Für ihre herausragende Forschung in den Bereichen Wirkstofffreisetzung und Homogene Katalyse erhalten Dr. Aman Ishaqat und Dr. Marvin Mendel das renommierte Schmidt Science Fellowship.
32 Nachwuchsforscherinnen und -forscher wurden als Schmidt Science Fellows 2025 aufgenommen. Unter ihnen sind auch zwei Nominierte der RWTH Aachen: Dr. Aman Ishaqat und Dr. Marvin Mendel sind für ihre herausragenden Arbeiten in den Bereichen Wirkstofffreisetzung und Homogene Katalyse ausgezeichnet worden. Die RWTH Aachen hat erstmalig Forschende für dieses Fellowship nominiert. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten des Jahres 2025 repräsentieren 27 nominierende Universitäten und 15 Nationalitäten. Sie gehören zu einer Gemeinschaft von 209 Schmidt Science Fellows aus fast 40 Ländern.
Das 2017 eingerichtete Schmidt Science Fellows-Programm ist eine hochdotierte Initiative von Schmidt Sciences in Kooperation mit Rhodes Trust zur Förderung herausragender Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler. Es bietet ein Stipendium von 100.000 US-Dollar pro Jahr für einen ein- bis zweijährigen Postdoc-Aufenthalt an einer renommierten Forschungseinrichtung. Die Förderung ermöglicht es den Fellows, ihr Wissen auf ein neues Forschungsgebiet anzuwenden, um Entdeckungen zu beschleunigen und Führungspotenzial zu entwickeln. Die Fellows werden ermutigt, ihre Postdoc-Forschung in einem neuen Fachgebiet und an einer anderen Einrichtung als ihrer bisherigen Alma Mater fortzusetzen, um neue wissenschaftliche Perspektiven zu gewinnen und sich in einem anderen wissenschaftlichen Umfeld weiterzuentwickeln. Entscheidend für die Ernennung zum Fellow ist die herausragende Forschung an der antragstellenden Institution.
Dr. Aman Ishaqat: Fortschrittliche Wirkstofffreisetzung durch Nanotechnologie
Aman Ishaqat absolvierte ihren Bachelor und Master in Pharmaceutical Sciences in Jordanien, bevor sie für ihre Promotion in Chemie an die RWTH Aachen wechselte. Am DWI - Leibniz-Institut für Interaktive Materialien e.V. forschte sie in der Arbeitsgruppe von Professor Andreas Herrmann an innovativen Methoden zur gezielten Wirkstofffreisetzung. Diese spielen eine entscheidende Rolle in der modernen Medizin, denn herkömmliche Methoden sind oft unpräzise und können Nebenwirkungen verursachen. Ishaqats Forschung konzentrierte sich auf die Weiterentwicklung von Nukleinsäure-Transportsystemen, indem sie Prinzipien der Polymermechanochemie, der kontrollierten Wirkstofffreisetzung und der DNA-Nanotechnologie integrierte. Ihr Ziel war die Entwicklung intelligenter, orts- und zeitgesteuerter Medikamentenabgabesysteme, die erst durch spezifische Auslöser aktiviert werden.
In ihrer Promotion entwickelte sie zwei Strategien für die bedarfsgerechte Wirkstofffreisetzung, bei denen Ultraschall und Enzyme als physikalische bzw. chemische Auslöser dienen. Inspiriert von der Polymermechanochemie entwickelte sie einen mechanoresponsiven Wirkstoffträger auf Basis von DNA-Nanomaterialien. Dieses System wurde so konzipiert, dass es auf medizinischen Ultraschall mit niedriger Intensität und hoher Frequenz reagiert und so eine präzise räumliche und zeitliche Freisetzung therapeutischer Nukleinsäuren ermöglicht. Ihr Ansatz eröffnete neue Perspektiven für die Anwendung von Polymermechanochemie in der Medizin und könnte über Nukleinsäuren hinaus auch für kleine Moleküle und Proteine nutzbar gemacht werden. Ishaqat wird von den biomedizinischen Wissenschaften zur Immunologie wechseln.
Dr. Marvin Mendel: Innovative Methoden für die Zukunft
Marvin Mendel studierte Chemie an der Universität Ulm und der RWTH Aachen, wo er als Jahrgangsbester abschloss und mit dem Procter-&-Gamble-Preis ausgezeichnet wurde. Während seiner Promotion am Lehrstuhl für Organische Chemie I war er Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes und forschte bei Professorin Franziska Schönebeck an katalytischen Methoden zur modularen Synthese komplexer Moleküle.
In seiner Promotion entwickelte er neue chemische Methoden unter Verwendung dinuklearer Palladium und Nickel Katalysatoren. Sein Fokus lag auf der effizienten Synthese komplexer Moleküle aus einfachen Bausteinen wie Organogermanium-Verbindungen und Vinylcyclopropanen. Diese Verfahren ermöglichen eine schnellere und nachhaltigere Herstellung essenzieller chemischer Strukturen, wie sie in Wirkstoffen vorkommen. Darüber hinaus entdeckte er eine bisher unbekannte Reaktivität eines Ni(I)-Metalloradikals, das traditionelle Vorstellungen über Radikale hinterfragt und neue Wege zur Analyse mithilfe von Vinylcyclopropanen eröffnet. Ein innovativer Ansatz, der neue Möglichkeiten zur nachhaltigen Synthese wertvoller Verbindungen unter milden Reaktionsbedingungen schafft. Mendel wird von der Organischen Chemie zum Bioingenieurwesen wechseln.
Dr. Aman Ishaqat
Amani Mardini
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Dr. Marvin Mendel
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Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Biologie, Chemie, Medizin
überregional
Wettbewerbe / Auszeichnungen, Wissenschaftspolitik
Deutsch
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