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21.01.2026 12:08

Ohne Kohlenstoff keine Chemieindustrie, ohne Öl und Gas sehr wohl – IN4climate.NRW zeigt Lösungswege auf

Birthe Dobertin Stabstelle Kommunikation
NRW.Energy4Climate GmbH

    Kohlenstoff ist ein zentraler Rohstoff in der Chemieindustrie – stammt aber heute noch überwiegend aus fossilem Öl, Gas oder Kohle. Die Verfügbarkeit nachhaltiger Kohlenstoffquellen ist für die klimaneutrale Transformation der Branche daher entscheidend. Das nun von der Initiative IN4climate.NRW veröffentlichte Diskussionspapier „Kohlenstoff – aber nachhaltig!” zeigt: Die Kohlenstoffbedarfe der deutschen Chemieindustrie lassen sich nachhaltig decken. Importe sind dafür nicht zwingend erforderlich, wohl aber besteht dringender politischer Handlungsbedarf.

    Ob Waschmittel, Klebstoffe, Lacke, Farben oder Kunststoffe – die Produkte der Chemieindustrie sind allgegenwärtig. Die Mehrheit basiert auf Kohlenstoff. Noch stammen rund 85 Prozent davon aus fossilen Quellen. Das von Unternehmen, Verbänden und Forschungseinrichtungen unterstützte IN4climate.NRW-Diskussionspapier zeigt robuste Strategien auf, mit denen Klimaneutralität in Deutschland bis 2045 in der chemischen Industrie erreicht und die Wettbewerbsfähigkeit erhalten werden kann.

    „Die Komplexität der Chemie ist Herausforderung und Chance zugleich. Die Vielfalt der Produkte und Reaktionswege macht die Rohstofftransformation zwar anspruchsvoll, bietet aber auch die Möglichkeit, durch die Entwicklung innovativer Verfahren auf Basis nachhaltiger Quellen Wettbewerbsvorteile zu schaffen. Gerade die chemische Industrie in Nordrhein-Westfalen, die für Grundstoffe ebenso steht wie für Spezialprodukte, kann hier zum Vorreiter werden. Damit dies gelingt, werden zeitnah die passenden Rahmenbedingungen benötigt“, betont Dr. Katharina Schubert, Geschäftsführerin der Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate.

    Die Ergebnisse des Diskussionspapiers zeigen, dass eine inländische Versorgung grundsätzlich möglich ist, sofern alle nachhaltigen Kohlenstoffquellen – Kunststoffabfälle, Biomasse und CO₂ – konsequent mobilisiert und deren Verarbeitungsprozesse technologisch weiterentwickelt werden. So muss das mechanische Kunststoffrecycling im Sinne einer effizienten Kreislaufwirtschaft weiter ausgebaut werden. Gleichzeitig sind für das chemische Kunststoffrecycling insbesondere in Nordrhein-Westfalen zeitnahe Standortentscheidungen und Investitionen erforderlich. Für den Bereich Biomasse ist vor allem relevant, dass verfügbare Mengen gemäß dem Kaskadenprinzip vorrangig stofflich und effizient genutzt werden, etwa für Biopolymere oder Spezialchemikalien. Um Nutzungskonkurrenzen zu vermeiden, ist eine strategische Priorisierung erforderlich, der eine Analyse der regionalen Verfügbarkeit für die NRW-Industrie vorangehen muss. Darüber hinaus wird die Nutzung von CO₂ für die Chemiebranche zukünftig immer wichtiger. Dabei sollte der Einsatz konsequent auf geschlossene Kohlenstoffkreisläufe ausgerichtet sein. Insbesondere bei kurzlebigen oder nicht kreislauffähigen Produkten, beispielsweise Verpackungen, eignet sich biogenes CO₂. Bei der Planung von Transport- und Infrastrukturnetzen müssen diese Mengen frühzeitig mitgedacht werden.

    Die Initiative betont, dass aufgrund der langen Vorlaufzeiten für die Einführung neuer Technologien schon heute geeignete Rahmenbedingungen benötigt werden, zum Beispiel in Form von politischen Strategien mit gezielt priorisierenden Förderprogrammen, Leitmärkten für defossilisierte Produkte und klaren Perspektiven für den schnellen Ausbau erforderlicher Transportinfrastrukturen. Ein koordiniertes Gesamtkonzept ist zentral für die zukünftige Versorgung der Chemieindustrie mit nachhaltigem Kohlenstoff und das Fundament ihrer Wettbewerbsfähigkeit.

    Hintergrund – IN4climate.NRW:
    IN4climate.NRW ist eine Initiative der Landesregierung Nordrhein-Westfalen. Unter dem Dach der Landesgesellschaft für Energie und Klimaschutz NRW.Energy4Climate bringt der Thinktank Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen, um die klimaneutrale Transformation der Industrie voranzutreiben. Mehr als 80 Unternehmen und Verbände aus der Grundstoffindustrie und der weiterverarbeitenden Industrie sowie fünf Forschungseinrichtungen engagieren sich in verschiedenen Arbeitsformaten in der Bearbeitung der zentralen Transformationsthemen.
    Mehr erfahren unter www.in4climate.nrw


    Weitere Informationen:

    https://www.energy4climate.nrw/publikation/details/kohlenstoff-aber-nachhaltig Link zur Publikation


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter
    Chemie, Energie, Umwelt / Ökologie, Wirtschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Kooperationen
    Deutsch


     

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