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06.03.2026 10:47

KI in Ostwestfalen-Lippe: ausgezeichnet.

Dipl.-Medienwiss. Mischa Gutknecht-Stöhr Presse und Kommunikation
Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

    Hohe Anerkennung für anwendungsnahe KI-Forschung aus Ostwestfalen-Lippe: Das Fraunhofer-Institut in Lemgo wird gemeinsam mit der Bildhauerei Diwo aus Paderborn mit dem Seifriz-Preis 2026 ausgezeichnet. Prämiert wird die erfolgreiche Zusammenarbeit von Handwerk und Wissenschaft bei der Entwicklung „StoneCrackMon“. Die Innovation entstand im Rahmen des Projekts „Künstliche Intelligenz und Digital-Offensive für das HANDwerk in NRW“ (KIDiHa).

    KI für mehr Sicherheit an Steinobjekten

    „StoneCrackMon“ adressierte eingangs ein häufig unterschätztes Risiko: Historische Wegekreuze und Steindenkmäler weisen oft verborgene Schäden auf, bis hin zur Einsturzgefahr. Bundesweit gibt es tausende solcher Objekte. Bisher basiert die Beurteilung der Standsicherheit überwiegend auf Erfahrung, Gehör und Fingerspitzengefühl erfahrener Steinmetze. „StoneCrackMon“ ergänzt dieses Wissen durch ein KI-gestütztes Prüfverfahren, indem das System frühzeitig Risse und strukturelle Schäden an Steinobjekten erkennt.

    Die Lösung analysiert Audiodaten, die beim Anschlagen oder Schaben des Steins entstehen und eine Künstliche Intelligenz bewertet das Klangmuster. Sie unterscheidet zwischen intakten und geschädigten Strukturen, wodurch sich Risiken früh erkennen und Gefahren reduzieren lassen.

    Handwerkliches Wissen trifft KI-Forschung

    Bildhauer Michael Diwo stellte mehr als 1.000 Audioaufnahmen aus seiner täglichen Arbeit zur Verfügung. Diese Daten bilden die Grundlage für das Training der KI. Das Fraunhofer-Institut in Lemgo entwickelte die erforderliche Hard- und Software und verantwortete die Modellarchitektur sowie das Training und die Optimierung der KI. „Ich freue mich sehr darüber, daß unsere Idee, traditionelles Handwerkswissen in die Moderne zu überführen, solche Anerkennung erfahren hat", freut sich Steinmetz Michael Diwo über die Auzeichnung.

    „Die Auszeichnung mit dem Seifriz-Preis zeigt, dass ein Wissenstransfer zwischen Forschung, Industrie sowie Städten und Gemeinden genau so erfolgreich und auf inspirierende Weise mit dem Handwerk funktioniert. Mit KIDiHa bringen wir handwerkliches Erfahrungswissen und KI-Technologie zusammen, um praxisnahe Lösungen zu entwickeln, die die Zukunftsfähigkeit stärken“, sagt Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jasperneite, Direktor des Fraunhofer-Instituts in Lemgo.

    „Die Auszeichnung unterstreicht, wie besonders praxisnahe Forschung und die Zusammenarbeit zwischen Handwerk und Wissenschaft sein kann und wie wichtig der Transfer in die Branche und die Regionen für die Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Handwerks ist. Mit KIDiHa schaffen wir Lösungen, die nicht nur innovativ, sondern in diesem Fall auch sicherheitsrelevant sind“, ergänzt KIDiHa Projektleiter Prof. Dr. Klaus Schafmeister von der Fachhoschule des Mittelstands.

    Das Projekt verbindet jahrhundertealtes handwerkliches Erfahrungswissen mit moderner datengetriebener Forschung. Es steht exemplarisch für erfolgreichen Technologietransfer.

    Entwicklung im Projekt KIDiHa

    „StoneCrackMon“ ist ein Ergebnis von KIDiHa. Das Projekt wird vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Ziel ist es, Potenziale der Künstlichen Intelligenz für das Handwerk sichtbar zu machen, praxisnah zu entwickeln und nachhaltig nutzbar zu machen. Projektpartner sind die Fachhochschule des Mittelstands (FHM), die Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe und das Fraunhofer-Institut in Lemgo.

    Der Seifriz-Preis

    Der Seifriz-Preis würdigt seit über 30 Jahren bundesweit herausragende Kooperationen zwischen Handwerk und Wissenschaft. Aus 19 Einreichungen wurde „StoneCrackMon“ als eines der drei besten Projekte ausgewählt. Der Preis ist mit jeweils 2.500 Euro für den Handwerksbetrieb und den Wissenschaftspartner dotiert. Vergeben wird die Auszeichnung vom Verein Technologietransfer Handwerk e. V. unter Federführung von Handwerk BW. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen des Branchenevents „Zukunft Handwerk“ am 4. und 5. März 2026 in München. Zusätzlich findet eine persönliche Übergabe bei einem Betriebsbesuch statt.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Fraunhofer IOSB-INA

    Nissrin Heymann, M.A. M.Eng.
    Technologietransfer & Innovationsmanagement
    Telefon +49 5261 942 90 - 93
    E-Mail nissrin.heymann@iosb-ina.fraunhofer.de


    Bilder

    Klopfte die Zukunftspotenziale ab: Dorothee Bär, Bundesministerin für For-schung, Technologie und Raumfahrt stattete dem Seifriz-Preis-Messestand einen Besuch ab.
    Klopfte die Zukunftspotenziale ab: Dorothee Bär, Bundesministerin für For-schung, Technologie und Ra ...

    Copyright: Fachhochschule des Mittelstands Bielefeld


    Anhang
    attachment icon Presseinformation Seifriz-Preis

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, jedermann
    Gesellschaft, Informationstechnik, Wirtschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


     

    Klopfte die Zukunftspotenziale ab: Dorothee Bär, Bundesministerin für For-schung, Technologie und Raumfahrt stattete dem Seifriz-Preis-Messestand einen Besuch ab.


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