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04.03.2026 12:27

Rat für Informationsinfrastrukturen äußert sich zum Vorhaben eines European Research Area (ERA) Act

Dr. Steffen Nitsche Geschäftsstelle
Rat für Informationsinfrastrukturen (RfII)

    Der Rat für Informationsinfrastrukturen (RfII) erwartet, dass Regelungen durch einen ERA Act zu einem kohärenten Aufbau wissenschaftlicher Informationsinfrastrukturen innerhalb der EU beitragen und geeignet sind, über Ländergrenzen hinweg Synergiepotenziale zu heben. Gleichzeitig muss die Diversität der nationalen Forschungssysteme anerkannt werden: Ihre Autonomie sollte ein Leitprinzip des ERA Acts sein.

    Dazu erklärt Barbara Helwing, die neue Vorsitzende des RfII: „Gerade die Vielfalt in der Förderung und die unterschiedlichen institutionellen Ausprägungen der Wissenschaftssysteme der Mitgliedstaaten sind eine wichtige Quelle der Innovationskraft der europäischen Forschung. Diese Vielfalt gilt es zu bewahren und gleichzeitig die Rahmenbedingungen für eine bestmögliche Zusammenarbeit zu schaffen. Getreu dem Motto der Europäischen Union: In Vielfalt geeint.“ Aus diesem Grund empfiehlt der RfII, Wissenschaftsorganisationen aller Mitgliedstaaten von Beginn an in den Prozess einzubinden.

    Des Weiteren hebt der RfII hervor, wie wichtig nachhaltige Strukturen und eine langfristige Finanzierung für die Etablierung und Weiterentwicklung wissenschaftlicher Informationsinfrastrukturen sind. Eine ausreichende finanzielle Perspektive sowie Harmonisierungen rechtlicher Rahmenbedingungen würden aus Sicht des RfII einen zentralen Beitrag zur europäischen Souveränität leisten und sollten daher prioritär behandelt werden. Daher begrüßt der RfII ausdrücklich, dass die EU-Kommission die hohe Relevanz von Forschungs- und Informationsinfrastrukturen anerkennt und sie in ihrem Vorschlag für ein zehntes Forschungsrahmenprogramm (FP10) einer neuen, vierten Säule zuordnet.

    Die Stellungnahme wurde im Januar 2026 im Rahmen einer öffentlichen Konsultation bei der EU-Kommission eingereicht und auf der RfII-Sitzung am 27. Februar 2026 zur Veröffentlichung verabschiedet. Dort hat der Rat außerdem eine Stellungnahme zum Referentenentwurf für ein Forschungsdatengesetz beschlossen und einen neuen Vorsitz gewählt. Der Vorsitz wird nun von Barbara Helwing (Erste Vorsitzende) sowie Petra Gehring und Katrin Stump (stellvertretende Vorsitzende) wahrgenommen.

    Der Rat für Informationsinfrastrukturen (RfII)
    Der RfII wurde von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) eingerichtet, um Bund, Länder und Wissenschaftseinrichtungen bei der Weiterentwicklung wissenschaftlicher Informations-infrastrukturen und zu verwandten Themen des digitalen Wandels in der Wissenschaft zu beraten. Seine 24 ehrenamtlichen Mitglieder werden ad personam aus den Bereichen der Informations-infrastruktureinrichtungen, der forschenden Nutzerinnen und Nutzer, des Öffentlichen Lebens sowie der Wissenschaftsministerien von Bund und Ländern berufen.

    Kontakt
    Rat für Informationsinfrastrukturen – Geschäftsstelle
    Dr. Stefan Lange, Tel. 0551-39-26073
    E-Mail: stefan.lange@rfii.de


    Originalpublikation:

    German Council for Scientific Information Infrastructures (RfII): Statement on the Commission’s Proposal for a European Research Area Act (ERA Act) − Contribution to the Public Consultation, Göttingen 2026, 3 p.
    https://rfii.de/?p=12640


    Weitere Informationen:

    https://rfii.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    fachunabhängig
    überregional
    Wissenschaftliche Publikationen, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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