Beteiligung als Schlüssel für ein zukunftsfähiges Gesundheitswesen: Ein neues Kompetenzkolleg der Universitätsmedizin Halle untersucht, wie gesellschaftliche Teilhabe die Qualität, Akzeptanz und Wirkung von Gesundheitsforschung beeinflusst. In enger Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung analysiert das Team zudem gesellschaftliche Perspektiven auf die Digitalisierung des Gesundheitswesens.
Der demografische Wandel, technologische Innovationen, steigende Erwartungen, soziale Ungleichheiten und wachsender Kostendruck stellen das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen. Ein möglicher Ansatz, um diesen zu begegnen, ist die aktivere Einbindung der Zivilgesellschaft – aber auch der Wirtschaft und der Gesundheitspraxis – in die Forschung.
„Wissenschaft sollte nicht nur über, sondern gemeinsam mit denjenigen betrieben werden, die letztlich von den Ergebnissen profitieren sollen. Das bedeutet Partizipation. Nur so lassen sich deren Bedarfe, Erwartungen und Erfahrungen angemessen einschätzen und berücksichtigen. Das stellt auch den Nutzen und die Relevanz der Forschung sowie die kulturelle Sensibilität sicher“, erklärt Dr. Franziska Fink, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universitätsmedizin Halle in der AG Versorgungsforschung | Pflege im Krankenhaus. Unter ihrer Leitung untersucht das neue „Kompetenzkolleg für Partizipationsforschung und Transformation in der Gesundheitsversorgung (KPTG)“, wie Partizipation in Forschungsprojekten gelingen kann und welche Wirkung sie entfaltet.
Zusammenarbeit mit Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung gestartet
Kulturelle, soziale und historische Faktoren prägen, welche Erwartungen Menschen an das moderne Gesundheitswesen haben und wie sie es wahrnehmen. Mit diesen Aspekten befasst sich die Medizinanthropologie. Dazu findet ein Teil der Projektarbeiten im Rahmen des „Medical Anthropology and Digital Transformation Lab (MADT-Lab)“ statt, das die AG Versorgungsforschung und das Max-Planck-Institut jüngst ins Leben gerufen haben.
„Wir untersuchen, wie sich die Vorstellungen von ‚guter Pflege‘ im Zuge der Digitalisierung verändern, wer von digitaler Pflege profitiert und welche Bedürfnisse dabei möglicherweise unberücksichtigt bleiben. Zudem wollen wir die gesellschaftlichen Visionen, die mit der Erfindung neuer Pflegetechnologien verbunden sind, besser verstehen“, fasst PD Dr. Julia Vorhölter, Forschungsgruppenleiterin des MADT-Labs am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, zusammen. An der Kooperation sind sechs Doktorand:innen beteiligt, die sich dem Thema aus unterschiedlichen Perspektiven nähern.
Zur Rolle der Partizipation und Digitalisierung in der Transformation des Gesundheitswesens sollen außerdem Erkenntnisse aus den Projektverbünden „Translationsregion für digitalisierte Gesundheitsversorgung (TDG)“ und „Innovationsregion für digitale Transformation der Pflege und Gesundheitsversorgung (TPG)“ einfließen.
Das KPTG wird bis Ende 2027 mit rund 948.000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds+ (ESF+) gefördert.
Universitätsmedizin Halle
AG Versorgungsforschung
Dr. Franziska Fink, Leitung KPTG
franziska.fink@uk-halle.de
Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung
Forschungsgruppe ‘Medical Anthropology and Digital Transformation’
PD Dr. Julia Vorhölter, Forschungsgruppenleiterin
vorhoelter@eth.mpg.de
Kooperation mit Leben gefüllt: Vertreter:innen der Universitätsmedizin Halle und des Max-Planck-Inst ...
Quelle: Philipp Stumpf
Copyright: MPI für ethnologische Forschung
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, jedermann
Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Medizin
überregional
Forschungsprojekte, Kooperationen
Deutsch

Kooperation mit Leben gefüllt: Vertreter:innen der Universitätsmedizin Halle und des Max-Planck-Inst ...
Quelle: Philipp Stumpf
Copyright: MPI für ethnologische Forschung
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