Innovatives Tool unterstützt am Uniklinikum bei der Identifikation von potenziellen Organspendern. Öffentlichkeitswirksame Aktionen sensibilisieren und klären auf – Wirkung ist spürbar. Organspendezahlen in Deutschland auf Höchststand seit 2012 – Bedarf an Spenderorganen weiterhin hoch.
Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden ist im Jahr 2025 deutschlandweit eines der Krankenhäuser mit der höchsten Anzahl realisierter Organspenden. Insgesamt konnten hier im vergangenen Jahr 20 Patientinnen und Patienten zur Organspende geführt werden. Insgesamt haben 985 Menschen im Jahr 2025 nach ihrem Tod Organe für die Transplantation gespendet. Das sind 32 mehr als im Jahr 2024. Mit dieser moderaten Steigerung um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht die Organspende in Deutschland den höchsten Stand seit 2012. „Diese Steigerung sowie die erneut gute Bilanz am Universitätsklinikum Dresden sind keineswegs Gründe zum Ausruhen. Wir müssen weiter auf die Organspende aufmerksam machen, informieren, aufklären und sensibilisieren. Nur so können wir den vielen Menschen helfen, die aktuell auch in Deutschland und Sachsen auf ein Spenderorgan warten. Diese Verantwortung nehmen wir am Universitätsklinikum Dresden sehr ernst“, sagt Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand am Universitätsklinikum Dresden.
Mit 11,8 Spenderinnen und Spendern pro eine Million Einwohner nimmt Deutschland im internationalen Vergleich auch im vergangenen Jahr einen der hinteren Plätze ein. Die Summe der in Deutschland postmortal entnommenen Organe, die über die internationale Vermittlungsstelle Eurotransplant nach festgelegten medizinischen Kriterien verteilt und schließlich hierzulande oder in Eurotransplant Verbundländern transplantiert werden konnten, lag bei 3.020 (2024: 2.854). Dazu zählten 1.495 Nieren, 823 Lebern, 315 Herzen, 308 Lungen, 76 Bauchspeicheldrüsen sowie drei Därme. „Auch wenn wir im deutschlandweiten Vergleich eine hohe Zahl an Organspenden realisieren konnten, blicken wir mit einem weinenden Auge auf die Statistik. Die Bereitschaft zur Organspende in Deutschland ist nach wie vor zu gering. Noch immer warten zu viele Menschen zu lange auf ein Spenderorgan“, sagt Dr. Anne Trabitzsch, Leiterin der Stabsstelle Transplantationsbeauftragte am Universitätsklinikum Dresden.
Am Transplantationszentrum des Universitätsklinikums Dresden werden Nieren- sowie kombinierte Pankreas-Nieren-Transplantationen durchgeführt. Die Nieren werden von urologischer Seite und die Pankreata von chirurgischer Seite transplantiert. In enger Kooperation mit der Abteilung für Nephrologie unter Leitung von Prof. Christian Hugo wurden im Jahr 2025 durch die Klinik und Poliklinik für Urologie unter Leitung von Klinikdirektor Prof. Christian Thomas insgesamt 57 Nierentransplantationen durchgeführt – 14 davon als Lebendnierenspende. Auch hier verzeichnet die Bilanz eine Steigerung zu 2024 (51 Nierentransplantationen, 10 Lebendnierenspende). „Natürlich freuen wir uns sehr über die guten Zahlen aus dem vergangenen Jahr. Wir sehen aber auch die drängende Notwendigkeit, beim Thema Organspende und Transplantation noch mehr aufzuklären und zu informieren“, sagt Transplantationsmedizinerin Dr. Juliane Putz aus der Klinik für Urologie. Das Universitätsklinikum Dresden setzt sich deshalb dafür ein, dass sich mehr Menschen für eine Organspende entscheiden. Bei verschiedenen Veranstaltungen wurde im vergangenen Jahr dazu informiert und dafür geworben. Unter anderem fand ein wissenschaftliches Symposium anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Nierentransplantationszentrums statt. Zudem war das Universitätsklinikum Partner der World Transplant Games, die 2025 erstmals in Deutschland zu Gast waren und in Dresden stattfanden. In diesem Rahmen war ebenfalls die Radtour Pro Organspende Gast auf dem Campus des Klinikums. „Aktionen wie diese sind enorm wichtig, um in der Gesellschaft für das Thema Aufmerksamkeit zu schaffen“, sagt Prof. Christian Thomas. „Deshalb werben wir weiterhin unentwegt dafür“, ergänzt Prof. Christian Hugo.
Digitale Unterstützung bietet das Screeningtool DETECT. In Dresden entwickelt und primär implementiert, wird es zunehmend in anderen Krankenhäusern eingeführt. Das Datenintegrationszentrum des Klinikums unterstützt und berät die Kolleginnen und Kollegen dabei. DETECT unterstützt Transplantationsbeauftragte dabei, einen möglicherweise bevorstehenden irreversiblen Hirnfunktionsausfall (umgangssprachlich Hirntod) anhand kontinuierlich erfasster und in der elektronischen Patientenakte dokumentierter Vitaldaten der Patientinnen und Patienten auf der Intensivstation frühzeitig zu erkennen. „Wir haben ein unterstützendes, digitales Hilfsmittel für die Transplantationsbeauftragten der Kliniken geschaffen, welches anhand definierter Parameter die relevanten Patientinnen und Patienten, die potenziell den irreversiblen Hirnfunktionsausfall (Hirntod) erleiden könnten, in den Fokus der Transplantationsbeauftragten setzt, um strukturierte innerklinische Abläufe zu aktivieren“, sagt Dr. Anne Trabitzsch.
Um die interprofessionelle Zusammenarbeit und regionale Vernetzung aller an der Organspende beteiligten Akteure weiter zu stärken, findet am 26. März 2026 der Interprofessionelle Organspendetag „Gemeinschaftsaufgabe verbindet“ am Universitätsklinikum statt: https://www.carus-management.de/veranstaltungen/organspendetag/
Bilanz der Deutschen Stiftung Organtransplantation
Etwa 9.000 Menschen stehen derzeit in Deutschland auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Die meisten von ihnen warten auf eine Spenderniere. Mit einer Organspende in Deutschland kann im Durchschnitt drei Menschen auf der Warteliste mit einer Transplantation geholfen werden.
Kontakt für Medienschaffende
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Annechristin Bonß, Pressesprecherin
Tel. 0351 / 458 462
E-Mail: pressestelle@uniklinikum-dresden.de
https://Die Bilanz für 2025 findet sich hier: https://dso.de/dso/presse/pressemitteilungen/Organspendezahlen%202025%20auf%20h%...
https://Das Screening-Tool DETECT wird hier genauer vorgestellt:
https://www.aerzteblatt.de/archiv/221499/
https://www.detect-iha.de
Pressefoto Organbox Transport
Quelle: DSO Andreas Steeger
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer
Deutsch

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