Der Informatikstudent engagiert sich mit Leib und Seele für Familien mit schwerstbehinderten Kindern – deren oftmals zu kurz kommenden gesunden Geschwister nimmt er in den Blick
Der Informatikstudent Marian Grau von der Universität Konstanz wird in diesem Jahr vom Deutschen Studierendenwerk (DSW) und vom Deutschen Hochschulverband (DHV) für sein außergewöhnliches Engagement bei der Unterstützung von Familien mit schwerstbehinderten Kindern als „Student des Jahres“ ausgezeichnet. Dieses Wirken ist eng mit seiner eigenen Lebensgeschichte verknüpft: Als Marian Grau neun Jahre alt ist, stirbt sein knapp zwei Jahre älterer Bruder Marlon, der auf Grund eines Gendefekts schwerstbehindert war. Marian, der sich Zeit seines Lebens liebevoll um seinen Bruder gekümmert hat, muss mit dem Verlust zurechtkommen, bereist entlegene Regionen der Welt und lässt die Öffentlichkeit wenig später an seinem besonderen Blick auf das Leben in seinem Buch „Bruderherz: Ich hätte dir so gern die ganze Welt gezeigt“ teilhaben. Aus diesen tiefen persönlichen Erfahrungen ist seitdem ein neben Schule und Studium beispielgebendes ehrenamtliches Engagement erwachsen, zum einen als Botschafter des Deutschen Kinderhospizvereins e.V., zum anderen als Pate von Philip Julius e.V.. Der gemeinnützige Verein, der Familien mit mehrfach schwerstbehinderten Kindern zur Seite steht, wurde am 22. März 2013 von der Journalistin Katrin Eigendorf und ihrem Mann Jörg Eigendorf gegründet. Benannt ist er nach ihrem Sohn Philip Julius, der im Alter von 17 Jahren an den Folgen seiner schweren Behinderung starb.
Sowohl als Botschafter des Deutschen Kinderhospizvereins e.V. als auch als Pate von Philip Julius e.V. tritt Marian Grau neben seinem Studium als Autor, Referent und Gesprächspartner in Erscheinung, um für die Belange von Familien mit schwerstbehinderten Kindern zu sensibilisieren. Im Rahmen seines Engagements für Philip Julius e.V. hat Marian Grau mit dem Programm „Von Geschwistern für Geschwister“ ein bundesweit einzigartiges Leuchtturmprojekt ins Leben gerufen. Marians eigene Familiengeschichte verbindet ihn mit den Jugendlichen, die er im Rahmen des Projekts begleitet. Er ist daher nicht nur Organisator, sondern auch fester Bezugspunkt und Ansprechpartner für die Geschwister. Die Geschwisterbegegnungen sind für die Jugendlichen eine Möglichkeit, sich in einem geschützten Raum auszutauschen und zu vernetzen. Auf den zweimal jährlich stattfindenden Treffen können die Geschwister neue Kraft schöpfen und über Themen sprechen, für die im Alltag ihrer Familien kein Platz ist.
„Wenn ein Kind mit einer schweren Behinderung aufwächst oder verstirbt, prägt das auch den Lebensweg seiner gesunden Geschwister. Neben emotionalen Herausforderungen wie Sorgen und Trauer erleben sie oft einen Mangel an ungeteilter Aufmerksamkeit der Eltern sowie einen Alltag, der stark durch die Rücksichtnahme auf die besonderen Bedürfnisse der Familie bestimmt ist. Das von Marian Grau initiierte und getragene Projekt setzt an dieser Stelle punktgenau an. Es greift jungen Menschen, deren Belange in unserer Gesellschaft oft zu wenig gesehen werden, mit Rat und Tat unter die Arme und gibt ihnen Halt. Dieser keineswegs selbstverständliche Einsatz ist beeindruckend und bewundernswert“, begründen DSW-Präsidentin Professorin Dr. Beate Schücking und DHV-Präsident Professor Dr. Dr. h.c. Lambert T. Koch gemeinsam die Auszeichnung.
Den Preis „Student/-in des Jahres“ haben DHV und DSW zum elften Mal ausgelobt. Mit der Auszeichnung werden Studierende gewürdigt, die ein über die Leistungen im Studium hinausgehendes, herausragendes Engagement zeigen, das möglichst einzigartig und innovativ sein sollte. Diese Kriterien erfüllt nach einhelliger Ansicht der sechsköpfigen DHV/DSW-Jury Marian Grau in besonderer Weise.
Verliehen wird der Preis „Student des Jahres“ am 23. März 2026 in Berlin bei der „Gala der Deutschen Wissenschaft“ des DHV. Mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro verbunden, das vom Stifterverband gestiftet wird. Zuletzt geehrt wurde Noah Dejanović von der Universität Leipzig. Der Lehramtsstudent erfuhr als Kind selbst körperliche, psychische und sexualisierte Gewalt und setzt sich unter anderem mit dem Projekt „Kinderschutz im Studium“ für die Aufklärung und Sensibilisierung von Studierenden und Lehrenden in Bezug auf Kindeswohlgefährdung und Missbrauch ein.
Die DHV/DSW-Jury:
Dr. Yvonne Dorf, Geschäftsführerin des DHV
Dr. Matthias Jaroch, DHV-Pressesprecher
Professorin Dr. Daniela Wawra, Universität Passau
Matthias Anbuhl, DSW-Vorstandsvorsitzender
Franziska Bollinger, studentisches Mitglied im Verwaltungsrat des Studierendenwerks West:Brandenburg und Sprecherin des DSW-Studierendenrats
Janik Hellenkamp, studentischer stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender des Studierendenwerks Aachen
Ansprechpartner für die Medien beim DHV:
Dr. Matthias Jaroch, Pressesprecher
Rheinallee 18, 53173 Bonn
Tel. 0228 90266-15
Ansprechpartner beim DSW:
Stefan Grob, Pressesprecher
Monbijouplatz 11, 10178 Berlin
Tel. 030 29 77 27 20, Mobil 0163 29 77 272
E-Mail stefan.grob@studierendenwerke.de
- Der Deutsche Hochschulverband ist die bundesweite Berufsvertretung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland mit rund 34.000 Mitgliedern (http://www.hochschulverband.de).
- Das Deutsche Studierendenwerk vertritt als Verband der 57 Studenten- und Studierendenwerke in Deutschland deren Interessen sowie die sozialpolitischen Belange der Studierenden (https://www.studentenwerke.de)
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, jedermann
fachunabhängig
überregional
Wettbewerbe / Auszeichnungen
Deutsch

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