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04.03.2026 09:00

Erkenntnisse aus Expeditionen: Statuskonferenz Forschungsschiffe 2026 am GEOMAR

Ilka Thomsen Kommunikation und Medien
GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

    04. März 2026/Kiel. Die globalen, ozeanischen und regionalen deutschen Forschungsschiffe sind ständig auf den Weltmeeren und Randmeeren unterwegs. Expeditionen tragen maßgeblich zum globalen Verständnis zentraler Prozesse im Ozean bei – vom Klimawandel über marine Ökosysteme bis zu geologischen Vorgängen am Meeresboden. Am GEOMAR in Kiel treffen sich heute und morgen Forschende, Förderer und Reedereien zur Statuskonferenz Forschungsschiffe. Während der alle zwei Jahre stattfindenden Konferenz präsentieren und diskutieren Wissenschaftler:innen die Ergebnisse ihrer Expeditionen. Die Konferenz ist ein zentraler Bestandteil des Verfahrens zur Vergabe von Schiffszeit.

    Deutschland betreibt eine der modernsten Forschungsflotten weltweit. Sieben hochseefähige, universell einsetzbare Schiffe ermöglichen Meeresforschung auf höchstem wissenschaftlichen Niveau. Gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die norddeutschen Bundesländer sind sie permanent weltweit im Einsatz: ALKOR, ELISABETH MANN BORGESE, HEINCKE, MARIA S. MERIAN, METEOR, POLARSTERN und SONNE.

    Wer mit einem dieser Spezialschiffe auf Expedition gehen möchte, findet alle benötigten Information zur Schiffszeitvergabe auf dem Portal deutsche Forschungsschiffe. Dort reichen Forschende einen Fahrtvorschlag ein, in dem sie ihre wissenschaftlichen Ziele und den geplanten Ablauf der Expedition darlegen. Diese Vorschläge werden vom Begutachtungspanel Forschungsschiffe (GPF) wissenschaftlich geprüft. Nach Abschluss der Expedition dokumentieren die Forschenden ihre während der Ausfahrt erhobenen Daten und gesammelten Proben in einem Fahrtbericht.

    Auf der Statuskonferenz Forschungsschiffe werden die wissenschaftlichen Ergebnisse nun vorgestellt: Geplant sind mehr als 100 Vorträge zu rund 130 Expeditionen. Insgesamt 260 Teilnehmende werden erwartet. Zudem gibt es aktuelle Informationen zu den Forschungsschiffen METEOR IV und POLARSTERN II, die derzeit gebaut werden sowie zu herausragenden Forschungskampagnen und Neuentwicklungen in der seegehenden Technologie.

    Die Konferenz wird alle zwei Jahre von einer meereswissenschaftlichen Einrichtung mit Unterstützung der GPF-Geschäftsstelle und des Projektträgers Jülich im Auftrag des BMFTR ausgerichtet. Sie bringt führende Vertreter:innen aus Forschung, Forschungsförderung und Politik sowie von den Reedereien zusammen und ist zugleich integraler Teil des Verfahrens zur Vergabe von Schiffszeit auf den deutschen Forschungsschiffen.

    In diesem Jahr treffen sich die Beteiligten am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Am 4. und 5. März präsentieren und diskutieren Wissenschaftler:innen hier die Ergebnisse ihrer Expeditionen auf Englisch in parallelen Fachsessions. Thematisch decken diese die Bereiche Meeresbiologie, Ozeanographie, marine Biogeochemie, Meeresgeologie, marine Geophysik, Glaziologie sowie Meteorologie ab.

    „Von den Küsten der Ost- und Nordsee aus erkunden unsere deutschen Forschungsschiffe die Ozeane, liefern Erkenntnisse und Daten, die weltweit Entscheidungen für den Schutz unserer Meere prägen. Schleswig-Holstein ist dabei ein Knotenpunkt – hier entstehen Innovationen, Kooperationen und Lösungen für globale Herausforderungen wie Klimawandel und Nachhaltigkeit. Was in Kiel beginnt, wirkt global“, sagt Guido Wendt, Staatssekretär im Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein.

    Die deutschen Forschungsschiffe sind interdisziplinäre Plattformen, die Forschenden den direkten Zugang zu Daten und Proben von der Meeresoberfläche bis in die Tiefsee ermöglichen. Die auf Expeditionen gewonnenen Daten bilden eine unverzichtbare Grundlage, um globale Prozesse wie den Klimawandel, Veränderungen mariner Biodiversität und Ökosysteme sowie Dynamiken und Gefahren am Meeresboden besser zu verstehen.

    Beheimatet sind die Forschungsschiffe in den Forschungseinrichtungen der norddeutschen Küstenländer. Die Koordination der Fahrten erfolgt durch die Leitstelle Deutsche Forschungsschiffe an der Universität Hamburg (LDF) und durch die schiffsbetreibenden Einrichtungen. Die Routen werden so optimiert, dass möglichst wenig Transitfahrten zwischen den Untersuchungsgebieten anfallen. Insbesondere die großen global operierenden Schiffe wie POLARSTERN, SONNE und METEOR werden von internationalen, interdisziplinären Forschungsgruppen genutzt und sind nahezu ununterbrochen im Einsatz.

    „Forschungsschiffe sind für unsere Arbeit unverzichtbar. Deshalb freue ich mich schon sehr darauf, dass wir bald die neue METEOR IV betreiben und sie gezielt im Rahmen des Forschungsprogramms FUTURO ein Jahr lang vor der Küste Westafrikas einsetzen können. Das ist ein bedeutsames Beispiel dafür, wie Forschungsschiffe helfen, Datenlücken zu schließen und die Grundlage für fundierte Entscheidungen für die Nutzung und den Schutz des Ozeans zu schaffen“, sagt Prof. Dr. Katja Matthes, Direktorin des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel.

    Die letzte Statuskonferenz Forschungsschiffe hat 2024 an der Universität Bremen stattgefunden. Mit der Ausrichtung der Konferenz 2026 bietet das GEOMAR eine zentrale Plattform für Austausch, Vernetzung und die Präsentation aktueller Forschungsergebnisse aus der Ozeanforschung.


    Weitere Informationen:

    https://event.ptj.de/statusconference-researchvessels-2026 Statuskonferenz Forschungsschiffe (auf Englisch)
    https://www.fona.de/de/massnahmen/forschungsinfrastrukturen/forschungsschiffe.ph... BMFTR-Forschungsschiffe
    https://www.portal-forschungsschiffe.de/de/forschungsschiffe Begutachtungsverfahren, Forschungsschiffe und Geräte
    https://geschichten.ptj.de/meteor4#353422155 Bautagebuch der METEOR IV


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Meer / Klima, Umwelt / Ökologie, Verkehr / Transport
    überregional
    Wissenschaftliche Tagungen, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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