2024 hat die Universität Mannheim im kompetitiven „Professorinnenprogramm 2030“ die Zusage für die anteilige Förderung von drei unbefristeten W3-Professuren bekommen und 712.000 Euro für gleichstellungsfördernde Maßnahmen eingeworben. Die Entscheidung ermöglichte bereits die Berufung neuer Professorinnen: der Germanistin Marie-Luis Merten, der Mathematikerin Simone Rademacher und der Informatikerin Pooja Rani.
Die eingeworbenen Mittel werden für eine Reihe gleichstellungsfördernder Maßnahmen eingesetzt: Zu den geförderten Initiativen zählen unter anderem das Programm FAiR@UMA, das Wissenschaftlerinnen mit familiären Verpflichtungen durch unbürokratische Hilfskraftmittel unterstützt, sowie Beratungs- und Unterstützungsangebote der Servicestelle Familie.
Die Förderung ermöglichte zudem die Berufung neuer Professorinnen: Die Germanistin Prof. Dr. Marie-Luis Merten hat ihren Lehrstuhl für Germanistische Linguistik im August 2025 übernommen. Die Mathematikerin Dr. Simone Rademacher und die Informatikerin Dr. Pooja Rani werden im April 2026 ihre Professur antreten.
„Gleichstellung ist ein zentraler Bestandteil unserer strategischen Ausrichtung. Das Professorinnenprogramm 2030 hilft uns, bestehende strukturelle Hürden weiter abzubauen und mehr Frauen für Spitzenpositionen in der Wissenschaft zu gewinnen“, erklärt Rektor Prof. Dr. Thomas Fetzer.
Zwei der geförderten Professuren werden als sogenannte Vorgriffsprofessuren an der Fakultät für Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsmathematik eingerichtet, um den Frauenanteil dort gezielt zu erhöhen. Vorgriffsprofessuren werden bereits besetzt, bevor die reguläre Stelle durch das Ausscheiden des bisherigen Stelleninhabers frei wird.
Forschungsschwerpunkte
Prof. Dr. Marie-Luis Merten hat seit August 2025 den Lehrstuhl für Germanistische Linguistik inne, als Nachfolgerin von Prof. Dr. Angelika Storrer. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich vor allem mit Sprache in digitalen Kommunikationsräumen, ihr Fokus liegt dabei auf wiederkehrenden Formen, Strukturen und Mustern. Die Arbeit der Linguistin bewegt sich an der Schnittstelle von Medien- und Soziolinguistik, zunehmend auch von Sprache und Politik. In einem neuen Projekt analysiert sie etwa Hashtag-Diskurse wie #WirSindDasStadtbild, in denen politische Aussagen aufgegriffen, ironisiert und sprachlich weiterverarbeitet werden.
Dr. Simone Rademacher ist eine renommierte Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der mathematischen Physik. Ihre Forschung verbindet hochmoderne Methoden der Analysis, Stochastik und Quantenmechanik. Sie wechselt von der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo sie derzeit unter anderem an Fragen zur mathematischen Beschreibung von Bose-Einstein-Kondensaten und effektiven Gleichungen arbeitet. Rademacher erhielt unter anderem eine Förderung im Rahmen des ISTplus Postdoctoral Fellowship, unterstützt durch die Europäische Union (Marie Skłodowska-Curie-Programm), sowie ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes.
Dr. Pooja Rani forscht an der Schnittstelle von Softwareentwicklung, Nachhaltigkeit und Künstlicher Intelligenz – und möchte Technologien so gestalten, dass sie Menschen zu verantwortungsvollem Handeln befähigen. Sie untersucht unter anderem, wie Softwaresysteme und Benutzeroberflächen gestaltet werden können, damit der Energieverbrauch von Codebasen und KI-gesteuerten Prozessen transparent wird und informierte sowie nachhaltigkeitsbewusste Entscheidungen ermöglicht werden.
Rani arbeitete vier Jahre lang als Softwareingenieurin in der Industrie, bevor sie 2018 als Doktorandin an die Universität Bern kam. Seit 2022 ist sie als Senior Researcher an der Universität Zürich beschäftigt.
Insgesamt stellen Bund und Länder 320 Millionen Euro für das „Professorinnenprogramm 2030“ zur Verfügung. Die höchstmögliche Fördersumme beträgt jährlich 165.000 Euro pro Professur für maximal fünf Jahre.
Zur Pressemitteilung des Baden-Württemberg Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst: https://mwk.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/erfolg-...
Kontakt:
Linda Schädler
Leiterin Kommunikation / Pressesprecherin
Universität Mannheim
Telefon: +49 621 181-1434
E-Mail: schaedler@uni-mannheim.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
fachunabhängig
regional
Personalia
Deutsch

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