Am Mittwoch, den 11. Februar 2026, verlieh das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) den Johann-Wempe-Preis an Dr. Sebastian Kamann von der Liverpool John Moores University für seine herausragende Forschung zur Entstehung und Entwicklung massereicher Kugelsternhaufen. Im Rahmen seiner Arbeit gelang ihm unter anderem die Entdeckung von inaktiven Schwarzen Löchern in Sternhaufen in unserer galaktischen Nachbarschaft, sowie die Entwicklung und Weiterentwicklung der Software PampelMUSE zur Extraktion von Spektren aus Datenkuben von dichten Sternfeldern.
Sebastian Kamann begann seine Forschungstätigkeit im Bereich Astronomie nach seinem Physikstudium an der Universität Potsdam. Er promovierte am AIP, wo er Mitglied der Forschungsgruppe zu Galaxien und Quasaren war. Er entwickelte die Software PampelMUSE, die erstmals die Extraktion von Sternspektren aus dichten Sternfeldern ermöglichte. Mit dem MUSE-Spektrografen am Very Large Telescope (VLT) in Chile können so pro Beobachtungsfeld mehrere hundert bis zu 3000 Sternspektren vermessen werden. Die Software wird weltweit erfolgreich eingesetzt und kontinuierlich weiterentwickelt.
Durch die Messung von über 500.000 Einzelspektren in 25 Kugelsternhaufen konnte Sebastian Kamann die Kinematik der Sterne detailliert charakterisieren. Er fand heraus, dass die meisten Sternhaufen rotieren. Dabei ließen sich unter anderem zentrale Schwarze Löcher mittlerer Masse bestimmen. Zudem trug seine Methode zur Entdeckung von drei inaktiven stellaren Schwarzen Löchern in Sternhaufen bei. Die Beobachtung der Kugelsternhaufen mit dem MUSE-Spektrografen unter Leitung von Sebastian Kamann hat eine Vielzahl weiterer wissenschaftlicher Entdeckungen gebracht: Erkenntnisse zur Unterscheidbarkeit der verschiedenen Populationen von Sternen in Kugelhaufen der Milchstraße, überraschende Messungen von Häufigkeiten von Doppelsternen und ihren Perioden, den Einfluss von Sternrotation auf das Hertzsprung-Russell-Diagramm, sowie die komplexe Kinematik im Inneren von Kugelsternhaufen.
Sebastian Kamanns Forschung liefert neue Einblicke in die Sternentwicklung, die Sternpopulationen der Milchstraße sowie die komplexe innere Kinematik von Kugelsternhaufen. Seine Arbeit trägt damit entscheidend zum Verständnis der Entstehung und Entwicklung dieser Haufen bei.
Zu Ehren des letzten Direktors des Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam (AOP), Prof. Dr. Johann Wempe (1906 – 1980), vergibt das AIP den Johann-Wempe-Preis. Der Preis wird aus Mitteln finanziert, die Johann Wempe hinterlassen hat. Der Johann-Wempe-Preis wurde erstmals im Jahr 2001 verliehen.
https://www.aip.de/de/news/2026-wempe-prize-kamann/
Dr. Sebastian Kamann erhielt den Johann-Wempe-Preis 2026 für seine wegweisende Forschung.
Quelle: Stefan Gloede
Copyright: AIP
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Studierende, Wissenschaftler
Physik / Astronomie
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Wettbewerbe / Auszeichnungen
Deutsch

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