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19.01.2026 11:29

GREIX-Mietpreisindex Q4 2025: So viele befristete und möblierte Angebote wie noch nie

Mathias Rauck Kommunikation
Kiel Institut für Weltwirtschaft

    Die Angebotsmieten in deutschen Städten stiegen zum Jahresende 2025 schneller als die allgemeine Teuerung. Im Quartalsvergleich legten die Mieten im bundesweiten Durchschnitt um 1,0 Prozent zu, im Jahresvergleich sogar um 4,5 Prozent. Die Teuerung war spürbar niedriger. Die Anzahl der Wohnungsinserate ging deutlich zurück. Der Anteil befristeter und möblierter Mietangebote erreichte ein Rekordniveau.

    Das zeigt das jüngste Update des vom Kiel Institut für Weltwirtschaft veröffentlichten GREIX-Mietpreisindex (https://www.kielinstitut.de/de/institut/forschungszentren/makrooekonomie/makrofi...). Dabei werden die Angebotsmietpreise für Wohnungen auf Basis der VALUE Marktdatenbank (https://www.value-marktdaten.de/portfolio/immobilienmarktdaten/) in 37 deutschen Städten und Regionen ausgewertet.

    Im vierten Quartal 2025 erhöhten sich die Angebotsmieten für Wohnungen gegenüber dem Vorquartal (Q3 2025) um 1,0 Prozent. Bereinigt um die Inflation entspricht das einem realen Anstieg von 0,7 Prozent.

    Im Vergleich zum Vorjahresquartal (Q4 2024) zeigt sich ein deutliches Plus: Nominal lagen die Mieten um 4,5 Prozent höher, inflationsbereinigt um 2,3 Prozent.

    Seit 2015 sind Angebotsmieten damit um 14 Prozent stärker gestiegen als die allgemeine Teuerung.

    „Wohnungssuchende haben es aktuell schwer“, sagt Jonas Zdrzalek (https://www.kielinstitut.de/de/expertinnen-und-experten/jonas-zdrzalek/), Projektleiter des GREIX am Kiel Institut für Weltwirtschaft. „Das klassische Angebot geht zurück, die Preise steigen und die Konditionen werden über immer mehr befristete Verträge oder möblierte Angebote härter.“

    Große Spannweite in den acht größten Städten

    In sieben der acht größten deutschen Städte stiegen die Angebotsmieten im Quartalsvergleich. Besonders kräftige Zuwächse verzeichneten Köln mit plus 3,4 Prozent und München mit plus 1,9 Prozent. In Hamburg und Frankfurt am Main entsprachen die Anstiege in etwa dem bundesweiten Durchschnitt von 1 Prozent. Düsseldorf verzeichnete eine rote Null (minus 0,1 Prozent).

    Am höchsten lag die durchschnittliche Kaltmiete pro Quadratmeter in München mit 23,35 Euro, gefolgt von Frankfurt am Main mit 17,36 Euro. Leipzig war mit 10,22 Euro pro Quadratmeter die günstigste Top8-Stadt. Über alle 37 erfassten Städte und Regionen hinweg ergibt sich ein gewichteter Durchschnitt von 14,41 Euro pro Quadratmeter.

    Weniger Inserate, mehr Wohnen auf Zeit

    Die Zahl der Wohnungsinserate sank gegenüber dem Vorquartal (Q3 2025) spürbar um mehr als 10 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresquartal (Q4 2024) betrug der Rückgang 7 Prozent. Im langfristigen Vergleich liegt die Anzahl der Wohnungsinserate zur Miete gegenwärtig etwa 20 Prozent unter dem Niveau von 2015.

    Zugleich erreichte der Anteil befristeter Verträge und möblierter Wohnungen ein Rekordhoch. Bundesweit entfielen im Jahr 2025 inzwischen über 17 Prozent aller Inserate auf dieses Segment, also mehr als jedes sechste Inserat. In den acht größten Städten lag der Anteil sogar bei nahezu einem Viertel, in München sogar bei rund einem Drittel.

    „Bei Neuvermietungen in Großstädten dürften gerade Geringverdiener bzw. Menschen in Ausbildung und Studium zunehmend an ihre Belastungsgrenze stoßen. Auch Fachkräfte aus dem In- und Ausland tun sich mit einem Umzug vermutlich oft schwer“, so Zdrzalek. „Das weiter sinkende Mietangebot dürfte auch ein Zeichen dafür sein, dass Menschen mit Altverträgen ihre Wohnung nach Möglichkeit halten, oder viele Objekte mittlerweile ohne Inserat vergeben werden.“

    Alle Auswertungsdaten des GREIX-Mietpreisindex sind unter https://www.kielinstitut.de/de/institut/forschungszentren/makrooekonomie/makrofi... frei verfügbar. Neu hinzugekommen seit heute sind weitere Informationen zur Preisverteilung, wie etwa der Median.

    Methodischer Hinweis

    Die Preisentwicklung des GREIX wird als Index berechnet. Nur so können mittels statistischer Verfahren (hedonische Methode) Verzerrungen eliminiert werden, die ansonsten bei durchschnittlichen Quadratmeterpreisen auftreten. Beispielsweise führt ein Verkauf besonders vieler hochpreisiger Immobilien, etwa aufgrund hoher Quadratmeterzahlen, guter Lage oder einem guten Zustand, zu steigenden Durchschnittspreisen pro Quadratmeter, einem solchen Anstieg liegt aber keine generelle Wertsteigerung für Immobilien zugrunde. Durch die Indexbildung gibt es keine Verzerrung in der Preisentwicklung nach oben oder unten aufgrund spezifischer Eigenschaften der verkauften Immobilien.

    Über den GREIX-Mietpreisindex

    Was ist der GREIX-Mietpreisindex?
    Es ist ein Mietpreisindex für Deutschland auf Basis von Angebotsmieten für Wohnungen aus mehreren Plattformen. Er bildet die Mietpreisentwicklung einzelner Städte seit 2012 ab und basiert auf mehreren Millionen Inseratsdaten. Mit Hilfe des Datensatzes können Trends am Mietmarkt analysiert und der Preisentwicklung des GREIX-Kaufpreisindexes gegenübergestellt werden.

    Welche Daten und Methoden werden zur Erstellung der Indizes verwendet?
    Die Auswertung findet auf Basis der VALUE Marktdatenbank (https://www.value-marktdaten.de/portfolio/immobilienmarktdaten/) statt. Sie basiert auf einer umfangreichen Sammlung sorgfältig aufbereiteter Immobilienmarktdaten aus mehr als 100 Quellen. Die Preise werden mit neuesten wissenschaftlichen Methoden und statistischen Verfahren (hedonische Regressionsmethode) ausgewertet. Der GREIX steht somit für höchste wissenschaftliche Datenqualität.

    Wer finanziert den GREIX-Mietpreisindex?
    Der GREIX-Mietpreisindex ist ein Projekt des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (Kiel Institut). Ziel ist es, die Transparenz auf dem Mietmarkt zu erhöhen. Unterschiedliche Mietpreisindizes für 37 Städte und Regionen sind unter https://www.kielinstitut.de/de/institut/forschungszentren/makrooekonomie/makrofi... frei zugänglich. Nach und nach wird der Datensatz um weitere Städte erweitert werden.

    Medienkontakt:
    Mathias Rauck
    Chief Communications Officer
    T +49 431 8814-411
    mathias.rauck@kielinstitut.de

    Kiel Institut für Weltwirtschaft

    Standort Kiel
    Kiellinie 66
    24105 Kiel

    Standort Berlin
    Chausseestraße 111
    10115 Berlin

    Kontakt
    +49 431 8814-1
    www.kielinstitut.de


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Jonas Zdrzalek
    Kiel Institute Researcher
    jonas.zdrzalek@kielinstitut.de

    Steffen Zetzmann
    Kiel Institute Researcher
    steffen.zetzmann@kielinstitut.de

    Francisco Osswald do Amaral
    Kiel Institute Fellow
    francisco.amaral@kielinstitut.de


    Bilder

    Mietpreisentwicklung Nominal/Real
    Mietpreisentwicklung Nominal/Real

    Copyright: Kiel Institut für Weltwirtschaft

    Mitpreisentwicklung Großstädte und GREIX
    Mitpreisentwicklung Großstädte und GREIX

    Copyright: Kiel Institut für Weltwirtschaft


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Gesellschaft, Politik, Wirtschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


     

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