Zwei Tage lang diskutieren Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Industrie zentrale Zukunftsfragen der europäischen Stahlindustrie: Am 25. und 26. Februar findet im Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie des Saarlandes in Saarbrücken die erste Auflage der „Saarländischen Stahlgespräche“ statt. Die Fachkonferenz „Von der Montanunion zur Transformation – Herausforderungen für die Stahlindustrie“ veranstalten der Lehrstuhl von Professor Marc Bungenberg sowie das Europa-Institut der Universität des Saarlandes mit Unterstützung des saarländischen Wirtschaftsministeriums.
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Die Stahlindustrie steckt in der Krise. Die Nachfrage ist schwach, die Energiepreise sind hoch, Billigimporte und US-Zölle beeinträchtigen den Binnen- wie Exportwettbewerb. Gleichzeitig soll mit grünem Stahl eine neue Ära beginnen. Für die Stahlbranche kommt einiges zusammen. Wie kann die Stahlproduktion langfristig gesichert werden? Wie kann die Branche vor billigen Stahlimporten aus Nicht-EU-Ländern geschützt werden? Wie gelingt die „grüne Transformation“? Solche zentralen Zukunftsfragen des deutschen und europäischen Stahlsektors stehen im Mittelpunkt der ersten „Saarländischen Stahlgespräche“. Vertreterinnen und Vertreter aus Universitäten, Ministerien, Industrie und Verbänden werden über diese Fragen diskutieren, die vor allem auch für das Saarland große Bedeutung haben.
„Die Themen der Vorträge und Diskussionsrunden reichen von geopolitischen Rohstoffabhängigkeiten über Energiepreise und Wettbewerbsfähigkeit bis hin zu Wasserstofftechnologien, klimaneutrale Produktionsprozesse und handelspolitische Rahmenbedingungen“, erklärt Professor Marc Bungenberg. Der Direktor des Europa-Instituts der Universität des Saarlandes hat den Saarbrücker Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Völkerrecht, Europarecht und Internationales Wirtschaftsrecht sowie den Jean-Monnet-Lehrstuhl für sicheres und nachhaltiges Rohstoffrecht sowie Rohstoffpolitik inne. Er veranstaltet die Fachkonferenz gemeinsam mit Dr. Philipp Reinhold und Dr. Mareike Fröhlich mit Unterstützung des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie des Saarlandes. Die Konferenz ist Teil des Forschungsprojekts „Bedeutung und aktuelle Herausforderungen der europäischen Montanindustrie im europäischen Einigungsprozess“, das von der Ernst-Röchling-Stiftung gefördert wird.
Ein Blick ins Programm
Die Fachkonferenz startet am 25. Februar um 10 Uhr im Wirtschaftsministerium (Franz-Josef-Röder-Straße 17, 66119 Saarbrücken).
Nach einem Grußwort des Universitätspräsidenten der Universität des Saarlandes, Ludger Santen, folgt ein Impulsvortrag der saarländischen Ministerpräsidentin Anke Rehlinger. Professor Marc Bungenberg gibt unter der Überschrift „Montanunion Gestern, Heute, Morgen“ einen Einblick in die Entwicklung des europäischen Rechtsrahmens im Stahlsektor. Bei der darauffolgenden Paneldiskussion zu den Herausforderungen der Stahlwirtschaft diskutieren Stefan Rauber (SHS Stahl-Holding-Saar), Kerstin Rippel (Wirtschaftsvereinigung Stahl) und der Europaabgeordnete Jens Geier. Die Moderation übernimmt Professor Till Patrik Holterhus, Co-Direktor des Europa-Instituts der Universität des Saarlandes.
Am Nachmittag rücken die Expertinnen und Experten die Rohstoff- und Energiemärkte in den Fokus: Dr. Peter Buchholz, Leiter der Deutschen Rohstoffagentur, spricht über die Verteilung von notwendigen Rohstoffen in Zeiten von geopolitischen Herausforderungen. Professor Christian Tietje von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg geht in seinem Vortrag auf die Rohstoffversorgung und Außenrohstoffpolitik der EU ein. Dr. Stefan Foppe von den Stahlwerken Bous gibt einen Einblick aus Sicht der Praxis.
„Stahlbinnenmarkt und Wettbewerb oder eine neue Industriepolitik für den Stahlsektor?“ ist die Kernfrage des zweiten Themenkomplexes des Tages. Professor Walter Frenz (RWTH Aachen) spricht zum Thema „Neues Gleichgewicht zwischen Wettbewerbsfähigkeit und Dekarbonisierung“. Professor Daniel Gros (Bocconi University) geht in seinem Vortrag auf Energiepreise und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie ein. Die Sicht der Praxis schildert Alexander M. Julius (Macrometal, EUROMETAL).
Am 26. Februar steht die nachhaltige Transformation und Innovation in der Stahlproduktion sowie der Schutz der Stahlindustrie durch die europäische Handelspolitik im Fokus. Der zweite Konferenztag startet mit einem Impulsvortrag von Jonathan Weber (SHS Stahl-Holding Saar) zu grünem Wasserstoff. Es folgt eine Keynote des saarländischen Wirtschaftsministers Jürgen Barke.
Professor Stefan Lechtenböhmer (Universität Kassel) beleuchtet die Transformation zur wasserstoffbasierten Primärstahlproduktion, und Professor Ruven Fleming (Universität Groningen) behandelt die rechtlichen Rahmenbedingungen für Wasserstoff in der Produktion und Anwendung. Dr. Max Lienemeyer ergänzt dies mit den praktischen Erfahrungen in der Europäischen Kommission.
Das abschließende Panel beschäftigt sich mit dem Schutz der Stahlindustrie durch die Handelspolitik der EU. Hier werden Themen wie Anti‑Dumping‑Regelungen, Subventionen, die neue Überkapazitäten‑Verordnung sowie das neue CO2-Grenzausgleichssystems der EU diskutiert. Professor Patrick Abel (Universität Innsbruck) gibt Einblicke in aktuelle Initiativen, mit denen die EU einen fairen und insbesondere nachhaltigen Stahlhandel sichern will. Axel Eggert von EUROFER wird dies aus Sicht der europäischen Unternehmen kommentieren.
Prof. Dr. Marc Bungenberg, Dr. Mareike Fröhlich, Dr. Philipp Reinhold
Europa-Institut der Universität des Saarlandes
Kontakt: conference@europainstitut.de, froehlich@europainstitut.de, reinhold@europainstitut.de
https://www.europainstitut.de/news
Prof. Dr. Marc Bungenberg
Quelle: Foto: Lars Beppler
Copyright: Europa-Institut
Merkmale dieser Pressemitteilung:
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Politik, Recht, Wirtschaft
überregional
Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

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