Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden hat erfolgreich die Zertifizierung als ernährungsmedizinisches Schwerpunktzentrum nach nutriZert abgeschlossen. Mit dieser Auszeichnung werden die hohe ernährungsmedizinische Qualität, die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die strukturierte Versorgung von Patientinnen und Patienten mit ernährungsmedizinischem Behandlungsbedarf offiziell bestätigt. Das NCT/UCC Dresden zählt zu den wenigen Einrichtungen im Osten Deutschlands, die diese Zertifizierung vorweisen können.
Ernährung ist ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung von Krebserkrankungen, da sie den Krankheitsverlauf, die Verträglichkeit der Therapie und die Lebensqualität maßgeblich beeinflusst. Eine strukturierte Ernährungstherapie durch qualifiziertes Fachpersonal hilft, Mangelernährung vorzubeugen, kann das Ansprechen auf Therapien verbessern, Nebenwirkungen verringern sowie Immunsystem und Allgemeinbefinden stärken.
„Für unsere Patientinnen und Patienten ist mit dieser Zertifizierung unmittelbar erkennbar, dass am NCT/UCC Dresden ein qualifiziertes Ernährungsteam aus Ernährungsfachkräften sowie speziell geschulten Ärztinnen und Ärzten tätig ist“, erklärt PD Dr. Christine Hofbauer, ärztliche Leiterin des Ernährungsteams am NCT/UCC Dresden. „Sie ist ein wichtiger Meilenstein für unsere Abteilung und zugleich eine Bestätigung unserer täglichen Arbeit.“
Die unter dem Onkologischen Zentrum organisierten Organkrebszentren erfüllen damit nachweislich alle geforderten strukturellen, personellen und inhaltlichen Kriterien, um eine qualifizierte ernährungstherapeutische Mitbehandlung anzubieten. Dazu gehören ein multiprofessionelles Behandlungsteam, standardisierte ernährungsmedizinische Behandlungspfade sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen Medizin, Pflege, Diätetik und weiteren therapeutischen Fachbereichen. Mit dem zertifizierten Schwerpunktzentrum stärkt das NCT/UCC Dresden neben seinem medizinischen Profil auch die regionale Versorgungslandschaft. Durch den konsequenten Ausbau des Angebots sowie regelmäßige Fort- und Weiterbildungen wird es kontinuierlich weiterentwickelt.
„Unser Ziel ist es, Patientinnen und Patienten mit komplexen, insbesondere onkologischen Erkrankungen bestmöglich und individuell zu betreuen“, erläutert Antonia Albers, Ernährungswissenschaftlerin im Team. Gerade nach komplexen chirurgischen Eingriffen am Magen-Darm-Trakt oder bei Nebenwirkungen systemischer onkologischer Therapien ist die Ernährungsberatung ein zentraler Baustein, um Prognose und Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
So wie bei Bärbel Schädlich, die Ende 2025 wegen eines Dünndarmtumors operiert werden musste: „Während meines stationären Aufenthaltes wurde mir eine Ernährungsberaterin an die Seite gestellt, die mir tiefere Einblicke in die erforderliche Ernährungsumstellung ermöglichte. Gemeinsam erarbeiteten wir einen Speiseplan für Haupt- und Zwischenmahlzeiten. Aufgrund der drohenden Mangelernährung war es wichtig, den Darm dabei zu unterstützen, so viele Nährstoffe wie möglich aus der Nahrung zu gewinnen. Die Ernährungstherapie unterstützte mich ungemein. Dafür bin ich überaus dankbar.“
Die Krebspatientinnen und -patienten werden am NCT/UCC Dresden von einem multiprofessionellen Team aus den Bereichen Oecotrophologie, Ernährungswissenschaft, Diätassistenz, Pflege und Ernährungsmedizin betreut. Zu Beginn der Behandlung steht ein Screening auf Mangelernährung. Auf Grundlage dieser Ergebnisse sowie der ärztlichen Diagnose wird eine gezielte Ernährungstherapie geplant, um Mangelernährung entgegenzuwirken, Beschwerden zu lindern und die Verträglichkeit von Speisen und Lebensmitteln zu verbessern. „Wir wollen die Patientinnen und Patienten insgesamt dabei unterstützen, ihr Körpergewicht zu stabilisieren sowie Lebensqualität und Therapieverträglichkeit zu steigern“, sagt Antonia Albers.
„Angesichts der wachsenden Bedeutung der Ernährungsmedizin in der Behandlung akuter und chronischer Erkrankungen ist diese Auszeichnung ein deutliches Signal für Qualität und Patientensicherheit am Universitätsklinikum Dresden“, gratuliert Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums, dem Team zu dieser Zertifizierung.
Neben der Ernährungsberatung und -therapie wird am NCT/UCC Dresden auch die wissenschaftliche Forschung ausgebaut. Ein Schwerpunkt liegt auf der Wechselwirkung zwischen Ernährung, Darmmikrobiom und Immunsystem. Im Bereich der Immuntherapie bei malignen Melanomen (schwarzer Hautkrebs) konnte nachgewiesen werden, dass eine ballaststoffreiche Ernährung mit einer besseren Therapieverträglichkeit und einem längeren progressionsfreien Überleben im Zusammenhang steht. Dieser Ansatz soll perspektivisch auch in anderen Krankheitsbildern bzw. Therapieformen untersucht werden. So spielt offenbar auch bei der CAR-T-Zelltherapie als einer Form der Immuntherapie das Darmmikrobiom eine bedeutende Rolle. In zukünftigen Studien soll daher untersucht werden, wie eine ballaststoffreiche Ernährung für die Patientinnen und Patienten umsetzbar ist und welchen Einfluss sie auf das Mikrobiom sowie auf den Therapieerfolg haben kann.
„Die Ernährungsmedizin ist ein wissenschaftlich sehr dynamisches Feld, insbesondere in der Onkologie. Die Zertifizierung stärkt unsere Sichtbarkeit als Forschungsstandort und schafft eine wichtige Grundlage, um neue Erkenntnisse rasch in die klinische Praxis zu übertragen“, erklärt Prof. Esther Troost, Dekanin der Medizinischen Fakultät der TU Dresden.
Kontakt für die Medien:
Anne-Stephanie Vetter
Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus
der Technischen Universität Dresden
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden
Tel.: +49 (0) 351 458 17903
E-Mail: anne-stephanie.vetter@tu-dresden.de
PD Dr. Christine Hofbauer und Antonia Albers,
Ernährungsteam UKD
ernaehrung@ukdd.de
https://www.nct-dresden.de Das NCT/UCC Dresden ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden, der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität Dresden und des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR). Patientinnen und Patienten sind dabei Forschungspartner auf Augenhöhe.
Ernährungsteam am NCT/UCC Dresden
Quelle: Marc Eisele
Copyright: UKD
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
überregional
Wettbewerbe / Auszeichnungen
Deutsch

Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.
Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).
Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.
Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).
Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).