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22.01.2026 09:00

RegioOnkoNet: FZI überführt digitale Onkologie-Lösungen in die Versorgung ländlicher Regionen

Johanna Häs Communications
FZI Forschungszentrum Informatik

    Wie lässt sich die Versorgung von Menschen mit einer Krebserkrankung im ländlichen Raum zuverlässig gewährleisten? Im Forschungsprojekt RegioOnkoNet schaffen die Verbundpartner eine sichere digitale Infrastruktur, die Fachärzte, Hausärzte und Krebsbetroffene in der Modellregion Karlsruhe–Freiburg standortunabhängig vernetzt. Das FZI Forschungszentrum Informatik bringt hierfür prototypische digitale Lösungen in die regionale Anwendung. Für das Projekt investiert die Stiftung Deutsche Krebshilfe insgesamt 2,4 Millionen Euro.

    Moderne Diagnostik und Therapien zur Versorgung krebserkrankter Menschen im ländlichen Raum sind eine zentrale Herausforderung für das Gesundheitswesen. Hier setzt das im Oktober 2025 gestartete Verbundprojekt RegioOnkoNet an. Gemeinsames Ziel der vier geförderten und drei assoziierten Partner ist es, direkt vor Ort die Betreuung krebserkrankter Menschen in der Modellregion Karlsruhe–Freiburg durch digitale Lösungen zu verbessern. Den Patient*innen werden so lange Anfahrtswege und Wartezeiten auf Termine erspart. Die Fachpraxen und Kliniken in den Ballungszentren können durch den Rückgang der Überweisungen von krebserkrankten Menschen entlastet werden.

    Hochsicheres digitales Kommunikationsnetzwerk

    Im Kern von RegioOnkoNet steht der Aufbau eines dezentralen, hochsicheren digitalen Kommunikationsnetzwerks. Dieses verbindet onkologische Fachärzt*innen, Hausärzt*innen und Patient*innen direkt miteinander. Die Rolle des FZI im Projekt erläutert Dr.-Ing. Christina Erler, Projektleiterin am FZI Forschungszentrum Informatik: “Das FZI hat beim Vorläuferprojekt die prototypische technische Infrastruktur entwickelt. Nun setzen wir bei RegioOnkoNet erstmals die erprobten Forschungslösungen in einer gesamten Modellregion ein. Das hat einen hohen Nutzwert für das Gesundheitssystem und für die Patient*innen.”

    Ein wesentliches Merkmal von RegioOnkoNet ist die Möglichkeit für die Behandelten, ihre Gesundheitsdaten effizient zu verwalten und gezielt freizugeben. So verbleiben sensible medizinische Daten dort, wo sie entstehen, etwa in onkologischen Fachkliniken und bei den Hausarztpraxen. Ergänzend ermöglicht das dezentrale Kommunikationsnetzwerk eine ortsübergreifende sichere Datennutzung in konkreten Versorgungssituationen.

    Für die Patient*innen dient eine App als zentrales Frontend des Kommunikationsnetzwerks. Die direkte digitale Kommunikation zwischen den Beteiligten erfolgt über abgesicherte Peer-to-Peer-Verbindungen. Die Authentifizierung aller Akteur*innen basiert auf sicheren digitalen Identitäten. Das schafft die Voraussetzungen für Vertrauen, Verlässlichkeit und rechtssichere Kommunikation. Dank der Kombination aus gesicherter Identitätsverwaltung, dezentraler Datenhaltung und klarer Zugriffssteuerung entsteht eine Infrastruktur, die Datenschutz und Versorgung gleichermaßen ermöglicht. So wird das Bedürfnis vieler Patient*innen nach erhöhter Sicherheit und Schutz ihrer Gesundheitsdaten wirksam adressiert.

    Vorhandene Ressourcen im Gesundheitswesen können effizienter genutzt werden

    Ergänzend erhalten die Hausärzt*innen durch die Infrastruktur von RegioOnkoNet Zugriff auf eine digitale Kompetenz- und Schulungsplattform. Sie macht praktisches onkologisches Fachwissen vor Ort verfügbar. Das erhöht die Handlungssicherheit im Versorgungsalltag durch die Hausärzt*innen und trägt dazu bei, dass vorhandene Ressourcen im Gesundheitswesen effizienter genutzt werden.

    Bewährt sich dieses Modell einer digitalen Infrastruktur für moderne Diagnostik und Behandlungen von Onkologie-Patient*innen, soll es später auch in anderen Regionen umgesetzt werden. Die Projektlaufzeit für RegioOnkoNet ist auf fünf Jahre angesetzt, mit geplantem Ende im September 2030. Der Projektverbund wird vom Onkologischen Zentrum des Städtischen Klinikums Karlsruhe (SKK) koordiniert. Projektpartner sind das Institut für Allgemeinmedizin & Interprofessionelle Versorgung des Universitätsklinikums Tübingen, der Lehrstuhl für Selbsthilfeforschung mit Schwerpunkt Krebs-Selbsthilfe des Tumorzentrums Freiburg – Comprehensive Cancer Center (CCCF) und das FZI Forschungszentrum Informatik.
    Zu den assoziierten Partnern zählen die Bezirksdirektion Nordbaden der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW), die Psychosoziale Beratungsstelle für Krebskranke und Angehörige der AWO Karlsruhe sowie die Klinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Freiburg.

    Über das FZI Forschungszentrum Informatik

    Das FZI Forschungszentrum Informatik mit Hauptsitz in Karlsruhe und Außenstelle in Berlin ist eine gemeinnützige Einrichtung für Informatik-Anwendungsforschung und Technologietransfer. Sie bringt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Informationstechnologie in Unternehmen und öffentliche Einrichtungen und qualifiziert für eine akademische und wirtschaftliche Karriere oder den Sprung in die Selbstständigkeit. Betreut von Professor*innen verschiedener Fakultäten entwickeln die Forschungsgruppen am FZI interdisziplinär für ihre Auftraggeber Konzepte, Software-, Hardware- und Systemlösungen und setzen die gefundenen Lösungen prototypisch um. Mit dem FZI House of Living Labs steht eine einzigartige Forschungsumgebung für die Anwendungsforschung bereit. Das FZI ist Innovationspartner des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und strategischer Partner der Gesellschaft für Informatik (GI).


    Weitere Informationen:

    https://www.krebshilfe.de/informieren/presse/neues-aus-der-forschung/spitzenmedi... Pressemitteilung der Deutschen Krebshilfe "Spitzenmedizin für alle Krebspatienten: Deutsche Krebshilfe unterstützt Aufbau von regionalen Behandlungsnetzwerken mit zwölf Millionen Euro"


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Informationstechnik
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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