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16.02.2026 16:00

Das Mietshaus in der Wohnungsfrage

Stefanie Terp Stabsstelle Kommunikation, Events und Alumni
Technische Universität Berlin

    Architekturstudent*innen zeigen neue Lösungen für Berlins Wohnungsnot / Ausstellung vom 19. Februar bis 5. März 2026 im Tuntenhaus

    Die Berliner Wohnungsfrage bleibt ungelöst: steigende Mieten, schwindender sozial gebundener Wohnraum und ein politischer Fokus auf Neubau prägen weiterhin die Debatte. Gleichzeitig wird ein zentraler Teil der Stadt bislang kaum als Lösung diskutiert – das Berliner Mietshaus der Gründerzeit. Genau hier setzt die Ausstellung „Das Mietshaus in der Wohnungsfrage“ an. Vom 19. Februar bis 5. März 2026 zeigt das Fachgebiet Architektur der Transformation der Technischen Universität Berlin im Tuntenhaus Entwürfe von 58 Student*innen, die neue Strategien für mehr Wohnraum im Bestand entwickeln.

    Wohnraum vorhanden, aber kaum genutzt
    Rund ein Viertel aller Berliner Wohnungen entstand vor 1918. Dennoch tauchen diese Gebäude in aktuellen wohnungspolitischen Strategien selten als aktive Ressource auf. Gleichzeitig bleibt sogenannter „unsichtbarer Leerstand“, etwa durch Spekulation, Lock in Effekte oder auslaufende Sozialbindungen, statistisch schwer fassbar. Die Konzentration auf Neubau allein greift deshalb zu kurz, sozial wie ökologisch.

    Konkrete Vorschläge aus Forschung und Lehre
    Im Wintersemester 2025/26 untersuchten Bachelor- und Masterstudierende der TU Berlin, wie sich bestehende Mietshausstrukturen transformieren lassen. In Kooperation mit Expert*innen aus Architektur, Ökonomie, Energieplanung und Stadtforschung entwickelten sie konkrete im Entwurfsstudio Strategien und Werkzeuge zur Aktivierung bislang ungenutzter Wohnraumpotenziale.

    Die Projekte zeigen exemplarisch:
    • dass in vielen Gründerzeitbauten durch intelligente Umorganisation doppelt so viele Menschen wohnen könnten, ohne zusätzliche Flächen zu versiegeln,
    • dass kleinere private Wohneinheiten mit erweiterten gemeinschaftlichen Räumen neue Formen sozial gemischten Wohnens ermöglichen,
    • dass suffiziente Umbaupraktiken – also Teilen von Raum, Infrastruktur, Energie und Ressourcen – einen wichtigen Beitrag zu klimaverträglicher Stadtentwicklung leisten können.
    Die Projekte reichen von minimalinvasiven Umbauten bis zu langfristigen Entwicklungsszenarien bis 2075. Das Berliner Mietshaus wird dabei als Modellraum für eine neue, ressourcenschonende Wohnkultur verstanden.

    Ausstellung als öffentlicher Debattenort
    Für zwei Wochen verlegt das Entwurfsstudio seinen Arbeitsort ins Tuntenhaus und schafft dort einen offenen Denk und Diskursraum. Besucher*innen können Projekte diskutieren, mit Student*innen ins Gespräch kommen und individuelle Wohnraumberatung erhalten. Die Ausstellung versteht sich ausdrücklich als Beitrag zur aktuellen wohnungspolitischen Debatte in Berlin.

    Vernissage mit wohnungspolitischer Diskussion
    Zur Vernissage am 19. Februar 2026 um 19 Uhr findet eine öffentliche Diskussionsrunde zur Zukunft des Berliner Wohnens statt. Erwartet werden Dr. Ersin Nas (wohnungspolitischer Sprecher der CDU, tbc), Florian Schmidt (Bezirksstadtrat Friedrichshain-Kreuzberg, tbc), David Robotham (Soziologe, Selbstbau e.G.), Theresa Keilhacker (ehem. Präsidentin der Berliner Architektenkammer und Architektin Urban Design Architektur), Philipp Strohm (Geschäftsführer GSE gGmbH), Hausbewohner*innen und Student*innen der TU Berlin.

    Ausstellung im Überblick
    Zeitraum: 19. Februar – 5. März 2026
    Öffnungszeiten: Donnerstag–Samstag 15–19 Uhr, Sonntag 14–18 Uhr
    Ort: Tuntenhaus, Kastanienallee 86, 10435 Berlin
    Vernissage: 19. Februar 2026, 19 Uhr
    Finissage: 5. März 2026, 19 Uhr

    Projektverantwortliche TU Berlin
    Architektonische Konzeption:
    Prof. Nanni Grau, Maria Hudl, Marie Reichmann – Fachgebiet Architektur der Transformation
    Ökonomische Konzeption:
    Prof. Dr. Kristin Wellner, Dr. Paul van der Kuil – Fachgebiet Planungs- und Bauökonomie / Immobilienwirtschaft
    Energetische Konzeption:
    Prof. Dr. Angèle Tersluisen, Elisa Stamm – Fachgebiet Architektur, Gebäudetechnik und -systeme mit FG HRI, Julia Carolin Lange
    Begleitseminar Wohnen – Hausen – Residieren:
    Prof. Dr. Ursula Quatember – Fachgebiet Bau- und Stadtbaugeschichte

    Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:
    Prof. Dr. Nanni Grau
    Fachgebiet Architektur der Transformation
    Fakultät VI Planen Bauen Umwelt
    Tel: 030 / 314 219 25
    E-Mail: grau@tu-berlin.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Bauwesen / Architektur, Gesellschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse, Studium und Lehre
    Deutsch


     

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