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02.02.2026 11:21

Wissenschaftsrat | Zukunftsagenda für den Wissenschaftsstandort Deutschland

Georg Scholl Geschäftsstelle
Wissenschaftsrat

    WR stellt Papier „Wissenschaft in Deutschland – Perspektiven bis 2040“ vor

    Die Rahmenbedingungen für die Wissenschaft in Deutschland verändern sich grund­legend. Geopolitische Unsicherheiten, wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen, internationale Konkurrenz sowie technologische Umbrüche machen strategische Entscheidungen und konkrete Änderungen nötig. Was ist zu tun, damit Deutschlands Wissenschaftssystem auch in Zukunft erfolgreich ist?

    Der Wissenschaftsrat schlägt eine Agenda hierfür vor und entwirft ein Zielbild für das Jahr 2040: Deutschland soll ein weltweit sichtbarer und wettbewerbsfähiger Wissenschaftsstandort sowie ein Modell freier und starker Wissenschaft sein – geprägt durch Spitzenforschung, hochwertige Bildungsangebote und hohe gesellschaftliche Wirksamkeit.

    Die Agenda beschreibt zehn Handlungsfelder, die für ein leistungsfähiges Wissenschaftssystem entscheidend sind, das hohen Erwartungen gerecht werden soll, etwa an Innovation und produktivem Nutzen oder an Bildung und Beiträgen zu Sicherheit und gesellschaftlichen Herausforderungen. Damit verbunden sind konkrete Handlungsvorschläge für Politik und Wissenschaft.

    „Wir drohen in Zukunft den Anschluss zu verlieren, wenn wir nicht heute die Weichen richtig stellen. Die Wissenschafts- und Innovationspolitik muss schneller und wirksamer auf neue Umstände reagieren können“, betont der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Wolfgang Wick. „Dafür müssen Prioritäten gesetzt werden, um auch mit begrenzten Ressourcen Veränderungen voranzutreiben. Es braucht eine bessere und schnellere Koordination über Ressortgrenzen hinweg sowie zwischen Bund und Ländern. Vertrauen und Eigenverantwortung müssen gestärkt, Kontrolle und Hemmnisse abgebaut sowie Entscheidungswege, Förderinstrumente und Verwaltungsprozesse vereinfacht werden“, so Wick.

    In seiner Agenda fordert der Wissenschaftsrat neben Reformen entschlossene Profilierung, Investitionen und Konsolidierung. Wissenschafts- und Innovationspolitik muss in den kommenden Jahren genügend Mittel mobilisieren, um die Souveränität und Stärke von Wissenschaft und Innovation in Deutschland zu sichern und auszubauen. Mittel für Bildung, Forschung und Innovation sichern die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft und dürfen nicht länger als konsumtive Ausgaben gelten.

    Wissenschaftsfinanzierung als staatliche Kernaufgabe muss verlässlich bleiben. Ziel bleibt exzellente Forschung und ein international sichtbarer Platz in der Spitzengruppe. Krisen und knappe Ressourcen erzwingen Konzentration. Ressourcen müssen gezielt und nachhaltig eingesetzt werden – durch klare Prioritäten sowie eine bessere Vernetzung und Bündelung von Kräften im wissenschaftlichen System.

    Bund und Länder sollten mittelfristig Profil, Steuerung und Finanzierung der außeruniversitären Forschung neu ordnen. Dazu gehören ihre Unterscheidung voneinander, die Zusammenarbeit mit Hochschulen und der Umgang mit Forschungsinfrastrukturen. Auch das Verhältnis von institutioneller und projektbezogener Förderung gehört auf den Prüfstand: Nur so lassen sich Nachhaltigkeit, Verlässlichkeit und Freiräume in ein Gleichgewicht bringen.

    Neben der Politik richtet sich die Agenda auch an die Wissenschaft und insbesondere an die Hochschulen als Schlüsselakteure gesellschaftlicher, politischer, technologischer Transformationen. Sie sollten Priorität in der Politik genießen. Zugleich sind sie strategisch gefordert: Gesellschaftliche und technologische Umbrüche erfordern eine neue Architektur des Studienangebots. Länder und Hochschulen sollten ihr Studienangebot länderübergreifend und wissenschaftsgeleitet prüfen. Wenig nachgefragte Studiengänge sind gegebenenfalls zu bündeln oder abgestimmt zurückzubauen. Gleichzeitig gilt es, Konzepte für den Umgang mit veränderten Studierendenzahlen, wachsender Heterogenität und neuen Lehrformen zu entwickeln sowie Maßnahmen zur Steigerung des Studienerfolgs auszubauen.


    Originalpublikation:

    https://www.wissenschaftsrat.de/download/2026/3014-26 - Zum Papier
    https://www.wissenschaftsrat.de/download/2026/3014-26_K - Zur Kurzfassung
    https://youtu.be/AwmXUGUYe6c - Zur Pressekonferenz auf YouTube


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    fachunabhängig
    überregional
    Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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