Im aktuellen Wettbewerb des Landes Baden-Württemberg um Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) hat das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) außerordentlich erfolgreich abgeschnitten. Für drei Projekte als Antragsteller sowie ein weiteres als Partner wirbt das KIT insgesamt 5 855 000 Millionen Euro ein. Die Mittel fließen in den gezielten Ausbau moderner Forschungsinfrastrukturen in strategischen Zukunftsfeldern.
Wie das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg am Mittwoch dieser Woche, dem 18. Februar 2026, mitteilte, stellt das Land für neue Forschungsplattformen an Landesuniversitäten EFRE-Mittel von insgesamt 12,6 Millionen Euro bereit. Mit rund 5,8 Millionen Euro entfällt ein erheblicher Anteil der Förderung auf das KIT.
„Moderne Forschungsinfrastrukturen sind die Voraussetzung dafür, dass aus wissenschaftlicher Erkenntnis konkrete Lösungen werden“, sagt Professorin Anke-Susanne Müller, Vice Provost Forschungsinfrastrukturen des KIT. „Als ‚Die Universität in der Helmholtz-Gemeinschaft‘ verbinden wir Grundlagenforschung und Anwendung – die EFRE-Förderung stärkt uns genau dort, wo wir Exzellenz in gesellschaftliche und technologische Wirkung überführen.“
Die geförderten Projekte im Überblick
Am Innovationscampus Mobilität der Zukunft bauen das KIT und die Universität Stuttgart mit ModuLaF (steht für: Modulare KI-gestützte Lasertechnologieplattform für die autonome, flexible und resiliente Fertigung) eine skalierbare Lasertechnologieplattform auf. Die modularen Anlagen an beiden Standorten sind hard- und softwareseitig zu einem Gesamtsystem vernetzt. Integrierte Sensoren und KI-Algorithmen steuern darin selbstoptimierend und in Echtzeit additive, fügende und trennende Verfahren. „Wir schaffen eine einzigartige Forschungsplattform für die autonome Lasermaterialbearbeitung. Die standortübergreifende Vernetzung mit KI-gestützter Prozessintelligenz ermöglicht resiliente, flexible Produktionssysteme und stärkt die technologische Wettbewerbsfähigkeit Baden-Württembergs und Europas“, sagt Professor Frederik Zanger vom wbk Institut für Produktionstechnik des KIT.
Am Innovationscampus Nachhaltigkeit entsteht mit 4SURE (steht für: Smart Sensor System for Sustainable Urban Regions) ein dichtes städtisches Messnetz für die Klimaresilienz- und Transformationsforschung. In Karlsruhe, Freiburg und weiteren Kommunen Baden-Württembergs erfassen hochauflösende Sensoren dabei in Echtzeit Extremereignisse wie Hitze, Trockenheit oder Starkregen sowie deren Auswirkungen auf Menschen, Bäume und Infrastruktur. „Mit 4SURE schaffen wir gemeinsam mit der Universität Freiburg eine Datengrundlage für nachhaltige und gerechte Stadtentwicklung“, freut sich Professor Jan Cermak vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Atmosphärische Spurengase und Fernerkundung des KIT.
Ein weiteres gefördertes Vorhaben ist am Center for Electrochemical Energy Storage Ulm & Karlsruhe (CELEST) angesiedelt. Im Projekt CERL (steht für: CELEST Circular Economy Recycling Lab) entsteht eine Forschungsinfrastruktur für geschlossene Materialkreisläufe in der Batterietechnologie. Ziel ist es, innovative Recyclingverfahren für Lithium- und Post-Lithium-Systeme so zu entwickeln, dass Materialien am Ende ihres Lebenszyklus effizient zurückgewonnen und in Batterien wiederverwendet werden können. Perspektivisch sollen mit den gewonnenen Erkenntnissen auch „Design for Circularity“-Ansätze erforscht werden – also Batteriekonzepte, die von Beginn an auf Wiederverwertbarkeit ausgelegt sind.
Innerhalb des Innovationscampus QuantumBW ist das KIT darüber hinaus Partner im Projekt QuantumBW.Net. Ziel der Kooperation von Universität Stuttgart, Universität Ulm und KIT ist es, quantensichere Kommunikation sowie quantenspezifische Funktionalitäten in realen Netzwerken zu ermöglichen – ein wichtiger Schritt in Richtung Quanteninternet. „Mit dem Großgerät QuantumBW.Net verbinden wir erstmals lokale Teststrecken zu einem standortübergreifenden Quantennetzwerk zwischen Karlsruhe, Stuttgart und Ulm“, erläutert Professor David Hunger vom Physikalischen Institut des KIT. „Das eröffnet neue Entwicklungs- und Anwendungsszenarien für quantensichere Kommunikation – mit dem langfristigen Ziel eines landesweiten Netzes.“
Förderung durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung
Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) fördert Innovation, Wachstum und Beschäftigung in Europa. In Baden-Württemberg liegt der Schwerpunkt auf strategischen Technologien im Rahmen der EU-Initiative Strategische Technologien für Europa (STEP).
Mit den EFRE-Mitteln investiert das Land gezielt in Schlüsseltechnologien und moderne Großgeräte beziehungsweise Technologieplattformen. Die neuen Forschungsinfrastrukturen sind zugänglich für die jeweiligen Innovationsökosysteme und stärken auch auf diese Weise die Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschafts- und Technologiestandorts Baden-Württemberg. (jha)
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Justus Hartlieb, Pressereferent, Tel.: +49 721 608-41155, E-Mail: justus.hartlieb@kit.edu
Im Dialog mit der Gesellschaft entwickelt das KIT Lösungen für große Herausforderungen – von Klimawandel, Energiewende und nachhaltigem Umgang mit natürlichen Ressourcen bis hin zu Künstlicher Intelligenz, technologischer Souveränität und demografischem Wandel. Als Die Universität in der Helmholtz-Gemeinschaft vereint das KIT wissenschaftliche Exzellenz vom Erkenntnisgewinn bis zur Anwendungsorientierung unter einem Dach – und ist damit in einer einzigartigen Position, diese Transformation voranzutreiben. Damit bietet das KIT als Exzellenzuniversität seinen mehr als 10 000 Mitarbeitenden sowie seinen 22 800 Studierenden herausragende Möglichkeiten, eine nachhaltige und resiliente Zukunft zu gestalten. KIT – Science for Impact.
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Produktionstechnik, Klimaforschung, Batterierecycling, Quantenkommunikation: Für den Aufbau neuer Fo ...
Quelle: Amadeus Bramsiepe, KIT
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Quelle: Amadeus Bramsiepe, KIT
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