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04.03.2026 08:33

Alles ganz schlimm? Die Ergebnisse aus der fünften Umfrage zu Jugend und Corona sind da - Die wichtigsten Erkenntnisse

Philo Schäfer Stabsstelle Kommunikation und Medien
Universität Hildesheim

    Die Corona-Pandemie ist vorbei, doch die psychischen Folgen bei jungen Menschen
    sind bis heute deutlich spürbar. Das ist eines der Ergebnisse aus dem fünften
    Durchlauf der Befragungsreihe zu Jugend und Corona (JuCo), die seit 2020 von
    Wissenschaftler*innen der Universität Hildesheim durchgeführt wird.

    „Die Befragung ist ein Instrument, um jungen Menschen Gehör zu verschaffen“, erklärt
    Dr. Severine Thomas, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozial- und
    Organisationspädagogik der Universität Hildesheim. Junge Menschen, das sind
    Menschen zwischen 15 und 30 Jahren. JuCo war die erste Studie, die sich bereits im April
    2020 mit den psychosozialen Folgen der Pandemie auf junge Menschen beschäftigte. Ziel
    der mittlerweile fünf Durchläufe ist es, herauszufinden, wie sich junge Menschen unter
    dem Einfluss gesellschaftlicher Krisen fühlen – und wie sie mit diesen umgehen.

    Die wichtigsten Erkenntnisse aus JuCo V: Weiterhin besteht eine hohe psychische
    Belastung bei jungen Menschen in Deutschland. Die Zahlen junger Menschen mit
    psychischer Erkrankungen gehen zwar langsam zurück, bleiben aber immer noch relativ hoch und über Vor-Pandemie-Niveau: „Viele junge Menschen haben die
    Belastungssymptomatik nicht abgelegt,“ erklärt Thomas. Rund 30 Prozent mehr gaben
    während der Pandemie an, sich einsam zu fühlen. Auch der Umgang der Politik mit der
    Pandemie hat junge Menschen zutiefst verunsichert und ihr Vertrauen in den Staat
    geschwächt. Dazu kommen wachsende Geldsorgen und Zukunftsängste.

    Trotzdem: Die Mehrheit der Befragten werten ihre Lebenszufriedenheit als positiv. Eine
    große Rolle bei der Bewältigung von Belastungen und Sorgen spielen Freund*innen und
    enge Bezugspersonen.

    Dass junge Menschen sich so belastet fühlen, führt Thomas aus, sei auch eine wichtige
    Botschaft für alle Institutionen, die mit jungen Menschen arbeiten. Dazu gehörten
    Jugendhilfe, Schulen, Sportvereine, aber eben auch die Universität. Die neuen Ergebnisse
    aus der Studie sollen dazu einladen, mit jungen Menschen ins Gespräch zu gehen und
    neue Konzepte zu entwickeln. Denn: Die Belastung junger Menschen durch Krisen wie
    Klimawandel, Naturkatastrophen und Krieg wird „sich nicht ‚von selbst‘ regulieren“.
    Stattdessen müssten Konzepte entwickelt werden, durch die junge Menschen auch in
    Krisenzeiten gleichberechtigt am Leben teilhaben können.

    Das Projekt wurde durch das COVID-19-Forschungsnetzwerk Niedersachsen (COFONI)
    mit Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur gefördert.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Severine Thomas
    thomass@uni-hildesheim.de


    Originalpublikation:

    https://doi.org/10.18442/338


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Wissenschaftler
    Gesellschaft, Pädagogik / Bildung, Psychologie
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

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