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05.03.2026 08:16

Seit 50 Jahren Gast auf dem DGP-Kongress: ein Gespräch mit Dr. Ortrud Karg zum goldenen Jubiläum

Nina Meckel Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP)

    Ihren ersten Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) besuchte sie 1976 in München und auch 2026 wird sie, mit fast 80 Jahren, wieder dabei sein: Dr. med. Ortrud Karg war Chefärztin der Klinik für Intensivmedizin und Langzeitbeatmung der Asklepios Fachkliniken München-Gauting sowie DGP-Schatzmeisterin und Leiterin der DGP-Akademie. Im Interview gibt sie spannende Einblicke in über 50 Jahre Engagement für die Pneumologie und Beatmungsmedizin.

    Liebe Frau Karg, schon vor 50 Jahren haben Sie das erste Mal einen DGP-Kongress besucht. Können Sie sich noch an Ihre Premiere im Jahr 1976 erinnern?
    Dr. med. Ortrud Karg: Nicht im Detail, aber an einzelne Bilder sehr gut. Ich habe 1972 als Medizinalassistentin im Städtischen Krankenhaus München-Harlaching und dann im damaligen Zentralkrankenhaus Gauting – heute Asklepios – angefangen, am Ende der Tuberkulose-Ära. Ab Ende 1973 war ich Assistenzärztin in Gauting und musste meinen damaligen Chef, Kongresspräsident Professor Blaha, fragen, ob ich überhaupt auf den Kongress darf… Heute kaum noch vorstellbar! So kam ich schließlich zu meinem ersten Kongressbesuch überhaupt. Er fand im Hotel Bayerischer Hof statt und war für mich ein echtes Ereignis.

    Wie unterschied sich dieser vom heutigen DGP-Kongress?
    O. K.: In 50 Jahren hat sich wahnsinnig viel verändert. Das ist gar nicht vergleichbar! 1976 gab es nur einige wenige Hauptvorträge, gehalten von bekannten Persönlichkeiten des Faches. Poster, freie Vorträge oder parallele Sitzungen gab es nicht. Die Teilnehmerzahl lag bei schätzungsweise ein paar Hundert Pneumologen, damals noch „Lungenärzte“ genannt – deutschlandweit gab es nur rund 1.000 von uns.

    Ist Ihnen etwas besonders im Gedächtnis geblieben?
    O. K.: Oh ja! Auf diesem Kongress habe ich zum ersten Mal etwas über die Computertomografie gehört. Kurz darauf hielt die Methode Einzug in die klinische Routine. Vielleicht gehe ich deshalb bis heute so gerne zum Kongress: Es ist ein Ort, an dem – trotz der heute verfügbaren elektronischen Zeitschriften und des Internets – immer noch Innovationen vorgestellt werden.

    Haben Sie viele große Umbrüche in der Pneumologie miterlebt?
    O. K.: Ja, absolut. Als ich anfing, dominierten noch Tuberkulosepatientinnen und -patienten den Klinikalltag. In Gauting hatten wir mehrere Hundert Tuberkulosebetten. Gleichzeitig begann der Übergang von der klassischen Lungen-Tuberkuloseheilkunde hin zu einer stärker internistisch geprägten Pneumologie. Dieser Wandel war nicht konfliktfrei, aber rückblickend entscheidend für die Entwicklung des Faches.

    Die Entwicklung haben Sie durch Ihr Engagement in der DGP mitgeprägt.
    O. K.: Von 2006 bis 2012 war ich Schatzmeisterin im Vorstand. Danach habe ich die DGP-Akademie aufgebaut und geleitet. Unser Fokus lag klar auf Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung. Wir haben kompakte Kurse in Allergologie, Onkologie oder Radiologie entwickelt, also überall dort, wo der klinische Alltag oft keine ausreichende Weiterbildung mehr bot.

    Ein weiteres Projekt war die Qualifizierung von Atmungstherapeuten.
    O. K.: Das entstand aus der Notwendigkeit, Pflegekräfte in unserem Fach zu qualifizieren, z.B. für die außerklinische Versorgung beatmeter Patientinnen und Patienten. Wir haben das US-amerikanische Konzept der „respiratory therapists“ in ähnlicher Form auf Deutschland übertragen. Das war innovativ, aber auch umstritten. Staatlich anerkannt wurde die Weiterbildung letztlich nicht, trotzdem hat das Konzept bundesweit viel bewegt.

    Wie sind Sie heute noch mit der DGP verbunden?
    O. K.: Seit 2023 arbeite ich nicht mehr für die DGP, bin ihr aber weiterhin verbunden. Ich engagiere mich jetzt bei der Bayerischen Landesärztekammer in Fachsprachenprüfungen für ausländische Ärztinnen und Ärzte. Und natürlich gehe ich weiterhin zum DGP-Kongress!

    Worauf freuen Sie sich jetzt, 2026, auf dem Kongress besonders?
    O. K.: Vor allem auf spannende Keynotes zu übergreifenden Themen wie Klima, Nachhaltigkeit oder Ethik. Und auf die Begegnungen vor Ort. Viele Weggefährtinnen und -gefährten meiner Altersklasse sind nicht mehr da, andere können nicht mehr kommen. Aber die, die ich treffe – und wenn es nur kurz auf der Rolltreppe ist – machen den Kongress für mich zu etwas Besonderem. Er ist Fachkongress und soziales Ereignis zugleich.

    Presse-Akkreditierung zum Pneumologie-Kongress – Live vor Ort oder im Livestream:

    Wir laden Sie herzlich zum Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) ein, der vom 18. bis 21. März im International Congress Center Messe München stattfindet. Erwartet werden rund 4.000 Teilnehmende, es ist der wichtigste Termin für sämtliche Berufsgruppen aus dem Bereich der Lungenheilkunde.

    Sie wollen als Journalistin oder Journalist beim DGP-Kongress dabei sein? Entweder live vor Ort in München oder bei ausgewählten Programmpunkten im Livestream? Dann akkreditieren Sie sich jetzt einfach online unter:
    https://www.pneumologie.de/kongress/presse/akkreditierung


    Weitere Informationen:

    https://pneumologie.de/aktuelles-service/presse/pressemitteilungen/seit-50-jahre...


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    Seit 50 Jahren Gast auf dem DGP-Kongress: Dr. Ortrud Karg 1976 und heute.
    Seit 50 Jahren Gast auf dem DGP-Kongress: Dr. Ortrud Karg 1976 und heute.

    Copyright: privat


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Geschichte / Archäologie, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Personalia
    Deutsch


     

    Seit 50 Jahren Gast auf dem DGP-Kongress: Dr. Ortrud Karg 1976 und heute.


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