Die Helmholtz-Gemeinschaft startet eine bundesweite Biomedical Engineering Initiative, um Technologieentwicklung und Transferaktivitäten zu beschleunigen. Unter der Leitung ihrer etablierten Gesundheitszentren bündelt Helmholtz Biomedical Engineering modernste Infrastruktur und interdisziplinäre Expertise, um gemeinsam innovative Lösungen für kontinuierliches Gesundheitsmonitoring, Prävention, frühzeitige Erkennung sowie personalisierte Diagnostik und Therapien zu entwickeln.
Aufbauend auf regionaler akademischer Stärke und durch die gezielte Förderung von Industriekooperationen zielt diese nationale Initiative darauf ab, Deutschlands Position als globalen Standort für biomedizintechnische und gesundheitstechnologische Innovationen weiter auszubauen.
Vernetzte Expertise für Deutschlands Hightech Agenda
Die Helmholtz-Gemeinschaft ist in besonderer Weise prädestiniert, Disziplinen wie Lebens-, Ingenieur-, Datenwissenschaften und Medizin miteinander zu verbinden. Aufbauend auf ihren akademischen Partnerschaften und Industriekooperationen konzentriert sich die Helmholtz Biomedical Engineering Initiative darauf, Lücken in den Ausbildungsstrukturen des Biomedical Engineering zu schließen und Forschungsrahmenbedingungen zu gestalten, die wissenschaftsgetriebenes Unternehmertum fördern.
„Biomedical Engineering wird medizinische Herausforderungen lösen sowie wirksame Impulse für die Wirtschaft setzen – und damit die technologische Souveränität Deutschlands stärken. Die Zusammenarbeit unserer Forschungszentren mit universitären und industriellen Partnern wird zu Innovationen führen, die der Gesellschaft zugutekommen. Diese Aktivitäten stehen in engem Einklang mit den Zielen der Hightech Agenda Deutschland sowie mit den europäischen Bestrebungen zur Förderung von Start-ups und Scale-ups“, sagt der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Prof. Martin Keller.
Zehn zentrenübergreifende Projekte bilden den Auftakt der Initiative
Zum Start der Initiative wurden zehn zentrenübergreifende Projekte mit Start-up-Potenzial oder bestehenden Industriekooperationen in einem wettbewerblichen Verfahren ausgewählt und werden von der Helmholtz-Gemeinschaft gefördert. Diese Projekte adressieren zentrale Herausforderungen der modernen Medizin – von der frühzeitigen Krankheitsdetektion und personalisierten Diagnostik bis hin zu neuartigen therapeutischen Ansätzen. Fünf der Projekte werden von Helmholtz Munich koordiniert, darunter auch die zentrale Koordinationseinheit, die für die strategische Abstimmung, den Ausbau des Netzwerks sowie die Identifikation zukünftiger Fördermöglichkeiten für alle beteiligten Helmholtz-Zentren verantwortlich ist.
„Helmholtz Munich hat ein starkes und international anerkanntes Profil in Biomedical Engineering aufgebaut. Wir freuen uns sehr, diese Initiative zu koordinieren, führende Labore innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft zusammenzubringen, unsere Expertise einzubringen und die Sichtbarkeit des Forschungsfeldes weiter zu stärken“, erklärt Prof. Martin Hrabě de Angelis, wissenschaftlicher Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsführung (kommissarisch) bei Helmholtz Munich.
Innovationen in Prävention, Diagnostik und Therapie
Die zehn ausgewählten Projekte spiegeln die Breite und das Potenzial des Biomedical Engineering wider. Sie reichen von miniaturisierten, nicht-invasiven Sensortechnologien sowie KI-gestützten Diagnose- und Bildgebungsverfahren über Mikroroboter und verkapselte Transportsysteme für die Wirkstoffabgabe bis hin zu maßgeschneiderten Peptiden für die zielgerichtete Krebstherapie, mikrofluidischen Plattformen zur Überwindung von Multiresistenzen und humanen Organ-on-Chip-Technologien.
„Biomedical Engineering definiert neu, was in der Medizin möglich ist. Durch die Integration fortschrittlicher Sensortechnologien, künstlicher Intelligenz, Bildgebung und neuartiger therapeutischer Ansätze können wir Krankheiten früher erkennen, Behandlungen präziser anpassen und völlig neue Strategien und Versorgungspfade für Patient:innen entwickeln. Die ersten Projekte dieser Initiative geben einen eindrucksvollen Ausblick auf die transformative Kraft und den gesellschaftlichen Nutzen des Biomedical Engineering“, sagt Prof. Vasilis Ntziachristos, Leiter des Bioengineering Centers und Direktor des Instituts für Biologische und Medizinische Bildgebung bei Helmholtz Munich sowie Inhaber des Lehrstuhls für Biologische Bildgebung an der Technischen Universität München.
Aufbau einer nachhaltigen Bioengineering-Community
Über die Forschung hinaus legt die Initiative einen starken Fokus auf Community-Building, Talententwicklung und Wissenstransfer. Sie zielt darauf ab, neue Partner aus der akademischen Landschaft einzubinden, die Beteiligung von Industrie und Start-ups zu fördern und sich an nationalen sowie europäischen politischen Diskussionsprozessen zu beteiligen, um die nachhaltige Verankerung der Ausbildung im Bereich Biomedical Engineering sowie die kontinuierliche Qualifizierung der nächsten Generation von Bioingenieur:innen zu unterstützen.
Teil der Helmholtz-Forschungskampagnen für Zukunftstechnologien
Die Biomedical Engineering Initiative ist Teil eines 36-Millionen-Euro-Pakets für Zukunftstechnologien, das die Helmholtz-Gemeinschaft im Jahr 2026 aufgelegt hat. Über einen Zeitraum von drei Jahren werden drei übergreifende Forschungskampagnen gefördert, die darauf ausgerichtet sind, die Zusammenarbeit über Helmholtz-Forschungsbereiche hinweg sowie mit externen Partnern zu stärken.
An der Helmholtz Biomedical Engineering Initiative sind folgende zehn Helmholtz-Zentren beteiligt:
• Deutsches Elektronen-Synchrotron (DESY)
• Forschungszentrum Jülich
• Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ)
• Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)
• Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI)
• Helmholtz Munich
• Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR)
• Helmholtz-Zentrum Hereon
• Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
• Max Delbrück Center
Über Helmholtz Munich
Helmholtz Munich ist ein biomedizinisches Spitzenforschungszentrum. Seine Mission ist, bahnbrechende Lösungen für eine gesündere Gesellschaft in einer sich schnell verändernden Welt zu entwickeln. Interdisziplinäre Forschungsteams fokussieren sich auf umweltbedingte Krankheiten, insbesondere die Therapie und die Prävention von Diabetes, Adipositas, Allergien und chronischen Lungenerkrankungen. Mittels künstlicher Intelligenz und Bioengineering transferieren die Forschenden ihre Erkenntnisse schneller zu den Patient:innen. Helmholtz Munich zählt mehr als 2.550 Mitarbeitende und hat seinen Sitz in München/Neuherberg. Es ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, mit mehr als 46.000 Mitarbeitenden und 18 Forschungszentren die größte Wissenschaftsorganisation in Deutschland. Mehr über Helmholtz Munich (Helmholtz Zentrum München Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt GmbH): www.helmholtz-munich.de
https://www.helmholtz-bioengineering.de/
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler
Biologie, Informationstechnik, Medizin
überregional
Forschungsprojekte, Kooperationen
Deutsch

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