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06.01.2026 11:00

Tübinger Forschende machen CAR T-Zellen fit gegen aggressive Tumoren

Bianca Hermle Kommunikation und Medien
Universitätsklinikum Tübingen

    Forschende des Universitätsklinikums Tübingen und des Exzellenzclusters iFIT
    haben eine Methode etabliert, um die CAR T-Zelltherapie gezielt zu verbessern.
    Durch die Anwendung von CRISPR-Base-Editing, eine abgewandelte Form der
    klassischen „Genschere“, welche eine besonders präzise und sichere Gentherapie
    ermöglicht, lassen sich Immunzellen so verändern, dass sie Tumorzellen wirksamer
    bekämpfen – auch bei bisher schwer zu therapierenden soliden Tumoren. Die
    Ergebnisse der im Fachjournal Nature Cancer veröffentlichten präklinischen Studie
    könnten neue Wege für personalisierte Krebstherapien eröffnen.

    Bei der Therapie mit CAR T-Zellen werden patienteneigene Immunzellen
    gentechnisch so verändert, dass sie Tumorzellen erkennen und zerstören können.
    Bei Blutkrebserkrankungen zeigt diese Behandlung bereits große Erfolge. Doch bei
    einigen Patientinnen und Patienten ist die Wirksamkeit der Therapie nicht
    ausreichend, so dass es zu einem Fortschreiten oder Rückfall der Erkrankung kommt.
    Bei soliden Tumoren, etwa bei Lungenkrebs oder Brustkrebs, blieb sie bisher
    weitgehend erfolglos. Das Team des Tübinger Universitätsklinikums arbeitet nun
    daran, diese Hürden zu überwinden.

    Präzise Feinanpassung durch Gen-Modifikation

    Um die Wirksamkeit der CAR T-Zellen zu erhöhen, nutzten die Forschenden die
    sogenannte CRISPR-Base-Editing-Technologie. Mit ihr lassen sich gezielt einzelne
    „Buchstaben“ im Erbgut verändern. So können wichtige Signalwege in den Zellen
    präzise angepasst werden. „Unsere Methode erlaubt es, CAR T-Zellen fein
    abzustimmen und dabei ihre natürlichen Eigenschaften positiv zu beeinflussen“,
    erklärt Erstautor der Studie Dr. Philip Bucher. „Damit schaffen wir die Grundlage für
    wirksamere und langlebigere Zelltherapien.“

    Erfolg auch bei soliden Tumoren

    In präklinischen Mausmodellen testete das Team die modifizierten Immunzellen
    sowohl bei initialem und wiederkehrendem Blutkrebs nach zunächst erfolgreicher
    CAR T-Zell-Therapie als auch beim metastasierten Neuroblastom – der häufigsten
    soliden extrakraniellen Krebserkrankung bei Kindern. Dieser seltene, bösartige
    Tumor tritt meist im Bauchraum oder Brustkorb auf, und hat seinen Ursprung meist
    aus dem Nebennierenmark oder den Nervensträngen entlang der Wirbelsäule. In
    diesen schwer zu behandelnden Modellen zeigten die modifizierten Immunzellen
    eine deutlich stärkere und länger anhaltende Wirkung als bisherige Ansätze. Damit
    liefern die Ergebnisse wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der CAR T-Zelltherapie, insbesondere bei bislang schwer behandelbaren Krebsformen.

    Perspektive für künftige Behandlungen

    Langfristig könnten solche präzisen Genveränderungen die Anwendung der CAR T-Zelltherapie erheblich verbessern – und mehr Patientinnen und Patienten Zugang zu
    innovativen Behandlungsformen ermöglichen. „Unsere Ergebnisse verdeutlichen,
    dass gezielte molekulare Eingriffe die Effektivität von Zelltherapien deutlich steigern
    können“, betont Studienleiterin Prof. Dr. Judith Feucht. „Das bringt uns dem Ziel,
    Rezidive zu vermeiden und die CAR T-Zell-Therapie auch im Kontext solider
    Krebserkrankungen zu etablieren, entscheidend näher“, ergänzt Jun. Prof. Dr. Josef
    Leibold, der sich die Studienleitung mit Prof. Feucht teilt. Erstautor Bucher und die
    beiden Professoren Feucht und Leibold forschen in Deutschlands einzigem
    onkologischen Exzellenzcluster, dem „Image-Guided and Functionally Instructed
    Tumor Therapies“, kurz „iFIT“ an der Medizinischen Fakultät der Universität
    Tübingen.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Judith Feucht & Jun. Prof. Dr. Josef Leibold


    Originalpublikation:

    https://www.nature.com/articles/s43018-025-01099-7


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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