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13.02.2026 12:24

Mehr Sichtbarkeit für das Wirken von Architektinnen

Claudia Staat Kommunikation
Frankfurt University of Applied Sciences

    Wichtige Impulsgeberin in einer männlich geprägten Fachkultur: Lehrbeauftragte Christina Budde erhält Laura-Maria-Bassi-Preis 2026 der Frankfurt UAS für ihr Wissenschaftsprojekt zu Frauen im Architekturberuf

    Den Laura-Maria-Bassi-Preis für Frauenförderung und eine geschlechtersensible Hochschulkultur vergibt die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) in diesem Jahr an ihre Lehrbeauftragte Christina Budde.

    Sie erhält den Preis für ihr Engagement in der Lehre insbesondere im Wissenschaftsprojekt „Von Unsichtbarkeit und Sichtbarmachen – Zur Repräsentanz von Frauen in der Architektur“, in dem Studierende Biografien von (oft unbekannten oder für ihr Werk nicht entsprechend anerkannten) Frauen in der Architektur recherchieren und diese ausarbeiten.

    Auf Empfehlung der Frauenkommission der Frankfurt UAS würdigt die Hochschule mit ihrer Auszeichnung Christina Buddes großen Einsatz dafür, dass sich das Bild von Frauen im Architekturberuf ändert. Die Preisträgerin nahm in einer Feierstunde am 12. Februar 2026 die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung von Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke, Präsident der Frankfurt UAS, entgegen.

    Wichtige Impulsgeberin für Frauen wie Männer

    In seiner Gratulation hob Schocke Christina Buddes Rolle als wichtige „Impulsgeberin“ für Studierende und Lehrende gleichermaßen hervor und würdigte ihr Verdienst für Chancengerechtigkeit und Diversity. „Durch Ihr außergewöhnliches Engagement in der Lehre tragen Sie maßgeblich dazu bei, das Werk und die Persönlichkeit von Frauen in der Architektur sichtbar zu machen. Gemeinsam mit den Studierenden eröffnen Sie neue Perspektiven, schaffen inspirierende Vorbilder für Frauen wie Männer und verhelfen den Leistungen von Architektinnen aus Vergangenheit und Gegenwart zu der Anerkennung, die ihnen zusteht. Damit stärken Sie nicht nur das Bewusstsein für Vielfalt in der Architektur, sondern ermutigen insbesondere junge Frauen, ihren eigenen Weg mit Selbstvertrauen und Entschlossenheit zu gehen.“

    Mitverantwortlich für DAM-Ausstellung FRAU ARCHITEKT

    Christina Budde war Kuratorin am Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt am Main und 2017 mitverantwortlich für die Ausstellung „FRAU ARCHITEKT – Seit mehr als 100 Jahren: Frauen im Architektenberuf“, aus der ein Kooperationsprojekt mit der Frankfurt UAS hervorging. Seit dem Wintersemester 2020 ist sie Lehrbeauftragte für Darstellen und Gestalten am Fachbereich Architektur, Bauingenieurwesen, Geomatik der Frankfurt UAS und bietet in jedem Wintersemester ein Modul zur Repräsentanz von Frauen in der Architektur an. Bisher sind daraus drei Bücher und eine Ausstellung mit Studierenden entstanden.

    Großer Anklang bei Studierenden

    „Mit ihrem Lehrformat findet Frau Budde große Resonanz bei den Studierenden. Das Projekt schafft nach und nach eine wissenschaftliche Grundlage, mit der die Implementierung von Biografien von Frauen in Architekturgeschichte und Gegenwartskultur in das Bewusstsein von Fachwelt und Gesellschaft gefördert wird. Das ist ein besonders wertvoller Beitrag für die gegenwärtige Architekturlehre und weit darüber hinaus“, so Prof. Heinrich Lessing, Sprecher der Lehreinheit Architektur und Studiengangsleiter sowohl des Bachelor- als auch des Master-Studiengangs Architektur. Er hat Budde für den Laura-Bassi-Preis vorgeschlagen.

    Männlich geprägte Fachkultur

    Die Debatte über die ungleichen Geschlechterverhältnisse und die Rolle von Frauen in der zeitgenössischen Architektur ist weiterhin aktuell: Obwohl mittlerweile mehr Frauen als Männer Architektur studieren, bildet sich dieses Verhältnis weder in den führungsrelevanten Positionen der Architekturbüros oder der Auftragsvergabe noch in der fachlichen und medialen Aufmerksamkeit für architektonische Leistungen ab.

    „Mitte des 20. Jahrhunderts konnte man noch behaupten: ,Man wird nicht als Frau geboren, man wird es.‘ Zu Beginn des 21. Jahrhunderts akzeptieren wir diese Aussage nicht mehr als Tatsache. Frauen fordern ihre Selbstbestimmung ein und schaffen neue soziale, politische, kulturelle und wirtschaftliche Bedingungen, damit jeder Mensch auf diesem Planeten sein volles Potenzial entfalten kann“, so Prof. em. Dr. Mary Pepchinski, Architekturhistorikerin, Geschlechterforscherin und wissenschaftliche Kuratorin der Ausstellung „FRAU ARCHITEKT“ im DAM, in ihrer Laudatio. „Christina Budde, die wir heute ehren, ist ein wichtiges Beispiel für eine mutige Persönlichkeit, eine talentierte Pädagogin und eine äußerst einfühlsame Person, die diesen Wandel vorantreibt.“

    Christina Budde hat bereits ein neues Projekt in Vorbereitung: Sie möchte mit ihren Studierenden Wikipedia-Einträge von Architektinnen bearbeiten und ergänzen, um sie auch dort sichtbarer zu machen.

    Laura-Maria-Bassi-Preis
    Namensgeberin ist Laura Maria Bassi (1711-1778), die als erste Universitätsprofessorin Europas Physik in Bologna lehrte. Die Naturwissenschaftlerin und Mutter von acht Kindern wurde als eine der ersten Frauen von der Universität Bologna promoviert und als einzige Frau in die Bologneser Akademie aufgenommen. Die Frankfurt UAS vergibt die Auszeichnung seit 2005 im jährlichen Wechsel an Studierende oder Beschäftigte der Hochschule. Damit honoriert sie Initiativen, die z.B. zur Erhöhung des Frauenanteils in Studiengängen mit geringer Frauenquote führen, Aktivitäten, die der sexuellen Diskriminierung von Frauen oder Männern an der Hochschule entgegenwirken oder in anderer Weise zur Gerechtigkeit im Geschlechterverhältnis beitragen.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Frankfurt University of Applied Sciences, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte,
    Dr. Margit Göttert, Telefon: +49 69 1533-2424, E-Mail: frauenbeauftragte@hsl.fra-uas.de


    Weitere Informationen:

    https://www.frankfurt-university.de/laura-maria-bassi-preis (Weitere Informationen zum Laura-Maria-Bassi-Preis)


    Bilder

    Die Preisträgerin Christina Budde (Mitte) mit der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Dr. Margit Göttert und Hochschulpräsident Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke.
    Die Preisträgerin Christina Budde (Mitte) mit der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Dr. Margit ...
    Quelle: B. Bieber/Frankfurt UAS
    Copyright: B. Bieber/Frankfurt UAS


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Bauwesen / Architektur
    überregional
    Studium und Lehre, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


     

    Die Preisträgerin Christina Budde (Mitte) mit der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Dr. Margit Göttert und Hochschulpräsident Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke.


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