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03.03.2026 12:18

Fliegender Hörsaal: Würzburger KI-Satellit zwei Jahre im Orbit

Robert Emmerich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Der Würzburger Kleinsatellit SONATE-2 ist am 4. März genau zwei Jahre im Orbit. Das Ziel seiner Mission hat er schon vor einem Jahr erfüllt; für die Wissenschaft und die Ausbildung von Studierenden ist er immer noch wertvoll.

    Am 4. März 2024 startete der an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) entwickelte Nanosatellit SONATE-2 ins All. Zum zweijährigen Jubiläum zieht das Team der Professur für Raumfahrttechnik um Professor Hakan Kayal nun eine durchweg positive Bilanz.

    „Die Mission hat ihre technologischen Ziele im Bereich der Künstlichen Intelligenz erfüllt. Nach zwei Jahren Dauerbetrieb unter harschen Weltraumbedingungen liefert SONATE-2 weiterhin verlässlich Daten“, freut sich Professor Kayal – eine eindrucksvolle Demonstration der Leistungsfähigkeit und Innovationskraft der Würzburger Raumfahrtforschung. So setzt der Kleinsatellit weiterhin wichtige Akzente in der akademischen Ausbildung, der globalen Vernetzung und dem Technologietransfer.

    Gefördert mit Bundesmitteln

    Im Zentrum der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderten Mission stand die Erprobung neuartiger Hard- und Software für Künstliche Intelligenz (KI) unter extremen Weltraumbedingungen.

    Das Würzburger Team setzte hier einen technologischen Meilenstein: Es konnte demonstrieren, dass SONATE-2 in der Lage ist, seine KI-Modelle zur Erkennung von Anomalien auf der Erdoberfläche nicht auf der Erde, sondern direkt an Bord – im Orbit – zu trainieren. Das stand schon ein Jahr nach dem Start fest. Diese Fähigkeit zur autonomen Datenverarbeitung im All reduziert die zu übertragende Datenmenge drastisch und legt einen Grundstein für künftige interplanetare Missionen.

    Betrieb aus dem Würzburger Mission Control Center

    Der fortlaufende Betrieb des Kleinsatelliten wird seit dem Start vollständig lokal an der JMU abgewickelt. Die Steuerung, Überwachung und der Datenempfang erfolgen direkt über das universitätseigene Mission Control Center am Campus Hubland. Von hier aus plant und koordiniert das Team die komplexen Abläufe und Nutzlastoperationen des schuhkartongroßen Satelliten, der die Erde rund 15 Mal am Tag umrundet.

    Praxisnahe Lehre und studentisches Engagement

    Neben der Technologieerprobung ist die Mission fest in die universitäre Lehre integriert. SONATE-2 fungiert als „fliegender Hörsaal“ und ermöglicht Studierenden der Luft- und Raumfahrtinformatik sowie verwandter Disziplinen eine einmalige, praxisnahe Ausbildung.

    Hervorzuheben ist dabei der gemeinsame Betrieb mit WüSpace e.V., der Würzburger Vereinigung für studentische Raumfahrtprojekte. Durch diese enge Kooperation können Studierende unter realen Bedingungen Erfahrungen in der Satellitensteuerung und Missionsplanung sammeln.

    Weltweite Resonanz im Amateurfunk

    Auch abseits der Wissenschaft erfreut sich SONATE-2 großer Beliebtheit. Die an Bord befindliche Amateurfunk-Nutzlast bietet einen sogenannten APRS-Digipeater (Automatic Packet Reporting System).

    Diese Funktion ermöglicht es Funkamateurinnen und -amateuren auf der ganzen Welt, digitale Kurznachrichten und Positionsdaten über den Satelliten auszutauschen. Die rege Nutzung der APRS-Funktionalität unterstreicht die starke internationale Vernetzung des Projekts mit der Amateurfunk-Community.

    Erfolgreicher Technologietransfer: Ausgründung Pyxis Space

    Dass exzellente Grundlagenforschung an der JMU Würzburg den Weg in die Wirtschaft findet, beweist das Projekt durch einen erfolgreichen Technologietransfer. Aus den Erkenntnissen und Entwicklungen von SONATE-2 heraus hat sich das Start-up Pyxis Space GmbH (https://pyxis-space.com/) gegründet. Das junge Unternehmen baut auf der im Rahmen der Mission gewonnenen Expertise auf und macht die in Würzburg entwickelten Innovationen dem kommerziellen Markt zugänglich.

    Förderung

    Das Vorhaben SONATE-2 wurde vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags finanziert (FKZ 50RU2100).


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr.-Ing. Hakan Kayal, Professur für Raumfahrttechnik, hakan.kayal@uni-wuerzburg.de


    Bilder

    Der Würzburger Satellit SONATE-2 im Orbit.
    Der Würzburger Satellit SONATE-2 im Orbit.
    Quelle: Jonathan Männel
    Copyright: Universität Würzburg


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Elektrotechnik, Informationstechnik, Maschinenbau, Physik / Astronomie
    überregional
    Forschungsprojekte, Studium und Lehre
    Deutsch


     

    Der Würzburger Satellit SONATE-2 im Orbit.


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