Diversity-Monitor für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften gibt Aufschluss über Situation an Hochschulen und Forschungsinstitutionen.
Heidelberg, 10.02. 2026. „Talente ins Licht – Mentoring und Netzwerke für Vielfalt in Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften“, so heißt eine neue Förderlinie der Klaus Tschira Stiftung. Um für das Vorhaben eine solide Basis zu schaffen, wurde die Metastudie „Diversity-Monitor“ in Auftrag gegeben.
„Damit haben wir jetzt einen umfassenden, datengestützten Überblick über Diversität an Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland, auf dem wir aufbauen können,“ freut sich die zuständige Programm-Managerin Forschung, Dr. Saskia Haupt. Sie sagt weiter: „Die Studie liefert uns erste Antworten darauf, welche strukturellen und kulturellen Faktoren wirken – und welche Unterstützung aus Sicht der Praxis wirklich hilfreich sein könnte.“
Der Diversity-Monitor gibt einen Überblick über die Verteilung unterschiedlicher Personengruppen (Geschlecht und Geschlechtsidentität, Behinderung, Alter, Religion, Ethnische Herkunft und Nationalität sowie soziale Herkunft und sexueller Orientierung) – und zwar vom Abitur, über das Studium, die Promotion, bis hin zur Nachwuchsgruppenleitung, Professur oder Universitätsleitung. In Deutschland fehlte bislang eine konsistente, systematisch aufbereitete Datengrundlage zur Zusammensetzung des Wissenschaftssystems.
Die Metastudie führt die bestehende Datenlage systematisch zusammen. Gleichzeitig ging es darum zu verstehen, warum die Vielfalt in den höheren Qualifikationsstufen abnimmt. Die qualitativen Interviews mit den Diversitätsbeauftragten wurden so zum zentralen Baustein. Wichtigstes Ergebnis: Mit jeder akademischen Stufe nimmt die Vielfalt innerhalb des Hochschulsystems weiter ab.
Warum eine Metastudie zur Diversität?
Professor Rafael Lang hierzu: „Vor meiner Tätigkeit als Geschäftsführer für Forschung bei der Klaus Tschira Stiftung habe ich 15 Jahre in den USA gearbeitet und dort einen strukturierten, professionellen Umgang mit den Herausforderungen in diesem Themenfeld kennengelernt. Zurück in Deutschland war ich überrascht, wie wenig sichtbar die Thematik ist und wie häufig Diskussionen zu stark vereinfacht geführt werden. Doch Wissenschaft lebt von der Pluralität der Perspektiven, und technologiestarke Nationen wie Deutschland müssen darauf achten, ihren Talentpool voll auszuschöpfen. Genau dazu möchten wir einen Beitrag leisten.“
Wie wurde bei der Studie vorgegangen?
Dr. Simone Burel von der „diversity company“ aus Mannheim, die die Metastudie im Auftrag der Klaus Tschira Stiftung erhoben und ausgewertet hat, dazu: „Die Vorgehensweise umfasste zwei Hauptsäulen, nämlich die quantitative Analyse der 30 bestehenden Literaturarbeiten zu Diversität im Hochschul- und MINT-Bereich mit dem Ziel, den Status quo der Teilhabe und Hürden zu identifizieren. Dazu kam die qualitative Analyse mit den 22 explorativen Interviews mit Gleichstellungsbeauftragten verschiedener Hochschultypen. Der Fokus lag dabei auf praktischen Erfahrungen, Barrieren und Best Practices für Diversität in Forschung und Lehre.“
Was wurde deutlich?
Saskia Haupt als verantwortliche Programm-Managerin, selbst promovierte Mathematikerin, meint: „Es gab schon bisher punktuell belastbare Zahlen – aber nicht flächendeckend, und sensible Diversitäts-Dimensionen oder das Zusammenwirken mehrerer Merkmale (Intersektionalität) wurden kaum erhoben. Im Diversity-Monitor wird klar, dass viele strukturelle Barrieren bestehen: Übergänge wie vom Studium zur Promotion gehen mit hohen Drop-out-Raten einher, der Zugang zu Förderprogrammen hängt oft von informellen Netzwerken ab, und flexible, inklusive Arbeitsbedingungen fehlen vielerorts. Die Ergebnisse zeigen nicht nur, wo die größten Herausforderungen liegen, sondern auch, welche Hebel wirklich etwas verändern können – von systematischen Datenerhebungen über frühzeitige Förderung und Mentoring bis hin zu struktureller Flexibilisierung und stärkerer Sichtbarkeit vielfältiger Karrierewege. Hier setzen wir mit unserer neuen Förderlinie an.“
Ideelle Unterstützer des Diversity-Monitors sind: Deutscher Hochschulverband, Stifterverband, Deutschlandstiftung Integration, Wübben Stiftung Wissenschaft.
Mehr auf der Webseite der Klaus Tschira Stiftung mit Link zur Studie: https://klaus-tschira-stiftung.de/meldungen/talente-ins-licht-metastudie-fuer-me...
Zu den Förderlinien: https://klaus-tschira-stiftung.de/foerderungen/
Autorin: Kirsten Baumbusch (kirsten.baumbusch@klaus-tschira-stiftung.de)
Klaus Tschira Stiftung
Dr. Saskia Haupt
Tel.: 06221-533 102
E-Mail: saskia.haupt@klaus-tschira-stiftung.de
Anja Heinzelmann (Leitung Kommunikation)
Tel.: 06221-533 118
E-Mail: anja.heinzelmann@klaus-tschira.stiftung.de
Die Klaus Tschira Stiftung (KTS) fördert Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik und möchte zur Wertschätzung dieser Fächer beitragen. Sie wurde 1995 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940–2015) mit privaten Mitteln ins Leben gerufen. Ihre drei Förderschwerpunkte sind: Bildung, Forschung und Wissenschaftskommunikation. Das bundesweite Engagement beginnt im Kindergarten und setzt sich in Schulen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen fort. Die Stiftung setzt sich für den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft ein. Weitere Informationen unter: www.klaus-tschira-stiftung.de
Die Klaus Tschira Stiftung hat einen Diversity-Monitor für Mathematik, Informatik und Naturwissensch ...
Copyright: © Hannah Boltze/KTS
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
fachunabhängig
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftspolitik
Deutsch

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