Konsum ist nicht geschlechtsneutral, wird jedoch bislang meist als solcher verstanden. Mit dem Workshop "Konsum und Geschlecht" soll diese Forschungslücke gezielt adressiert und ein interdisziplinäres Forum für Austausch und Vernetzung geschaffen werden. Themenvorschläge können bis zum 8. Mai 2026 eingereicht werden.
Thema
Mit dem Workshop "Konsum und Geschlecht" soll eine Forschungslücke gezielt adressiert und ein interdisziplinäres Forum für Austausch und Vernetzung geschaffen werden. Ziel ist es, bislang weitgehend getrennte Forschungsstränge im deutschsprachigen Raum zusammenzuführen: eine geschlechterreflektierte Verbraucher:innenforschung ebenso wie eine konsumtheoretisch sensibilisierte Geschlechterforschung.
Interessierte Wissenschaftler:innen aus verschiedenen Fachrichtungen sind eingeladen, bis zum 8. Mai 2026 Themenvorschläge einzureichen.
Der Workshop findet am Montag, dem 14. September 2026 in Düsseldorf statt.
Gesucht werden Beiträge, die sich mit den folgenden Themen auseinandersetzen oder auch darüber hinausgehen:
Theoretische Perspektiven auf Geschlecht und Konsum
Welche Konzepte, Kategorien und Theorien eignen sich zur Analyse der Verflechtung von Konsum und Geschlecht? Welche epistemischen Lücken bestehen – etwa in der feministischen Theorie, der Konsumforschung oder der politischen Ökonomie? Welches analytische Potenzial liegt außerdem in intersektionalen, queeren oder postkolonialen Zugriffen auf Konsumpraktiken und Marktverhältnisse?
Geschlecht und Konsum im historischen Verbraucher:innenschutz
Wie waren Konsum und Geschlecht in Deutschland historisch verwoben – rechtlich, politisch, organisatorisch und wissenschaftlich? Welche Rolle spielten Frauenverbände, hauswirtschaftliche Netzwerke und feministische Akteur:innen bei der Entstehung des Verbraucher:innenschutzes? Welche Kämpfe, Bündnisse und Ausschlüsse prägten diesen Prozess?
Vergeschlechtlichte Konsumpraktiken
Wie strukturieren Geschlechterverhältnisse alltägliche Konsumentscheidungen? Welche Vorstellungen von Normalität liegen hinter geschlechtlich codierten Konsumprodukten und -praktiken? Inwiefern werden durch Konsum binäre, cis- und heteronormative Geschlechterverhältnisse (re-)produziert oder auch transformiert? Welches Potenzial von Empowerment bietet vergeschlechtlichter Konsum in einer kapitalistisch geformten Gesellschaft?
Konsum als Austragungsort geschlechterpolitischer Kämpfe
Welche Rolle spielt Konsum in symbolischen und materialistischen Kämpfen um Geschlechterverhältnisse? Inwiefern wird über Boykotte, Buykotte, Marketingkampagnen, Produktplatzierungen oder Konsumverzicht um feministische, antifeministische oder queere Sichtbarkeit, Zugehörigkeit und Deutungshoheit gestritten?
Ungleichheiten beim Zugang zu Waren und Dienstleistungen
Inwiefern beeinflussen soziale Differenzkategorien wie Geschlecht – oder intersektional auch Sexualität, Klasse, >>Rasse<<, Alter, Religion, Behinderung – die soziale Teilhabe und den Zugang von Verbraucher:innen zu Waren und Dienstleistungen? Welche Barrieren bestehen insbesondere für marginalisierte Verbraucher:innen?
Institutionen und Organisationen
Welche Formen von Geschlechterwissen prägen selbst- oder fremdorganisierte Verbraucher:innenorganisationen und Unternehmen? Wie wirken sich formale Regelwerke, informelle Routinen, Personalpolitiken oder Beratungspraxen auf die Teilhabe von Verbraucher:innen an Märkten aus? Wie werden Strukturen und Praktiken gestaltet, um insbesondere die Teilhabe marginalisierter Verbraucher:innen zu ermöglichen?
Recht und Regulierung
In welchem Verhältnis stehen Antidiskriminierungs- und Verbraucher:innenrecht? Welche Chancen und Begrenzungen bieten das deutsche und europäische Verbraucher:innenrecht für die Anerkennung und Bekämpfung geschlechtsspezifischer Diskriminierung? Wo bestehen Schutzlücken und wie ließen sich diese rechtspolitisch adressieren?
Digitalität, Plattformen und algorithmische Konsumregime
Welche Rolle spielt Geschlecht in digitalen Märkten und algorithmischen Systemen? Welche Formen von Bias, Diskriminierung oder Unsichtbarmachung finden sich in Empfehlungsalgorithmen, Online-Shopping-Plattformen oder datengetriebenen Konsumprofilen? Inwiefern werden in den Märkten und mit den Algorithmen gesellschaftliche Ungleichheitsverhältnisse (re-)produziert oder transformiert?
Intersektionale, queere, postkoloniale und dekoloniale Perspektiven sind ausdrücklich willkommen.
Zielgruppe
Der Workshop richtet sich an Wissenschaftler:innen aller Karrierestufen.
Einreichung, Fristen und Terminplanung
Bitte senden Sie uns bis Freitag, den 8. Mai 2026 ein aussagefähiges Abstract als möglichst als eine PDF-Datei über das Kontaktformular auf dieser Seite: https://www.verbraucherforschung.nrw/vernetzen/workshop-19-konsum-und-geschlecht.... Das Abstract soll maximal 2.000 Zeichen inklusive Leerzeichen umfassen (Titel, Autorennamen, Kontaktdaten und Keywords zählen nicht mit). Bei Fragen wenden Sie sich bitte an E-Mail-Adresse verbraucherforschung@verbraucherzentrale.nrw.
Bis zum 18. Mai 2026 erhalten Sie eine Nachricht über die Annahme Ihres Vorschlags. In diesem Fall werden wir Sie bitten, uns bis zum 8. September eine Präsentation (Dateiformate: PPTX oder PDF) zuzusenden. Bitte beachten Sie, dass die Vorträge dieses Workshops im Open Access in unserem "Jahrbuch Konsum & Verbraucherwissenschaften" erscheinen sollen. Die Abgabe der Manuskripte (Dateiformat: DOCX) soll bis zum 29. Januar 2026 erfolgen.
Ihre Reisekosten zum Workshop werden Ihnen im Rahmen des Landesreisekostengesetzes NRW (LRKG) und der Allgemeinen Verwaltungsvorschriften zum Landesreisekostengesetz (VVzLRKG) erstattet.
https://www.verbraucherforschung.nrw/vernetzen/workshop-19-konsum-und-geschlecht... Kompletter Texte des CfP und Kontaktformular zur Einreichung von Themenvorschlägen
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Studierende, Wissenschaftler
fachunabhängig
überregional
Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

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