idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
20.01.2026 17:00

Erfolgreiches Jubiläumsjahr 2025 und Ausblick auf zwei neue Sonderausstellungen in 2026

Iris von Borcke Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Europäisches Hansemuseum

    Mit 107.000 Besucher:innen blickt das Europäische Hansemuseum (EHM) auf ein sehr erfolgreiches Jubiläumsjahr 2025 zurück. Die hohe Besuchszahl spiegelt sich auch digital in einer großen Reichweite mit rund 2.260.000 Besuchen auf den Social-Media-Kanälen und der Website wider. Auf seiner Jahrespressekonferenz stellte das EHM das Programm für 2026 vor. Das neue Jahr hält gleich zwei Sonderausstellungen bereit. So erinnert das Archiv der Hansestadt Lübeck ab Mai 2026 mit einer Ausstellung im Burgkloster an 800 Jahre Reichsfreiheit. Im Herbst wagt das EHM unter dem Titel »Let’s play Mittelalter« ein Experiment und verwandelt Teile des Burgklosters in eine begehbare mittelalterliche Gaming-Welt.

    Der Höhepunkt des Jahres 2026 ist die Sonderausstellung »Let’s play Mittelalter«, die ab 9. Oktober 2026 im Europäischen Hansemuseum gezeigt wird. Mit »Let’s play Mittelalter« betritt das EHM Neuland. Die Ausstellung zeigt nicht nur, wie Games Geschichte erzählen, sondern macht das Spiel selbst zum zentralen Vermittlungsprinzip. Rund 60 % der Deutschen spielen Videospiele – und die Ausstellung nimmt diesen gesellschaftlichen Wandel ernst: Die Besucher:innen bewegen sich nicht durch klassische Ausstellungsräume, sondern durch eine narrative Spielwelt, in der historische Motive, Popkultur und Forschung miteinander verwoben sind.

    »Games sind heute eines der wirkmächtigsten Medien unserer Zeit«, sagt Kuratorin Franziska Evers. »Mit ›Let’s play Mittelalter‹ möchten wir zeigen, wie sich historische Bilder formen und wie sie sich beim Spielen verändern. Wer spielt, begreift leichter.«

    Für die Umsetzung arbeitet das EHM mit Expertinnen und Experten aus Game Design, Szenografie und Medienkunst zusammen. Auch die vielfach ausgezeichnete Agentur Liquid ist erneut an Bord und gestaltet die visuellen Erlebnisräume. Ein eigenes Gaming-Lab ergänzt den Ausstellungsbesuch und ermöglicht das freie Spielen und Ausprobieren. Durch Kooperationen mit Influencer:innen aus der Gaming-Community soll der Diskurs in digitale Öffentlichkeiten ausgeweitet werden. Interaktive Elemente, digitale Erweiterungen und besondere Leihgaben aus anderen Museen sorgen dafür, dass die Ausstellung sowohl Gaming-Fans als auch Geschichtsinteressierte anspricht.

    »Let’s play Mittelalter« ist ein Experiment des Museumsmachens – und ein Angebot, Geschichte in einer Sprache zu erleben, die Millionen Menschen täglich nutzen: beim Spielen. Die Sonderausstellung wird vom 9. Oktober 2026 bis 31. Oktober 2027 in Lübeck zu sehen sein.

    »Ziemlich privilegiert! Lübeck und die Reichsfreiheit«: Sonderausstellung des Archivs der Hansestadt Lübeck im Burgkloster
    Wohl kaum ein anderes Jahr ist so bedeutend für die Lübecker Geschichte wie 1226. Mit der Urkunde Kaiser Friedrichs II. wurde Lübeck in diesem Jahr zur freien Reichsstadt erhoben – ein Meilenstein, der die Stadtentwicklung über Jahrhunderte hinweg politisch, wirtschaftlich und kulturell prägte. Und was heißt es, »ziemlich privilegiert« zu sein? Früher und heute gab und gibt es Sonderrechte für bestimmte Gruppen – im Fall Lübecks sogar für eine ganze Stadt. Der Reichsfreiheitsbrief von 1226 prägte mit seinen Bestimmungen die Hansestadt in Bezug auf ihr Stadtgebiet, ihr Recht, ihre Wirtschaft und ihre Mentalität zum Teil bis heute. Die vom Archiv der Hansestadt Lübeck kuratierte Ausstellung präsentiert Objekte aus Vergangenheit und Gegenwart und zeigt verschiedene Aspekte dieser besonderen »Privilegierung«. Als Höhepunkt wird mit dem Reichsfreiheitsbrief das wohl bedeutsamste Dokument der Lübecker Geschichte im Original gezeigt. Als Rahmenprogramm werden zudem Führungen und Workshops angeboten. Die Ausstellung wird vom 18. Mai bis 23. August 2026 im Burgkloster des Europäischen Hansemuseums zu sehen sein.

    Begleitet wird das Reichsfreiheits-Jubiläumsjahr von einer Vortragsreihe »Ziemlich viel Freiheit« des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde (VLGA), die die Geschichte städtischer Autonomie nachzeichnet und die Sonderausstellung flankiert. In diesem Rahmen gibt es in Kooperation mit der Forschungsstelle für die Geschichte der Hanse und des Ostseeraums (FGHO) auch einen Vortrag im Europäischen Hansemuseum. Dieser findet am 8. September 2026 unter dem Titel »Lübecks hansestädtische ›Sicherheitsarchitektur‹ – Schutzbündnisse und Konföderationen als Mittel zur Wahrung städtischer Autonomie« statt. Weitere Infos zum Programm gibt es online unter vlga.de.

    Neues aus der Forschung:
    Die am EHM angesiedelte Forschungsstelle für die Geschichte der Hanse und des Ostseeraums setzt auch im Jahr 2026 ihre erfolgreiche Citizen Science Arbeit fort. Das laufende Projekt zur Transkription der Lübecker Seegerichtsakten erschließt weiterhin wertvolle Quellen zur Schifffahrts- und Handelsgeschichte des 17. Jahrhunderts und bringt Bürgerforschung und Wissenschaft eng zusammen. Am 24. April 2026 findet erneut ein Citizen Science Tag in Lübeck statt; erstmals wird es im September auch einen Termin in Bremen geben.

    Vom 25. bis 28. Mai 2026 findet die Jahrestagung des Hansischen Geschichtsvereins (HGV) im Europäischen Hansemuseum statt. Damit tagt der renommierte Geschichtsverein, der als »Historische Kommission« sowohl interessierte Laien als auch führende Fachvertreter:innen der Hanseforschung vereinigt, nach zahlreichen auswärtigen Jahrestagungen in anderen Hansestädten erneut in Lübeck. Unter dem Titel »Macht verhandeln, Geschichte erinnern« widmet sich die Tagung den politischen Dimensionen historischer Deutung und bietet Mitgliedern wie auch Hanse-interessierten Gästen zwei Tage mit Fachvorträgen und einem öffentlichen Abendvortrag. Das EHM als Tagungsort lädt dabei in besonderer Weise dazu ein, über Formen der Erinnerungskultur nachzudenken: Wie wird Hansegeschichte inszeniert und vermittelt? Welche Narrative werden tradiert, welche aktualisiert – und mit welchen Absichten? Für die Teilnahme wird eine Tagungsgebühr erhoben. Weitere Infos unter hansischergeschichtsverein.de.

    Rückblick: 2025 besuchsstarkes Jubiläumsjahr
    Mit 107.000 Besucher:innen begrüßte das Europäische Hansemuseum im Jubiläumsjahr 2025 erneut eine herausragende Anzahl an Gästen. Sein zehnjähriges Bestehen feierte das Museum unter anderem mit einem großen Geburtstagsfest bei dem Live-Musik, Workshops und kreative Aktionen das Publikum zum Mitmachen einluden, einem Festakt für geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur sowie dem Diskussionsspiel »Konflikt & Konsens« über Mechanismen von Konfliktbewältigung und Entscheidungsfindung. Dabei konnte das EHM die Besuchszahlen auf konstant hohem Niveau halten. »Wir sind hocherfreut, dass wir auch in unserem Jubiläumsjahr so viele Menschen für die Hanse begeistern konnten. Dass wir überdies unsere millionste Besucherin bei uns im Museum begrüßen durften, noch dazu aus Schweden, einem Ursprungsland vieler Hansekaufleute, war ein besonderer Höhepunkt«, so Direktorin Dr. Felicia Sternfeld.

    Insgesamt hatte mehr als die Hälfte der Besuche einen touristischen Hintergrund mit einer Entfernung über Norddeutschland hinaus. Wie schon im vorigen Jahr konnte das EHM einen leichten Anstieg bei den internationalen Gästen verzeichnen, der diesmal bei knapp über 26 % lag – Spitzenreiter war erneut Dänemark, gefolgt von Schweden und den Niederlanden.

    Die Nachfrage bei den Führungsformaten des Museums ist 2025 ebenfalls gestiegen: Insgesamt besuchten 1.204 Gruppen das EHM, davon 716 Schulgruppen. Auch im Bereich Veranstaltungen kann sich das EHM über ein Plus freuen: Insgesamt fanden 46 eigene Veranstaltungen im Jahr 2025 statt, bei denen 16.106 Gäste an wissenschaftlichen Vorträgen, Konzerten, Poetry Slams oder Kleidungstauschpartys teilnahmen.

    Die hohe Besuchszahl spiegelt sich auch digital in einer hohen Reichweite des Europäischen Hansemuseums wider: Insgesamt wurden rund 2.260.000 digitale Besuche gezählt (Personen, die über die Website sowie Social-Media-Kanäle mit Inhalten des Museums in Berührung gekommen sind). Im Vergleich mit dem Vorjahr ist dies ein Plus von 79 % (im Jahr 2024 waren es 1.259.352 Besuche). Maßgeblich für diesen Erfolg waren vor allem die 58 eigenproduzierten und reichweitenstarken Videos, die auf den Social-Media-Kanälen vielfach geschaut wurden. Als Teil seiner digitalen Strategie vermittelt das EHM-Team in kurzen Filmen wissenswerte und unterhaltsame Details rund um die Hanse, die beim Publikum ausgesprochen gut ankommen. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang insbesondere der enorme Anstieg an Follower:innen auf dem Instagram-Account: Mit 17.093 Follower:innen konnte das EHM seine Reichweite dort nahezu verdoppeln (Zuwachs von 87 % im Vergleich zu 2024). Ein voller Erfolg für die digitale Strategie des EHM.

    Kultur als Wirtschaftsmotor:
    Anlässlich seines 10-jährigen Geburtstags hatte das EHM in Zusammenarbeit mit der ift Freizeit- und Tourismusberatung eine Studie durchführen lassen, welche die ökonomischen Effekte des Europäischen Hansemuseums auf die Region Lübeck untersuchte. Dabei wurde deutlich: Das EHM ist auch ein Motor für die Lübecker Wirtschaft und hat in den ersten zehn Jahren seit seiner Eröffnung eine kumulierte Wertschöpfung von 35,4 Millionen Euro in der Region erzeugt. Neben der kumulierten Wertschöpfung sichern die rund eine Million Gäste des Museums seit Eröffnung im Durchschnitt – direkt oder indirekt – jährlich rund 116 Arbeitsplätze in Lübeck, insbesondere im Gastgewerbe, im Einzelhandel und im Dienstleistungssektor. Über 210.000 Tagesausflüge und mehr als 42.000 Übernachtungen sind direkt auf das EHM zurückzuführen. Das zeigt, dass Kultur nicht nur identitätsstiftend ist, sondern auch wirtschaftlich wirkt.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    https://www.hansemuseum.eu/museum/#ansprechpartner


    Originalpublikation:

    https://www.hansemuseum.eu/pressebereich


    Bilder

    Wie Games Geschichte erzählen: Ab dem 9. Oktober 2026 verwandelt sich mit der Sonderausstellung »Let’s play Mittelalter« ein Teil des Lübecker Burgklosters in eine begehbare mittelalterliche Gaming-Welt, die nicht betrachtet, sondern gespielt wird.
    Wie Games Geschichte erzählen: Ab dem 9. Oktober 2026 verwandelt sich mit der Sonderausstellung »Let ...

    Copyright: Liquid

    »Ziemlich privilegiert«: Der Reichsfreiheitsbrief von 1226 ist in der Sonderausstellung im Burgkloster des EHM im Original zu sehen (18.05.–23.08.2026); abgebildet ist hier das Faksimile.
    »Ziemlich privilegiert«: Der Reichsfreiheitsbrief von 1226 ist in der Sonderausstellung im Burgklost ...

    Copyright: Olaf Malzahn


    Anhang
    attachment icon Factsheet 2025

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Pädagogik / Bildung
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


     

    Wie Games Geschichte erzählen: Ab dem 9. Oktober 2026 verwandelt sich mit der Sonderausstellung »Let’s play Mittelalter« ein Teil des Lübecker Burgklosters in eine begehbare mittelalterliche Gaming-Welt, die nicht betrachtet, sondern gespielt wird.


    Zum Download

    x

    »Ziemlich privilegiert«: Der Reichsfreiheitsbrief von 1226 ist in der Sonderausstellung im Burgkloster des EHM im Original zu sehen (18.05.–23.08.2026); abgebildet ist hier das Faksimile.


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).