Hochschule Bochum forscht mit neuem Großgerät zu Mensch-Roboter-Kollaboration.
Wenn Menschen und Roboter miteinander arbeiten, kommt es nicht nur auf Technik, sondern vor allem auf Verständnis, Vertrauen und Vorhersagbarkeit an. Wie eine solche Zusammenarbeit aussehen kann, untersucht ein Forschungsteam der Hochschule Bochum mit dem neuen Großgerät CoBotCraftLab – in enger interdisziplinärer Kooperation der Fachbereiche Architektur und Mechatronik und Maschinenbau. Im Mittelpunkt stehen dabei grundlegende Fragen der Mensch-Roboter-Interaktion im Bauwesen – von gut lesbaren Bewegungen über Sicherheitsaspekte bis hin zur Fertigung von ganzen Wandbauteilen im 1:1 Maßstab. Ermöglicht wird das Forschungsprojekt durch eine Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) über 900.000 Euro.
Kern des Großgeräts ist eine rund sieben Meter lange und drei Meter breite, mobile Fertigungszelle, in der sechs kollaborative Roboter – sogenannte Cobots – gemeinsam mit Menschen arbeiten. Anders als klassische Industrieroboter sind diese Systeme für die direkte Interaktion ausgelegt. Ziel des Projekts ist es unter anderem zu untersuchen, wie sich Roboter bewegen müssen, damit Menschen ihre Absichten intuitiv erkennen können. Untersuchen wollen die Forschenden das, indem sie die Cobots in Zusammenarbeit mit Menschen beispielsweise einen Pavillon aus Holz herstellen lassen. Dieser soll mit traditionellen Fügetechniken wie Schwalbenschwanzverbindungen gefertigt werden – ganz ohne Schrauben oder Klebstoffe. Das erleichtert nicht nur die Montage in der Fertigungszelle, sondern auch die spätere Demontage und sortenreine Trennung der Materialien.
„Das automatisierte Bauen mit Robotern ist ein Feld, in dem noch viele grundlegende Fragen offen sind“, sagt Daniel Schilberg, Professor für Robotik und Mechatronik und Dekan des Fachbereichs Mechatronik und Maschinenbau. „Uns interessiert vor allem, wie ein kollaboratives System gestaltet sein muss, damit Menschen jederzeit verstehen, was der Roboter vorhat. Gerade weil an unserer Anlage mehrere Cobots gleichzeitig agieren, entstehen komplexe Bewegungsabläufe, die für den Menschen gut lesbar und sicher sein müssen.“
Aus architektonischer Perspektive steht neben der Mensch-Maschine-Interaktion auch die Frage nach zukünftigen Bauprozessen im Mittelpunkt. Angesichts des Fachkräftemangels im Bauwesen eröffnen automatisierte und zugleich handwerksnahe Fertigungsmethoden neue Möglichkeiten. „Für uns Architekt*innen ist es spannend, Automatisierung nicht als Gegensatz zum Handwerk zu begreifen, sondern als dessen Erweiterung“, erläutert Erhard An-He Kinzelbach, Professor für Entwerfen und Baukonstruktion an der Hochschule Bochum. „Mit dem CoBotCraftLab können wir erforschen, wie handwerkliches Erfahrungswissen und robotische Präzision verbinden lassen – und wie daraus neue Bauweisen entstehen, die nachhaltig und rückbaufähig sind.“
Ein besonderes Merkmal des Projekts ist die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit. Architektur und Ingenieurwissenschaften entwickeln gemeinsam neue Prozesse, Werkzeuge und Begriffe, um die Kollaboration zwischen Mensch und Maschine zu beschreiben und zu gestalten. „Interdisziplinäre Zusammenarbeit will gelernt sein“, betont Sven Pfeiffer, Professor für Digitales Entwerfen, Planen und Bauen. „Wir müssen eine gemeinsame Sprache finden und klären, wie wir mit Robotern entwerfen können und warum gute Gestaltung dabei eine zentrale Rolle spielt. Das CoBotCraftLab gibt uns die Möglichkeit, unterschiedliche Denkweisen im Prozess der Mensch-Maschine-Kollaboration zu reflektieren und weiterzuentwickeln.“
Die grüne Beleuchtung zeigt, dass die Roboter einsatzbereit sind und alles sicher ist. Sobald jemand ...
Quelle: Judith Merkelt-Jedamzik
Copyright: HSBO
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Studierende, Wissenschaftler
Bauwesen / Architektur, Elektrotechnik, Maschinenbau
überregional
Forschungsprojekte
Deutsch

Die grüne Beleuchtung zeigt, dass die Roboter einsatzbereit sind und alles sicher ist. Sobald jemand ...
Quelle: Judith Merkelt-Jedamzik
Copyright: HSBO
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