Die Logistikbranche zählt zu den zentralen Wirtschaftszweigen Deutschlands – doch
in ihren Führungsetagen sind Frauen nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. Der
Frage, warum das so ist, sind Prof. Dr. Fridtjof Langenhan und Prof. Dr. Friedwart
Lender gemeinsam mit Studierenden des Masterstudiengangs Supply Chain
Management und Logistik an der Hochschule Hof nachgegangen. Die nun
veröffentlichte Studie trägt den Titel „Strategien zur Gewinnung und Förderung
weiblicher Führungskräfte im Logistikbereich: Ergebnispapier einer Studie an der
Hochschule Hof“ und gibt Hinweise auf noch bestehende Hürden für weibliche
Führungskräfte.
Die Ergebnisse zeigen ein klares Bild: Während der Frauenanteil in Führungspositionen
branchenübergreifend in Deutschland bei rund 29 Prozent liegt, erreicht er in der Logistik
lediglich etwa 19 Prozent. „Die Logistikbranche weist im Vergleich zu anderen
Wirtschaftszweigen eine besonders ausgeprägte Unterrepräsentanz von Frauen in
Führungsfunktionen auf“, betont Prof. Dr. Fridtjof Langenhan. Vor diesem Hintergrund
analysiert die Studie sowohl die Ursachen dieser Ungleichverteilung als auch die Faktoren,
die die Bereitschaft von Frauen beeinflussen, eine Führungsposition im Logistikbereich
anzustreben. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Region Hochfranken, die zusätzlich
durch standortbezogene Herausforderungen geprägt ist.
Wissenschaftlich fundierter Mixed-Methods-Ansatz
Methodisch folgt die Untersuchung einem Mixed-Methods-Ansatz. Sie kombiniert eine
systematische Literaturrecherche mit zwei standardisierten Online-Befragungen von LogistikAbsolventinnen und Masterstudierenden der Hochschule Hof (n = 105) sowie einem leitfadengestützten Interview. „Uns war wichtig, quantitative und qualitative Perspektiven zusammenzuführen, um ein möglichst differenziertes Bild der Situation zu erhalten“, erklärt Prof. Dr. Friedwart Lender.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass insbesondere starre Arbeits- und Führungsmodelle, eine männlich dominierte Unternehmenskultur, Defizite bei der Vereinbarkeit von Beruf und
Familie sowie der Mangel an gezielten Förderprogrammen und weiblichen Vorbildern
zentrale Barrieren darstellen.
Klare Handlungsempfehlungen für die Praxis
Gleichzeitig identifiziert die Studie konkrete Ansatzpunkte zur Verbesserung der Situation:
Flexible Führungsmodelle, eine gute Work-Life-Balance, transparente Karrierepfade,
Weiterbildungsangebote sowie Mentoring-Programme gelten als wesentliche
Voraussetzungen, um den Anteil weiblicher Führungskräfte in der Logistik nachhaltig zu
erhöhen. „Die empirischen Befunde zeigen deutlich, dass strukturelle Veränderungen und
gezielte Förderinstrumente Hand in Hand gehen müssen“, so Prof. Dr. Lender.
Auf Basis der Ergebnisse leitet die Studie praxisorientierte Handlungsempfehlungen ab, die sowohl Unternehmen als auch politische und regionale Akteure adressieren. Damit liefert sie auf Grundlage der Umfrageergebnisse und Recherchen Impulse zur Gewinnung und Förderung weiblicher Führungskräfte in der Logistik – sowohl auf regionaler als auch auf nationaler Ebene.
Die Studie ist frei verfügbar unter:
https://doi.org/10.57944/1051-263
Prof. Dr. Friedwart Lender
Prof. Dr. Fridtjof Langenhan
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
Verkehr / Transport, Wirtschaft
überregional
Forschungsergebnisse
Deutsch

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