Kompost kann mehr: Die in Deutschland anfallenden Mengen an Bio- und Grüngutkompost könnten im ökologischen Ackerbau einen wichtigen Beitrag zur Nährstoffversorgung, zum Humusaufbau und zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit leisten. Die Qualität des Komposts hat sich erheblich verbessert, trotzdem setzen ihn nur wenige Bio-Betrieben ein. Das sind die Ergebnisse des fünfjährigen Verbundprojektes „ProBio“, das über das Bundesprogramm Ökologischer Land-bau (BÖL) mit Mitteln des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) finanziert wurde.
Im Verbundprojekt „ProBio“ arbeiteten unter anderem die Technische Universität München (TUM), die Gütegemeinschaft Kompost Region Bayern e.V. und das Ingenieurbüro für Sekundärrohstoffe und Abfallwirtschaft (ISA) zusammen. Beteiligt waren zudem Komposthersteller, Praxisbetriebe und Beratungsteams von Ökoverbänden.
Bodenfruchtbarkeit bei Kompostdüngung
In mehrjährigen Praxisversuchen an unterschiedlichen Standorten zeigte sich die positive Wirkung einer reinen Kompostdüngung. Der Phosphorbedarf der Bestände wurde gedeckt und Kalium reicherte sich im Boden an. Das galt besonders für Biogutkompost aus organischen Reststoffen privater Haushalte. Zudem führte der Komposteinsatz zu höheren Gehalten an mineralisiertem Stickstoff.
Des Weiteren wurde die biologische Aktivität durch eine mehrjährige Ausbringung von Biogut- und Grüngutkompost nachweislich gesteigert. Dabei wirkten Grüngutkomposte langsamer, aber langfristiger. Versuche in einem Dauerfeldexperiment über vier Jahre zeigten zudem ein hohes Potenzial für eine Humusanreicherung im Boden und eine damit verbundene günstige Klimawirkung.
Belastung an Fremdstoffen nimmt ab
Eine Auswertung von über 36.000 Datensätzen zu Biogut- und Grüngutkomposten aus der RAL-Gütesicherung der Bundesgütegemeinschaft Kompost e.V. ergab für die Jahre 2015 bis 2024 eine stetige Verbesserung der Kompostqualitäten, insbesondere bezüglich der Belastung mit Schwermetallen und Fremdstoffen. Im Mittel erwiesen sich etwa 70 Prozent der untersuchten Komposte als geeignet für den Ökolandbau.
Potenziale mit dem neuen Kompost-Informationssystem nutzen
Pro Jahr sind zurzeit etwa 2,5 Millionen Tonnen Frischmasse an Kompost verfügbar, die im Ökolandbau eingesetzt werden könnten. Trotz des großen Potenzials nutzen Bio-Betriebe derzeit weniger als zehn Prozent der verfügbaren Kompostmengen. Dies ergab eine Umfrage unter Landwirtinnen und Landwirten, die ebenso Teil Verbundprojektes „ProBio“ war. Das neu entwickelten Kompost-Informationssystem (www.kompost-oekolandbau.de) soll nun dazu beitragen, Betriebe mit Kompostherstellern zu vernetzen und so vor allem viehlosen Biobetrieben den Zugang zu Bio- und Grüngutkomposten zu er-leichtern. Knapp 80 Prozent der befragten Betriebe gaben bei der Befragung an, dass sie sich zukünftig die Nutzung von Kompost vorstellen könnten.
Kompost wirtschaftlich einsetzen
Teil des Verbundprojektes „ProBio“ waren zudem betriebswirtschaftliche Berechnungen zum Einsatz von Kompost bei unterschiedlichen betrieblichen Voraussetzungen. Dabei zeigte sich, dass der Komposteinsatz für viele Betriebe wirtschaftlich sein kann. Allerdings hängt der wirtschaftliche Nutzen von verschiedenen Faktoren ab, etwa von der Fruchtfolge, vom Kompostpreis und dem jeweiligen Nährstoffgehalt des eingesetzten Kompostes. Zudem müssten die Transportentfernung und der Ausbringungsaufwand sowie der Mechanisierungsgrad eines Betriebs bei der Kalkulation berücksichtigt werden.
Den vollständigen Abschlussbericht gibt es auf www.ble.de
(https://service.ble.de/ptdb/index2.php?detail_id=10457951&ssk=PTDB-alles&...)
https://service.ble.de/ptdb/index2.php?detail_id=10457951&ssk=PTDB-alles&...
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Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie, Werkstoffwissenschaften
überregional
Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
Deutsch

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