Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat eine Emmy Noether-Gruppe am Weizenbaum-Institut bewilligt. Das Projekt „Ortsbasierte Themenöffentlichkeiten: Die Neuordnung lokaler Öffentlichkeiten in einer digitalisierten und globalisierten Welt“ wird von Dr. Daniela Stoltenberg aufgebaut und geleitet. Die DFG fördert die Forschungsgruppe für sechs Jahre mit rund 1,6 Millionen Euro. Das Projekt ist ein hochdotiertes Drittmittelvorhaben, das die Spitzenforschung am Weizenbaum-Institut stärkt.
Die Forschungsgruppe der Kommunikationswissenschaftlerin Stoltenberg wird ab dem 1. Januar 2026 untersuchen, wie Online-Debatten über lokale Ereignisse verlaufen, welche Akteure die Diskussion antreiben und welche gesellschaftlichen Auswirkungen dies hat.
Von lokal zu global: Digitale Öffentlichkeit im Wandel
Lokale Ereignisse sind längst nicht mehr nur vor Ort relevant: Sie werden online diskutiert und verbreiten sich über soziale Medien national und international. So geraten eigentlich lokal stattfindende Ereignisse in den Zusammenhang globaler Kontroversen – sei es in politischen Debatten, bei Umweltfragen oder im Umgang mit Migration. Dr. Stoltenberg und ihr Team untersuchen, wie lokale Akteure auf diese Aufmerksamkeit reagieren, welche Strategien sie im Umgang damit entwickeln und wie sich sozialräumliche Ordnungen verändern.
Fallstudien in Deutschland, Polen und England
Die Emmy Noether-Gruppe analysiert Städte in Deutschland, Polen und dem Vereinigten Königreich, die durch gesellschaftlich relevante Ereignisse nationale oder internationale Aufmerksamkeit erlangt haben. Dabei werden computergestützte Analysen großer Mediendaten mit qualitativen Interviews und Feldforschung kombiniert, um sowohl überregionale Diskurse als auch die Perspektiven der lokalen Beteiligten zu erfassen. Sie liefert damit neue Einsichten in die Funktionsweise digitaler Öffentlichkeiten und stärkt die Forschung zu lokal-globalen Kommunikationsprozessen.
Kooperation und Netzwerk
Die Emmy Noether-Gruppe „Lokale digitale Öffentlichkeiten“ wird am Weizenbaum-Institut im Forschungsschwerpunkt „Digitale Märkte und Öffentlichkeiten“ beheimatet sein. Sie ist zudem am Sonderforschungsbereich „Re-Figuration von Räumen“ der Technischen Universität Berlin assoziiert und arbeitet eng mit internationalen Partnern sowie anderen Forschungsgruppen des Weizenbaum-Instituts zusammen.
Weitere Informationen
Lesen Sie das Interview „Vom Dorf zur Weltbühne: Die Entgrenzung lokaler Konflikte im digitalen Zeitalter“ https://www.weizenbaum-institut.de/news/detail/vom-dorf-zur-weltbuehne-die-entgr... mit der Leiterin der Forschungsgruppe Dr. Daniela Stoltenberg.
Zur Person
Daniela Stoltenberg promovierte in Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Freien Universität Berlin, an der sie zuvor ebenfalls Kommunikationswissenschaft und Politikwissenschaft studiert hat. Ihre unter dem Titel „The Spaces of Public Issues: How Social Media Discourses Shape Public Imaginations of Issue Spatiality” (Routledge, 2024) erschienene Dissertation wurde mit dem Dissertationspreis der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) ausgezeichnet.
Das Emmy Noether-Programm
Die DFG eröffnet damit herausragenden Wissenschaftler:innen in frühen Karrierephasen die Möglichkeit, sich durch die eigenverantwortliche Leitung einer Nachwuchsgruppe über einen Zeitraum von sechs Jahren für eine Professur zu qualifizieren. Mit der Förderung wird Dr. Daniela Stoltenberg ihre Forschungsgruppe, empirische Untersuchungen und die Präsentation von Ergebnissen auf internationalen Konferenzen finanzieren.
Über das Weizenbaum-Institut
Das 2017 gegründete Weizenbaum-Institut erforscht die Auswirkungen der fortschreitenden Digitalisierung auf unsere Gesellschaft. Seine Forschungsthemen reichen von Künstlicher Intelligenz und Plattformökonomie über digitale Demokratie und Nachhaltigkeit bis zu Fragen von Sicherheit, Teilhabe und Gerechtigkeit im digitalen Wandel. Es trägt mit seinen Handlungsempfehlungen dazu bei, dass die digitale Transformation nachhaltig, selbstbestimmt und verantwortungsvoll gestaltet wird. Das Weizenbaum-Institut wird von einem Verbund aus sieben Partnern getragen, dem die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Technische Universität Berlin, die Universität der Künste Berlin, die Universität Potsdam, das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) angehören. Finanziert wird das Institut vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und dem Land Berlin. Es hat seinen Standort in Berlin.
PRESSEKONTAKT
Jasmine Ait-Djoudi
Leitung Kommunikation
E-Mail: jasmine.ait-djoudi@weizenbaum-institut.de
Tel.: +49 (0)30 700 141 010
Mobil: +49 (0)160 998 268 11
Dr. Daniela Stoltenberg daniela.stoltenberg@weizenbaum-institut.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Informationstechnik
überregional
Forschungsprojekte, Personalia
Deutsch

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