Der Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) fordert angesichts der Anpassung der Entgelte in den Forschungsdatenzentren (FDZ) der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder eine nachhaltige Finanzierung der Dienstleistungen der FDZ durch die Wissenschaftsressorts zur Stärkung der Wissenschaft in Deutschland.
Zum 1. Januar 2026 ist die Anpassung des Leistungs- und Entgeltverzeichnisses der FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder in Kraft getreten. Die FDZ der amtlichen Statistik kündigten die Entgelterhöhung als Folge der Änderung der Gebührenstruktur bereits im April 2024 an; der Wissenschaftliche Beratungskreis (WBK) der FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder sowie der Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) nahmen daraufhin Stellung.
Aus Sicht des RatSWD, der sowohl die Datennutzenden als auch die Datenproduzierenden vertritt, beeinträchtigt die Unterfinanzierung der Dienste der FDZ seit langem die Entwicklung dieser für die empirische Forschung sehr relevanten Forschungsdateninfrastruktur in Deutschland.
Der RatSWD bekräftigt nun seine damalige Position: Er erkennt an, dass für den Betrieb der FDZ eine Entgelterhöhung als Inflationsausgleich für die insgesamt gestiegenen Kosten nötig ist. Jedoch sollten aus Sicht des RatSWD die verfehlten Refinanzierungsquoten der FDZ auch nicht teilweise auf die Datennutzenden umgelegt werden. Der RatSWD warnt davor, dass infolge höherer Kosten ein gleichberechtigter Zugang zur Forschungsdateninfrastruktur gefährdet ist und die Arbeit von Forschenden der empirischen Sozial-, Verhaltens-, Bildungs- und Wirtschaftsforschung weiter eingeschränkt wird. Daher begrüßt er, dass zumindest die Kosten für die Nutzung der Daten für Qualifikationsarbeiten sowie von Scientific Use Files (SUF) im Rahmen der Off-Site-Nutzung durch die Entgeltanpassung gesunken sind.
Der RatSWD sieht vor dem Hintergrund der gestiegenen Kosten für die Datennutzung Handlungsbedarf in zwei Bereichen, um einen forschungsfreundlichen Datenzugang für exzellente empirische Wissenschaft sicherzustellen: Erstens spricht er sich im Rahmen des geplanten Forschungsdatengesetzes für eine gesetzliche Verankerung der FDZ der amtlichen Statistik aus. Zweitens fordert der RatSWD eine nachhaltige Finanzierung der FDZ, da diese für die Wissenschaft von zentraler Bedeutung sind. Nur wenn die FDZ als wesentlicher Teil der Forschungsinfrastruktur für die Erbringung ihrer Dienstleistungen dauerhaft ausreichend Ressourcen erhalten, kann die deutsche Forschungslandschaft im internationalen Wettbewerb um empirische Spitzenforschung und evidenzbasierte Politikberatung bestehen.
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Der Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) berät seit 2004 die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in Fragen der Forschungsdateninfrastruktur für die empirischen Sozial-, Verhaltens-, Bildungs- und Wirtschaftswissenschaften. Im RatSWD arbeiten zehn durch Wahl legitimierte Vertreterinnen und Vertreter der sozial-, verhaltens-, bildungs- und wirtschaftswissenschaftlichen Fachdisziplinen mit zehn Vertreterinnen und Vertretern der Datenproduktion zusammen.
Der RatSWD ist Teil von KonsortSWD – NFDI4Society – dem Konsortium für die Sozial-, Verhaltens-, Bildungs- und Wirtschaftswissenschaften in der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Er versteht sich als institutionalisiertes Forum des Dialoges zwischen Wissenschaft und Datenproduzenten und erarbeitet Empfehlungen und Stellungnahmen. Dabei engagiert er sich für eine Infrastruktur, die der Wissenschaft einen breiten, flexiblen und sicheren Datenzugang ermöglicht. Diese Daten werden von staatlichen, wissenschaftsgetragenen und privatwirtschaftlichen Akteuren bereitgestellt. Derzeit hat der RatSWD 39 Forschungsdatenzentren akkreditiert und fördert deren Kooperation.
Pressekontakt:
Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD)
Geschäftsstelle
David Prinz
Am Friedrichshain 22 (HUSS Medien-Haus)
10407 Berlin
Tel.: +49 30 25491-826
Web: https://www.ratswd.de/
E-Mail: david.prinz@ratswd.de
https://www.forschungsdatenzentrum.de/de/neue-entgelte Anpassung des Leistungs- und Entgeltverzeichnisses in den FDZ ab 2026.
https://www.destatis.de/DE/Ueber-uns/Aufgaben/stellungnahme-wbk-gebuehrenstruktu... WBK-Stellungnahme, 22.04.2024.
https://www.konsortswd.de/wp-content/uploads/RatSWD-Stellungnahme-Entgelterhoehu... RatSWD-Stellungnahme, 17.06.2024.
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
fachunabhängig
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftspolitik
Deutsch

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