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04.01.2026 23:22

dfi-Symposium 2026: Work in Progress – Repräsentationen von Arbeit im Dokumentarfilm

Ute Dilger Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Kunsthochschule für Medien Köln

    Das Symposium der Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW e.V. (dfi) findet auch in diesem Jahr wieder in Kooperation mit der Kunsthochschule für Medien Köln statt – unter Mitwirkung von Prof. Alejandro Bachmann und Studierenden der KHM.
    Das Filmprogramm zeigt u. a. Filme der KHM-Absolvent*innen Anke Limprecht, Lukas Marxt, Katharina Pethke und Lia Sudermann.

    Donnerstag und Freitag, 15. und 16. Januar 2026, ganztägig
    Filmhaus Köln, Maybachstr. 111, 50670 Köln
    Um Anmeldung wird gebeten

    Arbeit strukturiert unser Leben: Sie formt Alltagspraktiken, prägt Identitäten und konstituiert soziale Verhältnisse. Doch viele Arbeitsrealitäten sind uns fremd und bleiben unsichtbar, verborgen in Produktionshallen, digitalen Räumen, privaten Haushalten oder prekären Nischen. Der Dokumentarfilm überschreitet in seinem Interesse an der Beobachtung, Archivierung und kritischen Befragung von Wirklichkeit kontinuierlich diese Schwellen der Sichtbarkeit, um das ins Bild zu rücken, was sich unserem Blick gewöhnlich entzieht: Arbeitskontexte, -praktiken und -prozesse sowie die Strukturen und Machtverhältnisse, in die sie eingebettet sind.

    In der Vielfalt der Arbeitswelten, die der Dokumentarfilm dabei betritt und sichtbar macht, spiegelt sich auch die Vielfalt seiner Themen und ästhetischen Ansätze: von der zurückhaltenden Beobachtung traditioneller Handwerksberufe, die im Zuge von Globalisierung und Automatisierung dem Verschwinden anheimgegeben sind, über Darstellungen körperlicher Arbeit, die in ihrer physischen wie psychischen Belastung unmittelbar erfahrbar gemacht wird, oder der Problematisierung von Arbeitsmigration, digitaler Prekarisierung und den Ausbeutungsmechanismen der „New Economy“, in der Arbeitsverhältnisse zunehmend entindividualisiert und entmenschlicht werden. In etlichen Filmen verdichten sich die Beobachtung von hierarchisierten Arbeitsabläufen und -strukturen in Fabriken, Bürokratien oder Dienstleistungssektoren zu Institutionen-Porträts. Sowohl feministische Perspektiven, die unsichtbare, unentlohnte und unverzichtbare Care-Arbeit ins Blickfeld rücken und deren gerechte Entlohnung fordern, als auch aktivistische Filme begreifen die Kamera als Werkzeug des Widerstands, das nicht nur dokumentiert und abbildet, sondern als Brandbeschleuniger in sozialen Kämpfen wirkt. Reflexive Praktiken hinterfragen schließlich die sozialen und ökonomischen Bedingungen der Filmproduktion und analysieren, wie diese die Repräsentationen von Arbeit beeinflussen.

    Das zweitägige Symposium der dfi dokumentarfilminitiative erkundet in gemeinsamen Sichtungen, Werkstattgesprächen, Vorträgen und informellen Diskussionsformaten die ästhetischen, ethischen und politischen Dimensionen der dokumentarischen Praxis in den Spannungsfeldern von Arbeit: Welche Strategien entwickelt der Dokumentarfilm, um unsichtbare oder marginalisierte Arbeitsformen sichtbar zu machen? Wie zeigt er Arbeit im Wandel – von traditionellen Berufen bis zu neoliberalen Arbeitsideologien – und wie trägt er zu ihrer Archivierung bei? Aus welcher Position heraus blickt er auf oder spricht er über Arbeit? Welche sozialpolitischen Potenziale entfaltet er im Kontext seiner Entstehungszeit und aus heutiger Perspektive? Wie dekonstruiert er als Medium des Widerstands und der gesellschaftlichen Transformation ihre hegemonialen Bilder, um neue Narrative zu entwerfen? Und inwiefern werden Fragen der Repräsentation, die eigene dokumentarische Arbeit und ihre Produktionsbedingungen zum Gegenstand filmischer Reflexion?



    Die Veranstaltung bietet Raum für theoretische Auseinandersetzung, praktischen Austausch und interdisziplinäre Vernetzung und richtet sich an Dokumentarfilmschaffende, Produzent:innen, Film- und Sozialwissenschaftler:innen sowie den filmischen und akademischen Nachwuchs, Journalist:innen, Aktivist:innen und alle, die sich für das Verhältnis von Arbeit, Gesellschaft und Dokumentarfilm interessieren.



    
Teilnahmebeitrag: 2 Tage: 55 € / 35 € ermäßigt | 1 Tag: 35 € / 20 € ermäßigt | 1/2 Tag: 20 € / 12 € ermäßigt

    

Eine Veranstaltung der dfi Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW e.V.; Förderung: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Kulturamt der StadtKöln, VFF – Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten; In Kooperation mit AG DOK Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm, Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V., Duisburger Filmwoche, Filmhaus Köln, Kunsthochschule für Medien Köln, Köln im Film, Netzwerk Filmkultur NRW, Werkleitz Gesellschaft e.V.



    Konzept & Programm: Michelle Koch

    Pressekontakt: Stefanie Görtz
    mobil: 0170-2037198
    goertz@dokumentarfilminitiative.de

    Die dfi dokumentarfilminitiative ist das Forum für den Dokumentarfilm in Nordrhein-Westfalen. Wir bieten Informationen, Recherchen und Diskussionen für die dokumentarische Branche, den Nachwuchs und die interessierte Öffentlichkeit.

    Programm und Anmeldung finden Sie auf der Webseite der dfi:
    https://www.dokumentarfilminitiative.de


    Weitere Informationen:

    https://www.dokumentarfilminitiative.de


    Bilder

    Still aus "O! FORTUNA! work in progress I-VI", 2017, Regie: Karin Berger
    Still aus "O! FORTUNA! work in progress I-VI", 2017, Regie: Karin Berger

    Copyright: Karin Berger


    Anhang
    attachment icon WORK IN PROGRESS – Repräsentation von Arbeit im Dokumentarfilm

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler
    Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Kunst / Design, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Pädagogik / Bildung
    überregional
    Kooperationen, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

    Still aus "O! FORTUNA! work in progress I-VI", 2017, Regie: Karin Berger


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