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29.01.2026 15:38

Forschung zu Zwangsadoptionen in der DDR: Abschlusstagung an der Evangelischen Hochschule Berlin

Sibylle Baluschek M.A. Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Evangelische Hochschule Berlin (EHB)

    An der Evangelischen Hochschule Berlin wurden die Ergebnisse einer vom Deutschen Bundestag beauftragten Studie zu Zwangsadoptionen in der DDR vorgestellt. Die Untersuchung zeigt, dass das Unrecht vor allem auf autoritären Strukturen und fehlendem Rechtsschutz in der Jugendhilfe beruhte; ein zentral gesteuertes politisches Vorgehen konnte nicht nachgewiesen werden.

    Das Deutsche Institut für Heimerziehungsforschung (DIH), An-Institut der Evangelischen Hochschule Berlin (EHB), stellte am 23. Januar 2026 die Ergebnisse einer bundesweiten Studie zu Zwangsadoptionen in der DDR vor. Die Untersuchung wurde im Auftrag des Deutschen Bundestages durchgeführt und vom Bundesministerium des Innern gefördert.

    Die dreieinhalbjährige Forschungsarbeit wurde von einem interdisziplinären Verbund unter Leitung von Prof.in Dr. Anke Dreier-Horning und Prof. Dr. Karsten Laudien durchgeführt. Beteiligt waren Wissenschaftler:innen der Universitäten Leipzig, Düsseldorf und Mainz sowie der Medical School Berlin.

    Zentrale Befunde der Studie zeigen, dass Zwangsadoptionen in der DDR insbesondere durch unverhältnismäßig harte Eingriffe der Jugendhilfe ermöglicht wurden. Grundlage des begangenen Unrechts waren autoritäre institutionelle Strukturen, fehlender Rechtsschutz für betroffene Eltern sowie weitreichende Handlungsspielräume der örtlichen Jugendhilfebehörden. Ein systematisch zentral gesteuertes und politisch motiviertes Vorgehen konnte hingegen nicht nachgewiesen werden.

    Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer öffentlichen Abschlusstagung an der EHB erstmals vorgestellt und diskutiert. Rund 150 Gäste, darunter Betroffene, Wissenschaftler:innen sowie Fachkräfte aus Verwaltung und Praxis, nahmen an der Veranstaltung teil. In Grußworten würdigten Vertreter:innen aus Wissenschaft und Politik, wie Prof. Dr. Sebastian Schröer-Werner (Präsident der EHB), Sebastian Wüste (Staatssekretär im Bundesministerium des Innern), Dr. Maria Nooke (Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur in Brandenburg) sowie Evelyn Zupke (SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag) die Bedeutung der Studie für die historische Aufarbeitung und die weitere politische Diskussion.

    Eine Zusammenfassung der Ergebnisse sowie weiterführende Informationen stehen auf der Webseite des Deutschen Instituts für Heimerziehungsforschung zum Download bereit.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof.in Dr. Anke Dreier-Horning (anke.dreier-horning@eh-berlin.de)
    Prof. Dr. Karsten Laudien (karsten.laudien@eh-berlin.de)


    Originalpublikation:

    https://dih-berlin.de/wp-content/uploads/2026/01/Zusammenfassung-der-Studie-Zwan...


    Weitere Informationen:

    https://dih-berlin.de/zwangsadoption-in-der-ddr/


    Bilder

    Der Forschungsverbund: Prof.in Dr. Heide Glaesmer, Prof.in Dr. Birgit Wagner, Prof. Dr. Karsten Laudien, Prof. Dr. Heiner Fangerau und Prof.in Dr. Anke Dreier-Horning
    Der Forschungsverbund: Prof.in Dr. Heide Glaesmer, Prof.in Dr. Birgit Wagner, Prof. Dr. Karsten Laud ...
    Quelle: Philipp Demant
    Copyright: EHB


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Gesellschaft, Philosophie / Ethik, Politik, Recht
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

    Der Forschungsverbund: Prof.in Dr. Heide Glaesmer, Prof.in Dr. Birgit Wagner, Prof. Dr. Karsten Laudien, Prof. Dr. Heiner Fangerau und Prof.in Dr. Anke Dreier-Horning


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