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20.01.2026 14:44

DGIM unterstützt internationalen Appell: Umweltstressoren als Gesundheitsgefahr ernst nehmen

Dr. Andreas Mehdorn Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V.

    Führende internationale Herzgesellschaften weisen heute in einem Appell für mehr Klima- und Umweltschutz darauf hin, dass etwa jeder 5. Todesfall durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf Umweltverschmutzung zurückgeht. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. unterstützt diese Initiative ausdrücklich. Aus Sicht der Inneren Medizin sind Luftverschmutzung, Hitze, Lärm und weitere Umweltaspekte zentrale gesundheitliche Risikofaktoren für internistische Erkrankungen. Die DGIM fordert, Umweltbelastungen in Prävention, Krankenversorgung und politische Entscheidungen stärker einzubeziehen – wissenschaftsbasiert, patientenorientiert und mit Blick auf besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen.

    Jährlich sterben weltweit rund 20 Millionen Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. International wie auch in Deutschland sind diese Erkrankungen damit seit Jahren Todesursache Nummer 1. Führende internationale Herzgesellschaften weisen heute in einem gemeinsamen Appell für mehr Klima- und Umweltschutz darauf hin, dass etwa jeder 5. Todesfall durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf Umweltverschmutzung zurückzuführen ist.

    Die DGIM-Vorsitzende Professorin Dr. Dr. med. Dagmar Führer-Sakel sagt: „Gesundheit ist ein Zusammenspiel aus inneren und äußeren Faktoren. Umweltstressoren erhöhen das Risiko nicht nur für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern auch für Krebs, Diabetes und Adipositas sowie viele weitere internistische Erkrankungen. Daher müssen wir die Bedingungen, unter denen Krankheiten entstehen und sich verschärfen, stärker in den Blick nehmen und auf gesunde Lebensbedingungen hinarbeiten. Umweltfaktoren sind daher kein rein gesellschaftliches oder politisches Thema, sondern müssen auch als fester Bestandteil moderner Prävention und Public Health verstanden und in die Versorgung einbezogen werden.“

    Der Internist und Kardiologe Professor Dr. med. Georg Ertl, Generalsekretär der DGIM, sagt: „Als medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaften haben wir den Auftrag, dort Stellung zu beziehen, wo gesicherte Evidenz gesundheitliche Risiken klar benennt. Umweltstressoren treffen vor allem ältere, chronisch kranke und sozial benachteiligte Menschen – genau jene Gruppen, die internistisch ohnehin besonders vulnerabel sind. Umwelt- und Klimaschutz sind deshalb integrale Bestandteile moderner Gesundheitsvorsorge und eine Voraussetzung für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem.“

    Die DGIM befasst sich seit mehreren Jahren intensiv mit den gesundheitlichen Folgen von Umwelt- und Klimabelastungen für die Innere Medizin. Auf ihren Jahreskongressen sowie in der Arbeitsgruppe „Gesundheit und Klima“ arbeitet sie wissenschaftliche Erkenntnisse zu Hitze, Luftverschmutzung und weiteren Umweltfaktoren systematisch auf. Ziel ist es, internistische Prävention und Versorgung evidenzbasiert an die veränderten Umweltbedingungen anzupassen.

    Das gemeinsame Statement der European Society of Cardiology (ESC), das American College of Cardiology (ACC), die American Heart Association (AHA) und der World Heart Federation (WHF) finden Sie hier: https://academic.oup.com/eurheartj/article-lookup/doi/10.1093/eurheartj/ehaf915

    Sie finden diese Meldung auch online unter: https://www.dgim.de/presse/pressemitteilungen

    Ihr Kontakt für Rückfragen:
    DGIM Pressestelle
    Dr. Andreas Mehdorn
    Postfach 30 11 20
    70451 Stuttgart
    Tel.: +49 711 8931-313
    E-Mail: mehdorn@medizinkommunikation.org


    Originalpublikation:

    Thomas Münzel, Thomas Lüscher, Christopher M Kramer, Keith Churchwell, Amam Mbakwem, Sanjay Rajagopalan, Environmental stressors and cardiovascular health: acting locally for global impact in a changing world: A statement of the European Society of Cardiology, the American College of Cardiology, the American Heart Association, and the World Heart Federation, European Heart Journal, 2026;, ehaf915, https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehaf915


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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