Erste Studienergebnisse aus der länderübergreifender K.O.-Tropfen-Studie „Don’t knock me out“ liegen vor – Beunruhigende Zahlen für Deutschland, angezeigt wird jedoch nur ein Bruchteil der Fälle
Ende 2024 hat Jun.-Prof. Dr. Charlotte Förster, Inhaberin der Juniorprofessur Europäisches Management der Technischen Universität Chemnitz, gemeinsam mit ihrem Projektpartner, Priv.-Doz. Dr. Thomas Beck, psychologischer Leiter des Kompetenzzentrums Gewaltschutz der Tirol Kliniken in Innsbruck, die erste anonyme Online-Umfrage zur Bekanntheit, Erfahrung und dem Umgang mit K.O.-Tropfen im deutschsprachigen Raum gestartet. Die Erhebung richtet sich an Personen ab 14 Jahren in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Bisher sind mehr als 2.000 Rückmeldungen eingegangen. Nun hat Jun.-Prof. Dr. Charlotte Förster für die noch laufende Studie eine erste Zwischenbilanz aus den Ergebnissen gezogen. Diese beziehen sich jedoch nur auf 1.288 verwertbare Datensätze aus Deutschland, die sie zusammen mit Paul Krause, ehrenamtliches Mitglied des Teams der Studie, ausgewertet hat. „Für Österreich und die Schweiz ist es für eine Zwischenbilanz noch zu früh, da hier noch zu wenige Rückmeldungen vorliegen. Hier hoffen wir noch auf einen größeren Rücklauf“, so Förster.
Aus der Zwischenauswertung für Deutschland ergibt sich, dass insgesamt 527 Personen angeben, schon mindestens einmal Opfer von „Drink Spiking“ geworden zu sein. „Drink Spiking bezeichnet in diesem Zusammenhang die unfreiwillige Verabreichung von als K.O.-Tropfen missbrauchten Substanzen“, erläutert die Studienleiterin. Von diesen 527 Personen waren sich 110 Personen ihrem Verdacht jedoch nicht ganz sicher („ich bin mir unsicher“). Darüber hinaus führten 302 Personen an, schon mindestens einmal den Verdacht gehabt zu haben, dass jemandem in ihrer Begleitung K.O.-Tropfen verabreicht wurden. Des Weiteren gaben 808 Personen an, mindestens eine Person in ihrem Umfeld zu kennen, die schon einmal den Verdacht hatten, Opfer von Drink Spiking geworden zu sein.
„Zu einer rechtsmedizinischen Bestätigung, einer Anzeige bei der Polizei und strafrechtlichen Verfolgung kam es in diesen Verdachtsfällen jedoch sehr selten“, resümiert Förster. Während 42 Personen angaben, dass eine Urin-, Blut- und/oder Haarprobe genommen wurde, führten 18 Personen an, dass ihr Verdacht rechtsmedizinisch bestätigt wurde. Nur 48 Personen gaben darüber an, den Verdacht bei der Polizei gemeldet zu haben. „Die Zwischenergebnisse lassen weiterhin darauf schließen, dass die Angst vor K.O.-Tropfen besonders bei denjenigen ausgeprägt zu sein scheint, die selbst schon einmal solche Erfahrungen gemacht haben oder dies bei einer Person in ihrer Begleitung erlebt haben“, so Förster.
Für die Juniorprofessorin ist es wichtig zu betonen, dass es sich um eine laufende Analyse handelt und dass diese Studie keinen repräsentativen Anspruch erhebt. „Vielmehr geht es darum, die existierenden Fälle zu erfassen und zu verstehen. Neben einem besseren Einblick in die Problematik und einer besseren Ausgangsbasis für die zukünftige Forschung sollen mittels der Studie auch mögliche institutionelle Hürden bei der Erfassung solcher Fälle sowie Ableitungen für konkrete und effektive Aufklärungs- und Präventionsstrategien ermittelt werden“, sagt Förster. Spätestens im Sommer 2026 werde eine umfassende Analyse der über 60 Fragen erwartet.
Die Forschenden bedauern, dass ihre Studie bisher noch keine staatliche Förderung oder politische Unterstützung erhält. Lediglich mit einer privaten Spende in Höhe von 5.000 Euro und dank der finanziellen Unterstützung durch die TU Chemnitz wird im Januar und Februar 2026 eine Edgar-Freecard-Kampagne zur Verbreitung der Studie per Gratispostkarten in den zehn größten Städten Deutschlands in über knapp 300 Locations durchgeführt. Darüber hinaus erhält die Studie ehrenamtliche Unterstützung von der international agierenden Marketingagentur Saatchi & Saatchi sowie durch das Frauennetzwerk IVY Female Collective. Sie unterstützen die Studie mit einer weitreichenden Social-Media-Kampagne und dem Design der Edgar-Freecards. „Wir hoffen, dass es uns gelingt, die Dunkelziffer beim Einsatz von K.O.-Tropfen weiter auszuleuchten. Die bisherigen Zahlen zeigen bereits, dass das Ausmaß des Problems größer ist als das wir hier von einem Nischenphänomen reden können“, sagt Förster.
Jun.- Prof. Dr. Charlotte Förster, Telefon +49 (0)371 531-36855, E-Mail charlotte.foerster@wiwi.tu-chemnitz.de
https://www.do-not-knock-me-out.com - Weitere Informationen zum Forschungsprojekt „Don’t knock me out“ und zum Thema K.O.-Tropfen
Jun.- Prof. Dr. Charlotte Förster präsentiert das Motiv der Edgar-Freecard-Kampagne zur Verbreitung ...
Quelle: Foto: Jacob Müller
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wissenschaftler
Gesellschaft, Medizin, Psychologie, Recht, Wirtschaft
überregional
Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
Deutsch

Jun.- Prof. Dr. Charlotte Förster präsentiert das Motiv der Edgar-Freecard-Kampagne zur Verbreitung ...
Quelle: Foto: Jacob Müller
Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.
Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).
Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.
Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).
Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).