Die allerersten Absolventen und Absolventinnen der Universität Ulm, ein Einblick in ausgezeichnete Forschung und freudestrahlende Geehrte: Das war der Dies academicus am Freitag, 6. Februar. Mit dem Festakt im Forschungsgebäude N27 hat die Uni ihre Gründung vor 59 Jahren gefeiert. Mittlerweile studieren 10 000 junge Menschen auf dem Oberen Eselsberg, und Jahr für Jahr laufen rund 1000 drittmittelgeförderte Forschungsprojekte. Für herausragende Studierende, Lehrende und Forschende gab es Preise.
Im Jahr 1969 hat die Universität Ulm den Studienbetrieb aufgenommen – wohlgemerkt in der Ulmer Innenstadt, denn oben auf dem Eselsberg gab es damals zwar Felder und Wälder, aber keinen Campus. Mehr als ein halbes Jahrhundert später haben 25 ehemalige Studierende aus dem ersten Absolvierendenjahrgang der Uni ihren Weg auf eben diesen Campus gefunden: 50 Jahre nach ihrem Abschluss haben sie am Freitag, 6. Februar, als Ehrengäste am Dies academicus teilgenommen. „Das zeigt ganz deutlich, wie Studierende und Mitarbeitende mit dieser Uni verbunden sind“, freute sich Professor Michael Weber, Präsident der Uni Ulm.
Feiern, was die Universität Ulm ausmacht und jene Menschen würdigen, die mit Kreativität und Ausdauer die Gesellschaft voranbringen: Das war der Kern der von der Wissenschaftsjournalistin Katharina Menne moderierten Veranstaltung, die mit rund 200 Gästen auch aus Politik und Stadtgesellschaft bestens besucht war. Im Gespräch mit der Moderatorin berichtete Präsident Weber, welche Ereignisse die Universität 2025 geprägt haben: „Wichtig war, dass wir die Studierenden-Gesamtzahl bei rund 10 000 halten konnten.“ Trotz des fehlenden Abiturjahrgangs aus dem nahen Bayern seien es nur etwa einhundert Studienanfängerinnen und -anfänger weniger gewesen als im Jahr zuvor. „Außerdem ist es uns gelungen, unsere Profilbereiche weiter zu schärfen, in denen sich die Fakultäten interdisziplinär austauschen und Wissenschaft vorantreiben: Green Energy, Quantum Science and Technology, Life Long Health und From Data to Knowledge.“ Besonders wichtig sei auch der Abschluss der Hochschulfinanzierungsvereinbarung III gewesen – ein großer Erfolg, für den Weber der Landesregierung dankte.
Die Drittmittel der Universität Ulm liegen mit 120 Millionen Euro weiterhin bei etwa einem Drittel des Gesamtbudgets. Aus ihnen werden eintausend Projekte gleichzeitig gefördert – „bei gerade mal rund 220 Professorinnen und Professoren“, so der Präsident. Dies zeige das große Engagement der Beteiligten. Die meisten Projekte werden über Förderprogramme finanziert; nur fünf bis sieben Prozent der Drittmittel kommen über Auftragsforschung direkt aus der Industrie.
Auch über das gute Abschneiden in der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder mit der erneuten Förderung des Exzellenzclusters POLiS, in dem die Uni Ulm gemeinsam mit dem Karlsruher Institut für Technologie und der Universität Gießen an der Post-Lithium-Speicherung von Energie forscht, freute sich Professor Michael Weber. Der zweite Exzellenzcluster-Antrag Chem4Quant war leider nicht erfolgreich. „Deshalb konnten wir keinen Exzellenzuniversität-Antrag stellen, den wir gerne eingereicht hätten. Ich glaube, wir hätten gute Chancen gehabt.“
In Studium und Lehre hob der Präsident den boomenden Studiengang Biomedizinische Technik ebenso hervor wie den neuen Master Wirtschaftsinformatik, der ebenfalls sehr gut angenommen wurde. Strukturell war die Gmünd Ulm School of Education ein Meilenstein: „Mit der GUSE wollen wir die Lehramtsausbildung noch stärker nach vorne bringen.“
Nach dem Ausblick für die kommenden Monate gefragt, antwortete Weber: „Wir sind dabei, den neuen Struktur- und Entwicklungsplan aufzustellen, der ab 2027 fünf Jahre lang gilt. Wir wollen unsere Forschung noch stärker profilieren und unser Studiengangportfolio weiterentwickeln, damit wir ab 2030 erstklassig aufgestellt sind.“
Für Professor Michael Weber war es der letzte Dies academicus als Präsident der Universität: Er wird Ende September in den Ruhestand gehen. Was er der Uni wünscht? „Dass sie ihren Weg weitergeht und weiterhin den Anspruch hat, exzellent zu sein, Schrittmacher für die Region und für die Wissenschaft zu sein, ihr Weltniveau zu halten und auszubauen – und die Werte der Wissenschaftsfreiheit und des offenen Diskurses voranzubringen und die Studierenden auf höchstem Niveau auszubilden.“
Auszeichnungen aus Forschung, Studium und Lehre
Der mit 4000 Euro dotierte Lehrpreis 2025 geht an Dr. Maximilian Förster und Dr. Andreas Obermeier vom Institut für Business Analytics für ihre innovativen Konzepte in der Lehrveranstaltung „Methoden der Wirtschaftsinformatik“. In diesem Blockseminar kombinieren die Preisträger Workshops, Flipped Classroom, Paper-Reading und -Writing sowie die Entwicklung und Verteidigung eigener Forschungskonzepte. Durch den Einsatz generativer KI, digitaler Werkzeuge und moderner Prüfungsformen schaffen sie ein besonders wirksames, zukunftsorientiertes Lernumfeld. Damit wollen die beiden Wirtschaftsphysiker insbesondere nach der Corona-Pandemie und angesichts der Herausforderungen durch KI die Studierenden aktivieren.
Den Sonderpreis für studentisches Engagement erhält die Hochschulgruppe she.codes by TEC, die insbesondere Mädchen für Informatik und technische Themen begeistern möchte. Stellvertretend nahmen Megi Hoxhalli und Johanna Scheck den mit 500 Euro dotierten Preis entgegen. In kostenlosen Online- und Präsenz-Workshops vermitteln rund 15 Studentinnen Grundlagen in Computer-Programmierung an die Teilnehmerinnen im Alter zwischen 11 und 14 Jahren und sind so nahbare Vorbilder. Die Gruppe an der Uni Ulm besteht seit dem Wintersemester 2024/25 und hat in Zusammenarbeit mit der Initiative Ulm Digital bereits mehrere Workshops im Ulmer Verschwörhaus durchgeführt.
Die ExzellenziaUlm, der Forschungspreis für exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen der Universität Ulm, geht an Dr. Julia Zinngrebe. Die 39-Jährige forscht in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an der Schnittstelle von Pädiatrie und Molekularbiologie. Im Zentrum steht dabei die Interaktion zwischen Fettzellen und ihrer Umgebung. In ihrer Arbeitsgruppe untersucht die forschende Kinderärztin einerseits, wie Fettzellen im Knochenmark die gesunde Blutbildung unterstützen und andererseits, wie Entzündungen im Fettgewebe reguliert werden. Die ExzellenziaUlm ist mit 5000 Euro dotiert und soll speziell Frauen in der Forschung fördern und ihre Sichtbarkeit erhöhen.
Mit dem Kooperationspreis Wissenschaft-Wirtschaft 2025 wurden Dr.-Ing. Christiane Bauer und PD Dr.-Ing. Caroline Willich für ihre Zusammenarbeit mit Diehl Aerospace, HS Elektronik Systeme, Deutsche Aircraft und MTU Aero Engines ausgezeichnet. Beide forschen am Institut für Energiewandlung und -speicherung an Themen rund um Brennstoffzellen-Batterie-Hybridsystemen für Flugzeugantriebe. Dotiert ist der Preis mit 8000 Euro. Seit vielen Jahren arbeiten die Wissenschaftlerinnen in millionenschweren Verbundprojekten mit einem Netzwerk von Unternehmen aus der Luftfahrtindustrie zusammen. Gefördert werden diese Vorhaben unter anderem vom Bundeswirtschafts- und vom Bundesverkehrsministerium. Gemeinsam mit den vier genannten Partnern verfolgen die Ingenieurinnen ein Ziel: elektrisches Fliegen sicherer, effizienter und wirtschaftlich nutzbar zu machen.
Die zentrale technische Herausforderung liegt in der optimalen Verzahnung von Leistungselektronik, Integrierter Modularer Avionik (IMA) und Antriebssystem und deren reibungsloser Funktion unter Flugbedingungen. Ein intelligentes Leistungsmanagement sorgt dafür, dass die Batterie zusätzliche Energie liefert, wenn sie gebraucht wird – etwa beim Start oder im Steigflug. In der Kooperation mit den Industrieunternehmen ging es um die Entwicklung von Steuerungs- und Kontrollsystemen für die hybride Energieversorgung, sowie um den Einsatz von innovativen Leistungshalbleiterschaltern aber auch um Kühlsysteme für druckaufgeladene Brennstoffzellensysteme. Hinzu kamen Studien zur möglichen Hochskalierung und zum Einsatz von Brennstoffzellenantrieben in einem Regionalflugzeug für ca. 40 Passagiere.
Mit Promotionspreisen der Ulmer Universitätsgesellschaft wurden ausgezeichnet:
Dr. Sophia Janna Piller, Dr.-Ing. David Werbunat, Dr. Maximilian Kohler, Dr. Orkun Furat, Dr. Mohamed Mahmoud Ali Elsayed Elnagar, Dr. Mona Elena Arnold, Dr. Bianka Kernl, Dr. Caterina Prelli Bozzo und Dr. Maximilian Hirschenberger. Übergeben wurden die Preise vom UUG-Vorsitzenden Manfred Oster.
Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Lukas Hadinger (Fagott) und Mirko Rossini (Klarinette).
Daniel Strang, Abt. I-1 Marketing, Tel.: (0731) 50-22123, Mail: daniel.strang@uni-ulm.de
https://www.youtube.com/@uulm/videos Die Aufzeichnung des Dies academicus 2026 ist in Kürze abrufbar.
Preisträger*innen und Akteur*innen des Dies academicus 2026 der Universität Ulm
Quelle: Elvira Eberhardt
Copyright: Elvira Eberhardt / Uni Ulm
Universitätspräsident Prof. Michael Weber begrüßt die Gäste zum Dies academicus
Quelle: Elvira Eberhardt
Copyright: Elvira Eberhardt / Uni Ulm
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
fachunabhängig
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Wettbewerbe / Auszeichnungen
Deutsch

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