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04.04.2025 09:35

Europäischer Benchmark-Vergleich zeigt fünf Erfolgsfaktoren für die nachhaltige Leistungsfähigkeit der Bahn

Rainer Jung Abt. Öffentlichkeitsarbeit
Hans-Böckler-Stiftung

    04.04.2025

    Neue Branchenanalyse

    Europäischer Benchmark-Vergleich zeigt fünf Erfolgsfaktoren für die nachhaltige Leistungsfähigkeit der Bahn

    Was muss getan werden, um die Leistungen der Deutschen Bahn zu verbessern? Die Hans-Böckler-Stiftung hat die auf die Bahn- und Logistikbranche spezialisierte Beratungsgesellschaft SCI Verkehr beauftragt, diese Frage im Vergleich mit erfolgreichen Bahnen in Europa zu prüfen.

    Auf der Grundlage umfassender Datenanalysen zeigt die Studie mit einer „Benchmark Schiene in Europa“ fünf Handlungsfelder für eine Wende in der Bahnpolitik: Erstens eine gesicherte überjährige Finanzierung, zweitens eine an Zielen orientierte Finanzierung, drittens die staatliche Verantwortung für die gemeinwohlorientierten Unternehmensteile, viertens eine konsequente Digitalisierung und fünftens eine integrierte Verkehrspolitik.*

    Negative Schlagzeilen haben die Bahnpolitik in den öffentlichen Fokus gerückt und damit Fragen nach der Neuausrichtung der Deutschen Bahn. „Für die anstehenden strategischen Entscheidungen liefert die neue Studie nun wichtige Zahlen und Fakten“, sagt Christina Schildmann, Leiterin der Abteilung Forschungsförderung der Hans-Böckler-Stiftung. Verglichen werden die Leistungen der Schiene in Deutschland mit denen der Bahnsysteme in der Schweiz, Österreich, Frankreich, Spanien und Polen. Die umfangreichen Leistungsvergleiche verweisen auf fünf Erfolgsfaktoren für eine nachhaltige Leistungsfähigkeit der Deutschen Bahn:

    - Eine gesicherte überjährige Finanzierung wie in der Schweiz und in Österreich ermöglicht wirtschaftliches Handeln und effiziente Mittelverwendung durch planbare Kapazitätsallokation.

    - Eine ausreichende Mittelausstattung zur Erreichung politischer Ziele sichert ein qualitativ hochwertiges, resilientes Netz und stabilen Bahnbetrieb, basierend auf verbindlichen Zielvereinbarungen zwischen Politik und Bahn.

    - Eine klare Differenzierung zwischen gemeinwohlorientierten und wettbewerbsorientierten Unternehmensbereichen ist für die Daseinsvorsorge essenziell – ein Ansatz, den Deutschland mit der DB InfraGO begonnen hat, aber noch ausbauen muss.

    - Eine systematische Digitalisierungsstrategie für das Schienennetz: ETCS, digitale Stellwerke und Automatische Kupplung im Güterverkehr erfordern entschiedene, planbare Schritte.

    - Eine verkehrsträgerübergreifende Politik der CO2-Vermeidung fördert den Schienenanteil neben ausreichender Finanzierung insbesondere durch Maßnahmen wie CO2-Bepreisung und Deutschlandticket. In der Schweiz und Österreich gibt es zudem etwa Nachtfahrverbote für LKW.

    Im Fokus der deskriptiven Analyse mit Benchmark-Ansatz stehen zentrale Kennzahlen wie Marktgröße, Regulierung, Investitionen und betriebliche Leistung. Detailliert erfasst für jeweils alle untersuchten Länder werden Branchenstruktur, Markttrends, Beschäftigungsentwicklung und Innovationen.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Rainer Jung
    Leiter Pressestelle
    Tel.: 0211-7778-150
    E-Mail: Rainer-Jung@boeckler.de


    Originalpublikation:

    *Alexander Borchers, Maria Leenen, Tristan Mittelhaus: Branchenanalyse Schienenverkehr. Schienenverkehr im europäischen Vergleich: Empfehlungen für eine bessere Bahn in Deutschland. Working Paper der Forschungsförderung der Hans-Böckler-Stiftung, April 2025. Download: https://www.boeckler.de/de/faust-detail.htm?sync_id=HBS-009102


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Gesellschaft, Politik, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

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