TU-Student*innen entwickeln Raumfahrtexperiment für nachhaltige Servicemissionen im All
Wie lassen sich Satelliten warten, reparieren oder bergen, ohne zusätzlichen Weltraummüll zu verursachen? Das studentische Raumfahrtexperiment MAGGIE setzt genau hier an. Student*innen der Technischen Universität Berlin kombinieren einen modularen Roboterarm mit neuartigen Gecko-Haftmaterialien, um Greif- und Dockingmanöver unter Schwerelosigkeit zu demonstrieren. Ende Januar 2026 präsentieren sie ihr Experiment im Rahmen der Student Training Week im schwedischen Kiruna. Das Projekt wurde in das internationale REXUS/BEXUS-Programm des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der schwedischen Raumfahrtbehörde aufgenommen und wird 2027 vom Raketenstartplatz Esrange in Schweden starten. Entwickelt wird das Vorhaben im Rahmen eines X-Tutorials der Berlin University Alliance.
Im Zentrum des studentischen Raumfahrtexperiments MAGGIE (Microgravitational Automated Gecko Gripping Interaction Experiment) stehen zwei aktuelle Forschungsansätze der Raumfahrttechnik: ein modularer Roboterarm und haftende Gecko-Materialien, die ohne Klebstoff auskommen und auch im Vakuum funktionieren. Gemeinsam sollen sie zeigen, wie sich Raumfahrzeuge im All sicher greifen und koppeln lassen – ein zentraler Baustein für künftige Missionen im Bereich „In-Space Operation and Servicing (ISOS)“.
Der eingesetzte Little Interaction and Servicing Arm (LISA) wurde vom Fachgebiet Raumfahrttechnik der TU Berlin gemeinsam mit der RWTH Aachen entwickelt. Er besteht aus wenigen Zentimeter großen, modularen Gelenken und ist flexibel skalierbar. Die Gecko-inspirierten Haftmaterialien basieren auf Van-der-Waals-Kräften und gelten als vielversprechender Ansatz für Docking-Manöver im Weltraum.
Tests unter Schwerelosigkeit
Das Experiment soll die Funktionalität dieses Systems erstmals unter realen Schwerelosigkeitsbedingungen demonstrieren. Während des Raketenflugs führt der Roboterarm simulierte Greif- und Dockingmanöver aus. Sensoren und Kameras erfassen dabei Haftkräfte, Bewegungsabläufe und Positionsgenauigkeit.
Internationales Ausbildungs- und Forschungsprogramm
MAGGIE ist Teil des REXUS/BEXUS-Programms des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der schwedischen Raumfahrtbehörde SNSA. Am 26. und 27. Januar 2026 stellen die Student*innen ihr Experiment beim Preliminary Design Review im schwedischen Esrange Space Center vor, eingebettet in die Student Training Week. Dort erhalten sie zusätzlich Schulungen zu Projektmanagement und Raumfahrtstandards.
Der Start der Höhenforschungsrakete ist für März 2027 geplant. Während einer rund zweiminütigen Schwerelosigkeitsphase sollen die entscheidenden Messdaten gewonnen werden.
Forschungserfahrung früh im Studium
MAGGIE wurde vom studentischen Raumfahrtverein BEARS e.V. in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Raumfahrttechnik der TU Berlin ins Leben gerufen, von dem das Projekt umfangreich unterstützt wird. Es ermöglicht Student*innen, eigene Forschungsprojekte weitgehend eigenständig zu realisieren und sich früh im Studium praktisch mit der Raumfahrt zu beschäftigen – von der Konzeption bis zur Auswertung.
Darüber hinaus ist MAGGIE als X-Tutorial Teil der Berlin University Alliance und wird im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern gefördert. Mit dem Programm hat der Berliner Exzellenzverbund das erste Forschungsstipendium für Student*innen im deutschsprachigen Raum etabliert und stärkt gezielt den wissenschaftlichen Nachwuchs.
„MAGGIE gibt mir die Möglichkeit, nicht nur theoretisch zu arbeiten, sondern an einem echten Raumfahrtexperiment mitzuwirken – mit dem Wissen, dass ein Teil meiner Arbeit tatsächlich ins All fliegt“, sagt Sven Zabel, Student der TU Berlin und Mitglied des Projektteams. Tutor Leo Scheuermann ergänzt: „Das X-Tutorial gibt mir die Möglichkeit, neben dem Studium intensiv an Forschung und Lehre mitzuwirken und Verantwortung zu übernehmen.“
Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:
Felix Schoetzau
Studentische Initiative Bears
Fachgebiet Raumfahrttechnik
Fakultät V – Verkehrs- und Maschinensysteme
E-Mail: maggie@bears-space.de
Weitere Informationen finden Sie unter:
BEARS e.V. Website: https://www.bears-space.de/projects/current/MAGGIE/
REXUS/BEXUS Programm: https://rexusbexus.net/
Roboterarm: HOMER:ODISEE (RWTH Aachen): https://www.sla.rwth-aachen.de/cms/institut-fuer-strukturmechanik-und-leichtbau/...
Autorin: Barbara Halstenberg
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Physik / Astronomie
überregional
Forschungsprojekte
Deutsch

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