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13.01.2026 17:58

So hilft das an der HSBI beheimatete Netzwerk hdw nrw, Professor:innen und Dozent:innen besser und zeitgemäß zu lehren

Dr. Lars Kruse Ressort Hochschulkommunikation
Hochschule Bielefeld

    Wie kann man theoretische und praktische Inhalte an Hochschulen so vermitteln, dass sie gut gelernt werden? Das Netzwerk Hochschuldidaktische Weiterbildung NRW gibt mit seinem breitgefächerten Weiterbildungsangebot Antworten darauf. Neben grundsätzlichen didaktischen Fragen werden auch aktuelle Herausforderungen wie der Einsatz von KI thematisiert. Das Netzwerk besteht aus 19 HAWs, die Fäden laufen in der Geschäftsstelle an der Hochschule Bielefeld zusammen.

    Hochschuldidaktische Weiterbildung? „Das galt noch vor 25 Jahren als eine Art Nachhilfe für diejenigen, die es nötig haben“, sagt Prof. Dr. Tobina Brinker, Honorarprofessorin am Fachbereich Wirtschaft der Hochschule Bielefeld (HSBI). Seitdem hat sich diese Einstellung grundlegend geändert. Dazu beigetragen hat nicht zuletzt das Netzwerk Hochschuldidaktische Weiterbildung NRW (Netzwerk hdw nrw). Es vermittelt nicht nur grundlegende didaktische Kenntnisse, sondern macht Lehrende auch fit für aktuelle und künftige Herausforderungen der Lehre etwa durch den Einsatz digitaler Technologien. Gegründet 1998 von der Landesrektor:innenkonferenz NRW mit Anschubfinanzierung des Ministeriums für Wissenschaft und Forschung NRW, soll das Netzwerk hdw nrw als gemeinsame Einrichtung von heute 19 Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) helfen, die Qualität der Lehre zu verbessern.

    Die Alternative zum Frontalunterricht ist seminaristisch, aktivierend und anwendungsorientiert

    Wer auf eine Professur an eine HAW berufen wird, muss in der Regel zwar Erfahrung in der Lehre, z.B. als Lehrbeauftragte, mitbringen, aber didaktisches Wissen und Vermittlungskompetenz sind vom Know-how her oft nicht so stark ausgeprägt wie die ebenfalls obligatorische wissenschaftliche und berufliche Vorerfahrung. „Die Folge war, dass vor der Gründung des Netzwerks hdw nrw, viele Lehrende einfach so lehrten, wie sie es selbst einst erlebt haben: als Vorlesung“, so Tobina Brinker. Dabei seien gerade an einer praxisorientierten HAW andere Formate als Frontalunterricht und Vorträge ausschlaggebend für den Lernerfolg, weiß die Bildungsexpertin: „Die Lehre sollte eher seminaristisch angelegt sein, wissenschaftlich und theoretisch fundiert, aber aktivierend und anwendungsorientiert umgesetzt.“ Um die Lehrenden mit dem nötigen Handwerkszeug für eine solche Lehre auszustatten, baute Brinker das Netzwerk hdw nrw federführend mit auf, erst an der damaligen FH Bielefeld, damals einer von ursprünglich drei Standorten des Netzwerks, inzwischen als Leiterin der zentralen Geschäftsstelle des gewachsenen Netzwerks, angesiedelt an der HSBI.

    Im dritten Stock des Hauptgebäudes mit direktem Blick auf den Teutoburger Wald sitzt Tobina Brinker gutgelaunt an einem Gruppentisch mitten in einem großzügigen Seminarraum. Hinter einer Grünpflanze verstecken sich Gymnastik-Utensilien, im Bücherregal stapelt sich didaktische Fachliteratur, ein Flipchart steht bereit. „Es sollte ein gestaltbarer Raum sein, ohne Vorne und Hinten. Eben kein Hörsaal, in dem Lehrende Vorträge halten“, erklärt sie mit einem Augenzwinkern. Sondern ein Raum, in dem Teilnehmende und Dozent:innen in Workshops aktiv zusammenarbeiten. Oder in dem sich, wie jetzt, das Leitungsteam der Geschäftsstelle zur Besprechung trifft. Zum Team gehören neben der Geschäftsführerin Brinker auch Alexander Kobusch, zuständig für die Qualitätsentwicklung im Netzwerk, und Dr. Martina Emke, die das Weiterbildungsprogramm koordiniert.

    Referent:innen aus der Hochschullehre bieten Workshops zu KI an

    Emke hat den neuen Programm-Flyer für das erste Halbjahr 2026 mitgebracht: Auffallend viele Angebote beschäftigen sich mit digitalen Technologien, vor allem mit Künstlicher Intelligenz (KI). „Besonders die Veränderungen durch KI treiben die Lehrenden momentan um. Sie wollen wissen, wie sie KI in der Lehre begegnen können und sollten, wie KI eingesetzt und genutzt werden kann“, sagt die Koordinatorin. Das Netzwerk hdw nrw hat vorausschauend reagiert und den Bedarf im Programm aufgegriffen: Verschiedene Kurse vermitteln das Handwerkszeug zum Umgang mit KI-Tools wie Chat-GPT, durchleuchten die Möglichkeiten und den Nutzen von KI für Forschung und Lehre oder reflektieren, was sich durch KI in der Lehre und im Rollenverständnis der Lehrenden ändert. Die Herausforderung, so Emke: „Bei KI ist noch alles im Fluss. Die Veränderungen sind so gravierend und die Entwicklung ist so schnell, dass noch niemand genau weiß, welche Fähigkeiten Lehrende und Lernende genau benötigen werden im Umgang mit KI“, sagt Emke.

    Das Netzwerk hdw nrw setzt deshalb – wie auch bei anderen Themen – vor allem auf Referent:innen, die aus der Praxis kommen, das heißt: aus der Hochschullehre. „Sie setzen die neuen Technologien selbst schon in der Lehre ein, manche forschen sogar dazu und können auf Augenhöhe ihr Wissen, ihre Erfahrungen und Erkenntnisse vermitteln“, sagt Tobina Brinker und betont, dass die Inhalte der Workshops immer auch wissenschaftlich flankiert sind: „Wir arbeiten eng mit der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik zusammen und setzen die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Lehren und Lernen in unserem Programm um, damit sich auch die Lehre genau wie die vermittelten Inhalte weiterentwickeln kann und die Lehrenden auch didaktisch stets auf dem neuesten Stand sind.“

    Basiskurse zu Grundlagen des Lernens und Lehrens und zur Konzeption von Lehrveranstaltungen

    Das Weiterbildungsangebot greift nicht nur aktuelle Herausforderungen auf, sondern Themen aus der gesamten Bandbreite der Hochschullehre, von Basiskursen zu Grundlagen des Lernens und Lehrens oder zur Konzeption von Lehrveranstaltungen über vertiefende Kurse zu verschiedenen Lehrmethoden bis hin zum Training von Schlüsselkompetenzen. „Das Angebot richtet sich an alle Personen der angeschlossenen HAWs, die Lehraufgaben übernehmen, teils aber auch speziell an neuberufene Professor:innen“, erläutert Martina Emke. Letztere haben zwar besonders viel Bedarf, aber aufgrund der vielen neuen Aufgaben auch besonders wenig Zeit. Deswegen gilt an der HSBI das sogenannte „Bielefelder Modell“: „Neuberufene bekommen in den ersten Semestern eine Ermäßigung ihrer Lehrverpflichtung, wenn sie unsere Einführungskurse besuchen“, so Brinker. „So können sie sich gleich zu Beginn mit Hochschuldidaktik auseinandersetzen, bevor sich ungünstige Verhaltensweisen in der Lehre eingeschliffen haben.“ Das in Bielefeld entwickelte Modell der Lehr-Ermäßigung haben inzwischen auch andere HAWs eingeführt.

    Aber auch ohne einen solchen Anreiz sind die Veranstaltungen des Netzwerks hdw nrw gefragt: In diesem Jahr wurden 140 offene Workshops durchgeführt mit insgesamt rund 1.200 Teilnehmenden, dazu gut 600 Teilnehmende in 70 Inhouse-Workshops, die von einzelnen Mitgliedshochschulen gebucht wurden. Besonders beliebt sind Online-Formate, die sich ohne Reise-Aufwand leichter in den oft vollen Tagesplan integrieren lassen. „Für einige Themen ist Präsenz aber durchaus wichtig und nützlich“, sagt Alexander Kobusch und deutet auf das Gymnastik-Equipment. Generell zeigt für Kobusch die hohe Nachfrage, dass hochschuldidaktische Weiterbildung für viele mittlerweile zur Berufsbiographie gehört: „Manche haben schon 50 Veranstaltungen bei uns besucht, andere beschäftigen sich erst nach ein paar Jahren an der Hochschule mit innovativer Hochschullehre.“ Tobina Brinker freut das: „Auch die Lehre bleibt nicht stehen, sie muss auf aktuelle Veränderungen reagieren und auch agieren, um neue Gestaltungsimpulse zu geben.“

    Über das Netzwerk hdw nrw

    Das Weiterbildungsprogramm des Netzwerks hdw nrw bietet neben einzelnen Workshops auch ein Zertifikatsprogramm an, das mehrere Workshops zu einer umfassenden, zertifizierten Weiterbildung zusammenfasst. Die Teilnahme ist für Angehörige der Mitgliedshochschulen in der Regel kostenfrei. Zum Angebot gehören darüber hinaus persönliche Coachings zur Vertiefung individueller Themen und Arbeitskreise, in denen Lehrende sich selbstorganisiert zu fachdidaktischen Themen austauschen.

    https://www.hdw-nrw.de/


    Weitere Informationen:

    https://www.hsbi.de/presse/pressemitteilungen/so-hilft-das-an-der-hsbi-beheimate... Pressemitteilung auf www.hsbi.de


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    Das Team der hdw nrw: (v.l.) Alexander Kobusch, zuständig für die Qualitätsentwicklung im Netzwerk, Geschäftsführerin Prof. Dr. Tobina Brinker und Dr. Martina Emke, Koordinatorin des Weiterbildungsprogramms
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    Copyright: K. Schradi/HSBI

    Das Netzwerk hdw nrw als gemeinsame Einrichtung von heute 19 Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) soll helfen, die Qualität der Lehre zu verbessern.
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    Copyright: K. Schradi/HSBI


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    fachunabhängig
    überregional
    Studium und Lehre, wissenschaftliche Weiterbildung
    Deutsch


     

    Das Team der hdw nrw: (v.l.) Alexander Kobusch, zuständig für die Qualitätsentwicklung im Netzwerk, Geschäftsführerin Prof. Dr. Tobina Brinker und Dr. Martina Emke, Koordinatorin des Weiterbildungsprogramms


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