Die öffentliche, online verfügbare Ringvorlesung „Female Ecologies“ der Universität Konstanz ermöglicht den Einblick in historische und aktuelle Debatten rund um die Selbstbestimmung der Frau.
Wie wurde und wird der weibliche Körper medizinisch vermessen, rechtlich geregelt, politisch verhandelt – und wie greifen solche Praktiken in das individuelle und gesellschaftliche Selbstverständnis ein? Die gescheiterte Reform zum Schwangerschaftsabbruch (§ 218) hat diese zentralen Fragen nach körperlicher Selbstbestimmung und staatlicher Regulierung erneut ins Zentrum gesellschaftlicher Auseinandersetzungen gerückt. Doch viele dieser Konflikte reichen weit zurück: Bereits seit dem 19. Jahrhundert prägen medizinhistorische, juristische und technologische Entwicklungen das Verhältnis zu Geschlecht und Gesundheit – und sie wirken bis in die Gegenwart fort.
Eine öffentliche Ringvorlesung an der Universität Konstanz widmet sich daher im Sommersemester 2025 den historischen Tiefen aktueller Debatten über Geschlecht, Körper und reproduktive Gerechtigkeit. Unter dem Titel „Female Ecologies. Körpertechnologien zwischen Wissen, Medien und Recht“ werden diese Entwicklungen diskutiert und ein interdisziplinäres Forum eröffnet, das Expertinnen aus verschiedenen Disziplinen Raum für ihre kritischen Analysen gibt. Die Ringvorlesung ist eine Veranstaltung der Universität Konstanz und wird unterstützt von deren Zentrum für Human | Data | Society (CHDS). Sie wird organisiert von Anne Kwaschik, Fach Geschichte und Mitglied des CHDS, sowie von Liane Wörner und Beate Ochsner, Direktorinnen des CHDS.
Ab dem 8. April 2025 werden jede Woche dienstags verschiedene Aspekte der aktuellen und historischen Diskussionen rund um die Weiblichkeit im Kontext der Wissens-, Rechts- und Mediengeschichte genauer beleuchtet. Im Zentrum der Veranstaltungen steht die Frage, wie Geschlechter- und Körpertechnologien seit dem 19. Jahrhundert die Vorstellungen von Gesundheit geprägt haben, aber auch wie die Wahrnehmung und Konstruktion von Geschlecht und Körper von Gesundheitskonzepten beeinflusst wird. Unter anderem zeigt Liane Wörner, Juristin und Mitglied der Kommission zur reproduktiven Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin, das Reformerfordernis Schwangerschaftsabbruch auf (15. April), die Genderforscherin Abena Yalley spricht über Gewalt im Kreißsaal in Ghana (29. April), Ute Kalender, Kulturwissenschaftlerin und Mitglied des Deutschen Ethikrates, hinterfragt die komplexe Techno-Ökologie KI-generierter Geschlechterbilder (13. Mai) und die Kulturanthropologin Anne-Sophie Reichert diskutiert das Erbe der feministischen Gesundheitsbewegung (8. Juli).
Die Ringvorlesung findet in deutscher Sprache statt, einzelne Vorträge sind in englischer Sprache. Die jeweiligen Veranstaltungen können ohne Voranmeldung sowohl vor Ort (Universität Konstanz, Raum F425) als auch online besucht werden.
Faktenübersicht
Ringvorlesung „Female Ecologies“
Wo: Universität Konstanz, Raum F425, sowie online (Link auf https://www.geschichte.uni-konstanz.de/forschung-geschichte/kwaschik/lehre/ringv...)
Wann: 8. April bis 15. Juli 2025 wöchentlich dienstags, 17 bis 18.30 Uhr
Veranstalterinnen: Prof. Dr. Anne Kwaschik, Prof. Dr. Beate Ochsner, Prof. Dr. Liane Wörner, Zentrum für Human | Data | Society
Weitere Informationen und das vollständige Programm: https://www.geschichte.uni-konstanz.de/forschung-geschichte/kwaschik/lehre/ringv...
Merkmale dieser Pressemitteilung:
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