Fraunhofer UMSICHT analysierte für die Firmen RelineEurope GmbH und Impreg GmbH die Umweltwirkungen, die bei der Sanierung von Abwasserohren entstehen. Dazu verglich das Institut mittels Ökobilanzierung die Sanierung von Abwasserrohren durch das Liner-Verfahren (CIPP: Cure-in-Place-Pipe) mit dem Austausch der Rohre durch neue Betonrohre.
In Deutschland gibt es rund 600 000 Kilometer Abwasserrohre. 35 Prozent sind älter als 65 Jahre, sodass zahlreiche Reparaturen und Sanierungen jetzt bzw. in naher Zukunft notwendig sind. Das Liner-Verfahren ermöglicht eine grabenlose Sanierung der Abwasserrohre. Dazu werden die noch nicht ausgehärteten und somit noch flexiblen Liner wie Schläuche durch die bestehenden Kanalschächte in das beschädigte Rohr eingebracht, dann von innen mithilfe von Druckluft an die alte Rohrwandung angepresst und mit UV-Licht vor Ort ausgehärtet. Das Wandmaterial ist ein glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK) bestehend aus ungesättigtem Polyester-Harz und Glasfasern, das für Transport und Montage in thermoplastische Kunststofffolien (z.B. PE, PE oder PVC) eingeschlossen wird.
Liner-Verfahren weist bessere Umweltbilanz auf
Fraunhofer UMSICHT erstellte die Umweltbilanzen für die unterschiedlichen Methoden der Kanalsanierung. Das Gesamtergebnis: Die Umweltwirkungen lassen sich durch das Liner-Verfahren im Vergleich zum Austausch der Betonrohre auf die Hälfte reduzieren. Zum Beispiel sind die Treibhausgasemissionen zwischen 54 und 77 Prozent geringer – abhängig vom Durchmesser der Rohre und der konkreten Einbausituation. Auch weitere Wirkungskategorien der Ökobilanz zeigen deutliche Vorteile. Das Institut betrachtete in seiner Analyse die Wertschöpfungsschritte: Rohstoffe, Herstellung (Energiebedarf und Abfall), Transport, Installation und End-of-life.
»Die positiven Effekte entstehen weniger bei der Herstellung der Liner, sondern insbesondere durch die verringerten Umwelteffekte aufgrund eines geringeren Installationsaufwand bei der Kanalverlegung« erläutert Dr. Jan Blömer, Abteilung Nachhaltigkeitsmanagement und Partizipation bei Fraunhofer UMSICHT. In der Regel sind keine Erdbewegungen nötig, die Oberflächenstrukturen (Straßen, Grünanlagen etc.) werden nicht beschädigt und müssen demzufolge auch nicht wiederhergestellt werden. Ein weiterer Vorteil – der in dieser Ökobilanz nicht berücksichtigt wurde: Die Sanierung mittels Liner-Verfahren dauert nur ein bis zwei Tage, sodass sich die Belastung für die Anwohner und Verkehrsteilnehmer minimiert.
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0921344925006251
https://www.umsicht.fraunhofer.de/de/circulareconomy/oekobilanzierung-life-cycle... (Landing Page Ökobilanzierung)
https://www.umsicht.fraunhofer.de/de/ueber-fraunhofer-umsicht/abteilungen/sustai... (Abteilung Sustainability Management and Participation)
Sanierter Abwasserkanal durch das Inliner-Verfahren
Copyright: IMPREG
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
Chemie, Umwelt / Ökologie, Verkehr / Transport, Werkstoffwissenschaften
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsergebnisse
Deutsch

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