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16.01.2026 14:15

Zwischen Potenzial und Realität: Warum Frauen in der Logistik seltener führen

Rainer Krauß Hochschulkommunikation
Hochschule Hof - University of Applied Sciences

    Die Logistikbranche zählt zu den zentralen Wirtschaftszweigen Deutschlands – doch
    in ihren Führungsetagen sind Frauen nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. Der
    Frage, warum das so ist, sind Prof. Dr. Fridtjof Langenhan und Prof. Dr. Friedwart
    Lender gemeinsam mit Studierenden des Masterstudiengangs Supply Chain
    Management und Logistik an der Hochschule Hof nachgegangen. Die nun
    veröffentlichte Studie trägt den Titel „Strategien zur Gewinnung und Förderung
    weiblicher Führungskräfte im Logistikbereich: Ergebnispapier einer Studie an der
    Hochschule Hof“ und gibt Hinweise auf noch bestehende Hürden für weibliche
    Führungskräfte.

    Die Ergebnisse zeigen ein klares Bild: Während der Frauenanteil in Führungspositionen
    branchenübergreifend in Deutschland bei rund 29 Prozent liegt, erreicht er in der Logistik
    lediglich etwa 19 Prozent. „Die Logistikbranche weist im Vergleich zu anderen
    Wirtschaftszweigen eine besonders ausgeprägte Unterrepräsentanz von Frauen in
    Führungsfunktionen auf“, betont Prof. Dr. Fridtjof Langenhan. Vor diesem Hintergrund
    analysiert die Studie sowohl die Ursachen dieser Ungleichverteilung als auch die Faktoren,
    die die Bereitschaft von Frauen beeinflussen, eine Führungsposition im Logistikbereich
    anzustreben. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Region Hochfranken, die zusätzlich
    durch standortbezogene Herausforderungen geprägt ist.

    Wissenschaftlich fundierter Mixed-Methods-Ansatz

    Methodisch folgt die Untersuchung einem Mixed-Methods-Ansatz. Sie kombiniert eine
    systematische Literaturrecherche mit zwei standardisierten Online-Befragungen von LogistikAbsolventinnen und Masterstudierenden der Hochschule Hof (n = 105) sowie einem leitfadengestützten Interview. „Uns war wichtig, quantitative und qualitative Perspektiven zusammenzuführen, um ein möglichst differenziertes Bild der Situation zu erhalten“, erklärt Prof. Dr. Friedwart Lender.

    Die Ergebnisse verdeutlichen, dass insbesondere starre Arbeits- und Führungsmodelle, eine männlich dominierte Unternehmenskultur, Defizite bei der Vereinbarkeit von Beruf und
    Familie sowie der Mangel an gezielten Förderprogrammen und weiblichen Vorbildern
    zentrale Barrieren darstellen.

    Klare Handlungsempfehlungen für die Praxis

    Gleichzeitig identifiziert die Studie konkrete Ansatzpunkte zur Verbesserung der Situation:
    Flexible Führungsmodelle, eine gute Work-Life-Balance, transparente Karrierepfade,
    Weiterbildungsangebote sowie Mentoring-Programme gelten als wesentliche
    Voraussetzungen, um den Anteil weiblicher Führungskräfte in der Logistik nachhaltig zu
    erhöhen. „Die empirischen Befunde zeigen deutlich, dass strukturelle Veränderungen und
    gezielte Förderinstrumente Hand in Hand gehen müssen“, so Prof. Dr. Lender.
    Auf Basis der Ergebnisse leitet die Studie praxisorientierte Handlungsempfehlungen ab, die sowohl Unternehmen als auch politische und regionale Akteure adressieren. Damit liefert sie auf Grundlage der Umfrageergebnisse und Recherchen Impulse zur Gewinnung und Förderung weiblicher Führungskräfte in der Logistik – sowohl auf regionaler als auch auf nationaler Ebene.

    Die Studie ist frei verfügbar unter:
    https://doi.org/10.57944/1051-263


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Friedwart Lender
    Prof. Dr. Fridtjof Langenhan


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Verkehr / Transport, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

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