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02.03.2026 16:21

Finanzielle Gewalt gegen Frauen: Wenn Geld zur Kontrolle wird | Neues Forschungs- und Transferprojekt

Dr. Sally Peters Presse und Kommunikation
institut für finanzdienstleistungen e. V.

    Finanzielle Gewalt ist eine häufig übersehene Form geschlechterspezifischer Gewalt mit gravierenden sozialen und wirtschaftlichen Folgen. Kontrolle über Geld, erzwungene Schulden oder verhinderte Erwerbstätigkeit führen viele Frauen in langfristige Abhängigkeit.

    Das iff untersucht gemeinsam mit Dr. Birgit Happel (Geldbiografien) im von der TARGOBANK Stiftung geförderten Projekt (02/2026–05/2027) Ursachen und Erscheinungsformen und entwickelt praxisnahe Präventions- und Handlungsempfehlungen zur Stärkung finanzieller Selbstbestimmung.

    Finanzielle Gewalt ist eine der am wenigsten sichtbaren Formen geschlechterspezifischer Gewalt und zugleich eine mit weitreichenden Folgen. Kontrolle über Geld, erzwungene Schulden, verhinderte Berufstätigkeit oder der systematische Entzug finanzieller Mittel führen bei vielen Frauen zu langfristiger Abhängigkeit, eingeschränkter sozialer Teilhabe und massiven wirtschaftlichen Nachteilen.

    Mit dem Forschungs- und Transferprojekt „Finanzielle Gewalt sichtbar machen – Wege zur finanziellen Selbstbestimmung und sozialen Nachhaltigkeit“ nimmt das institut für finanz-dienstleistungen e.V. (iff) gemeinsam mit Dr. Birgit Happel (Geldbiografien®) diese Thematik nun systematisch in den Blick. Das von der TARGOBANK Stiftung geförderte Projekt läuft von Februar 2026 bis Mai 2027. Die Stiftung setzt sich nachhaltig für finanzielle Bildung und Chancengerechtigkeit ein.

    „Als TARGOBANK Stiftung unterstützen wir finanzielle Selbstbestimmung als eine zentrale Voraussetzung für Gleichstellung. Mit der Förderung dieses Projekts stärken wir die Sicht-barkeit und Erforschung eines viel zu häufig vernachlässigten Themas“, sagt Isabelle Che-velard, Vorstandsvorsitzende der TARGOBANK Stiftung. „Das Projekt verbindet Wissen-schaft mit Praxis. Genau diese Kombination ist entscheidend, um Maßnahmen zu ergreifen und finanzielle Selbstbestimmung nachhaltig zu voranzubringen.“

    Ziel ist es, finanzielle Gewalt wissenschaftlich fundiert aufzuarbeiten, ihre Erscheinungs-formen und strukturellen Ursachen sichtbar zu machen und konkrete Präventions- und Interventionsansätze für die Praxis zu entwickeln.

    „Finanzielle Gewalt bleibt häufig unsichtbar, weil sie im Alltag als private Beziehungsgestal-tung erscheint. Tatsächlich handelt es sich jedoch um ein strukturelles Machtproblem mit erheblichen sozialen und ökonomischen Folgen“, so Dr. Sally Peters, Geschäftsführende Direktorin des iff. „Finanzielle Gewalt ist eine Extremform fehlender ökonomischer Hand-lungsfreiheit. Der strukturelle Machtmissbrauch entzieht Frauen systematisch Handlungs-spielräume und wirtschaftliche Unabhängigkeit“, ergänzt Dr. Birgit Happel, Inhaberin des Finanzbildungsportals Geldbiografien®.

    Mit dem Projekt sollen Strukturen sichtbar gemacht und praxisnahe Wege aufgezeigt wer-den, wie Multiplikator:innen, Beratungsstellen und politische Akteur:innen Frauen in ihrer finanziellen Selbstbestimmung unterstützen können. Im Zentrum (des Projekts) stehen qualitative Interviews und Fokusgruppen mit betroffenen oder gefährdeten Frauen, Fach-kräften sowie weiteren relevanten Akteur:innen. Auf dieser Grundlage entsteht eine digitale Handreichung mit theoretischen Grundlagen, Praxisbeispielen und konkreten Handlungs-empfehlungen. Ergänzend wird eine vierteilige Podcast-Reihe produziert. Die Ergebnisse werden in Online- und Präsenzworkshops diskutiert und bundesweit verbreitet.

    Durch die Verbindung von Forschung, Transfer und niedrigschwelligen Medienformaten leistet das Projekt einen Beitrag dazu, finanzielle Gewalt als eigenständige Gewaltform stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, Fachpraxis zu stärken und präventive An-sätze weiterzuentwickeln.

    Über das iff

    Das institut für finanzdienstleistungen e.V. (iff) leistet mit Forschung und Beratung einen wichtigen Beitrag zu einem sozial verantwortlichen Finanzsystem und einer fairen Teilha-be. Das iff setzt sich seit seiner Gründung für den Zugang zu Finanzdienstleistungen ein und konzentriert sich vor allem auf finanziell verletzliche Verbraucher:innen. Auftraggeber sind Verbraucherorganisationen, Regierungsstellen, Verbände, Stiftungen, politische Ak-teure und Finanzdienstleister.
    Mehr Informationen unter: www.iff-hamburg.de

    Über Geldbiografien®
    Geldbiografien® ist ein Portal für Finanzbildung und finanzielle Gleichstellung. Das von Dr. Birgit Happel entwickelte und markenrechtlich geschützte Konzept macht strukturelle Un-gleichheiten und geschlechtsspezifische Risiken sichtbar und stärkt insbesondere Frauen in ihrer finanziellen Selbstbestimmung. Grundlage sind wissenschaftliche Analysen, Pra-xisbezug sowie Transfer in Beratung, Bildung und Gleichstellungsarbeit.
    Mehr Informationen unter: https://www.geldbiografien.de/


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Sally Peters | sally.peters@iff-hamburg.de
    Geschäftsführende Direktorin

    Dr. Cornelia Chadi | cornelia.chadi@iff-hamburg.de
    Projektleitung


    Originalpublikation:

    https://www.iff-hamburg.de/wp-content/uploads/2026/03/Pressemitteilung-Projekt-F...


    Bilder

    Finanzielle Gewalt
    Finanzielle Gewalt

    Copyright: Tetiana – stock.adobe.com


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    fachunabhängig
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    Finanzielle Gewalt


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