Im erdnahen Orbit herrscht Platzmangel. Schon jetzt übernehmen dort tausende Satelliten wichtige Aufgaben der Navigation, Telekommunikation und Erdüberwachung. Zehntausende Satelliten werden in den nächsten Jahren noch hinzukommen. Wenn ausrangierte Satelliten bei ihrem Wiedereintritt in die Atmosphäre verglühen, schaffen sie zwar Platz im Orbit, hinterlassen dabei jedoch Mikropartikel aus Metallen und Kunststoffen in der Atmosphäre. In einem Vortrag am Mittwoch, 18. Februar an der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle (Saale) spricht der Geophysiker Karl-Heinz Glaßmeier über die Folgen dieser Verschmutzung und Möglichkeiten für mehr Nachhaltigkeit in der Raumfahrt.
Zuvor erhalten neue Mitglieder der Leopoldina ihre Mitgliedsurkunden.
Mittwoch, 18. Februar 2026
17:00 Uhr bis 18:00 Uhr Urkundenübergabe Klasse I – Mathematik, Natur- und Technikwissenschaften
18:00 Uhr bis 19:30 Uhr Leopoldina-Vorlesung mit Prof. Dr. Karl-Heinz Glaßmeier
„Zwischen Himmel und Erde: Raumfahrt, Atmosphäre und Nachhaltigkeit“
Hauptgebäude der Leopoldina
Jägerberg 1, 06108 Halle (Saale)
Der Geophysiker Prof. Dr. Karl-Heinz Glaßmeier forscht u. a. zu planetaren Magnetfeldern und Plasmen im Weltraum. Seine Magnetfeldmessinstrumente wurden auf vielen Weltraummissionen genutzt. Zudem war er in leitender Funktion an NASA- und ESA-Missionen beteiligt, darunter JUICE zur Erforschung der Jupitermonde und THEMIS/ARTEMIS zur Untersuchung der Einflüsse von Sonnenwinden auf die Erdatmosphäre. In den letzten Jahren widmete sich Glaßmeier verstärkt den Fragen der nachhaltigen Raumfahrt. In seinem Vortrag wird er erklären, wie die Überreste verglühter Satelliten die Atmosphäre verändern können. Schon jetzt sammeln sich beispielsweise erhöhte Mengen Aluminium in der Stratosphäre über den Polarregionen und könnten als Katalysator für chemische Prozesse fungieren.
Karl-Heinz Glaßmeier in einem Interview auf der Leopoldina-Website: https://www.leopoldina.org/newsroom/nachrichten/detail/der-erdnahe-weltraum-ist-...
Vor der Leopoldina-Vorlesung überreicht Leopoldina-Präsidentin Prof. Dr. Bettina Rockenbach um 17:00 Uhr Akademie-Mitgliedern der Klasse I – Mathematik, Natur- und Technikwissenschaften ihre Urkunden. Zur Übersicht über die 2025 neu in die Klasse I der Leopoldina aufgenommenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler: https://www.leopoldina.org/neue-mitglieder
Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten, der Eintritt ist frei. Zum vollständigen Programm und zum Link zur erforderlichen Anmeldung bis Donnerstag, 12. Februar 2025: https://www.leopoldina.org/ergebnisse-und-termine/veranstaltungen/detail/zwische...
Am Folgetag der Leopoldina-Vorlesung, am Donnerstag, 19. Februar, veranstaltet die Klasse I – Mathematik, Natur- und Technikwissenschaften ein Fachsymposium zum Thema „Verglühende Satelliten: Ein Risiko für die Atmosphäre und uns?“ Vorträge widmen sich u. a. den grundlegenden chemischen und physikalischen Prozessen der oberen Atmosphäre, Einflüssen von künstlichen und natürlichen Objekten, Grenzen des erdnahen Orbits sowie Standards für nachhaltige Weltraumaktivitäten. Zum gesamten Programm sowie zum Link zur erforderlichen Anmeldung bis Donnerstag, 12. Februar: https://www.leopoldina.org/ergebnisse-und-termine/veranstaltungen/detail/verglue...
Journalistinnen und Journalisten, die an den Veranstaltungen teilnehmen möchten, melden sich bitte per E-Mail unter presse@leopoldina.org an.
Medienkontakt:
Sonja Kastilan
Leiterin der Abteilung Wissenschaftskommunikation
Tel.: +49 (0)345 472 39-800
E-Mail: presse@leopoldina.org
Über die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina:
Als Nationale Akademie der Wissenschaften leistet die Leopoldina unabhängige wissenschaftsbasierte Politikberatung zu gesellschaftlich relevanten Fragen. Dazu erarbeitet die Akademie interdisziplinäre Stellungnahmen auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse. In diesen Veröffentlichungen werden Handlungsoptionen aufgezeigt, zu entscheiden ist Aufgabe der demokratisch legitimierten Politik. Die Expertinnen und Experten, die Stellungnahmen verfassen, arbeiten ehrenamtlich und ergebnisoffen. Die Leopoldina vertritt die deutsche Wissenschaft in internationalen Gremien, unter anderem bei der wissenschaftsbasierten Beratung der jährlichen G7- und G20-Gipfel. Sie hat rund 1.700 Mitglieder aus mehr als 30 Ländern und vereinigt Expertise aus nahezu allen Forschungsbereichen. Sie wurde 1652 gegründet und 2008 zur Nationalen Akademie der Wissenschaften Deutschlands ernannt. Die Leopoldina ist als unabhängige Wissenschaftsakademie dem Gemeinwohl verpflichtet.
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, jedermann
Chemie, Physik / Astronomie, Umwelt / Ökologie, Verkehr / Transport
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

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