Verantwortung für eine freie Wissenschaft
Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) unterstützt nachdrücklich die gemeinsame Erklärung der Allianz der Wissenschaftsorganisationen und des Bundesministers für Bildung und Forschung zur Bedeutung der Wissenschaftsfreiheit in liberalen, demokratischen Gesellschaften. Als Fachgesellschaft für die wissenschaftliche Psychologie schließen wir uns den dort formulierten Werten und Zielen ausdrücklich an. Die Freiheit von Forschung und Lehre, die internationale Kooperation sowie die institutionelle und individuelle Autonomie bilden auch für die psychologische Wissenschaft das Fundament ihrer Weiterentwicklung, ihrer gesellschaftlichen Relevanz und ihres Beitrags zu einer aufgeklärten, offenen und zukunftsfähigen Gesellschaft.
Psychologische Forschung leistet zentrale Beiträge zum Verständnis individueller und gesellschaftlicher Prozesse – von psychischer Gesundheit in allen Lebensbereichen, Lernverhalten, Entscheidungsprozessen und Kommunikation bis hin zu Fragen von Zusammenhalt, Demokratie, Diversität und Konfliktbewältigung. Damit ist sie in besonderem Maße auf ein Umfeld angewiesen, das wissenschaftliche Unabhängigkeit, den freien Austausch von Wissen und den Schutz vor politischer Einflussnahme garantiert.
Mit zunehmender Sorge und Bestürzung beobachten wir, dass die Freiheit der Wissenschaft in vielen Teilen der Welt zunehmend unter Druck gerät – ein alarmierender Trend, der die Grundlage unseres gemeinsamen Strebens nach Erkenntnis und gesellschaftlichem Fortschritt ins Wanken bringt. Die Freiheit der Wissenschaft ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein grundlegendes Prinzip, das wir aktiv verteidigen müssen.
Vor diesem Hintergrund ist es essenziell, sich entschieden für den Schutz und die Stärkung wissenschaftlicher Freiheit einzusetzen – national wie international. In diesem Sinne begrüßt die DGPs ausdrücklich das Bekenntnis zur Offenheit des deutschen Wissenschaftssystems und unterstützt das Anliegen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die in ihren Heimatländern nicht mehr frei arbeiten können und daher ihr Land verlassen möchten, Austauschmöglichkeiten und eine Perspektive im deutschen Wissenschaftssystem zu bieten. Gleichzeitig ist es uns ein zentrales Anliegen, bestehende wissenschaftliche Kooperationen mit Kolleginnen und Kollegen in Ländern, in denen die Freiheit der Wissenschaft bedroht ist, fortzuführen, zu stärken und solidarisch zu begleiten.
Wir unterstützen daher alle Bemühungen, die Attraktivität und Offenheit des deutschen Wissenschaftssystems zu erhalten und weiter zu stärken. Zugleich sehen wir es in unserer Verantwortung, jeder Form der Einschränkung wissenschaftlicher Freiheit entschieden entgegenzutreten – innerhalb unserer Fachgesellschaft ebenso wie auf nationaler und internationaler Ebene. Denn nur unter freien Bedingungen kann Wissenschaft ihr volles Potenzial entfalten und einen nachhaltigen Beitrag zu gesellschaftlicher Problemlösung und im Sinne aller Menschen leisten.
Die DGPs setzt sich daher weiterhin aktiv und verantwortungsvoll für ein freiheitliches, integres und international vernetztes Wissenschaftssystem ein – als Teil eines starken europäischen Forschungsraums und in enger Zusammenarbeit mit internationalen Partnerinnen und Partnern. Unsere Solidarität gilt all jenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die derzeit nicht frei forschen und lehren können. Wir stehen an ihrer Seite.
Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Psychologie
(Eva-Lotta Brakemeier, Annette Kluge, Jörn Sparfeldt, Matthias Nückles, Matthias Sperl, Robert Kumsta)
Link zur Erklärung der Allianz der Wissenschaftsorganisationen: https://www.allianz-der-wissenschaftsorganisationen.de/themen-stellungnahmen/gem...
Kontakt bei Rückfragen:
Prof. Dr. Eva-Lotta Brakemeier
Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychologie
Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie
Universität Greifswald
E-Mail: praesidentin@dgps.de
Pressekontakt:
Dr. Anne Klostermann
Pressestelle DGPs
Tel.: 030 28047718
E-Mail: pressestelle@dgps.de
Über die DGPs:
Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs e.V.) ist eine Vereinigung der in Forschung und Lehre tätigen Psychologinnen und Psychologen. Die über 5800 Mitglieder erforschen das Erleben und Verhalten des Menschen. Sie publizieren, lehren und beziehen Stellung in der Welt der Universitäten, in der Forschung, der Politik und im Alltag. Die Pressestelle der DGPs informiert die Öffentlichkeit über Beiträge der Psychologie zu gesellschaftlich relevanten Themen. Darüber hinaus stellt die DGPs Journalistinnen und Journalisten eine Expertendatenbank für Fachauskünfte zu einer großen Bandbreite an Fragestellungen bereit. Wollen Sie mehr über uns erfahren? Besuchen Sie die DGPs im Internet: www.dgps.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
Psychologie
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftspolitik
Deutsch
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