner (IGZ) im Bühnendialog mit PStS. Claudia Müller (BMBF/BMEL), Prof. Dr.-Ing ...
Agrarsysteme der Zukunft
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
überregional
Forschungsprojekte, Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch
Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.
Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).
Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.
Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).
Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).